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Fieber

Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers, hervorgerufen durch Infektionen, aber auch durch körperliche oder seelische Überanstrengung.

Die Höhe des Fiebers allein ist nicht bestimmend für die Schwere einer Erkrankung. Es gibt Kinder welche relativ  schnell hohes Fieber bekommen und andere Kinder fiebern nur sehr schwer. So kann es durchaus sein, dass ein Kind mit mäßigem Fieber mehr „leidet“ oder schwerer erkrankt ist, als ein anderes Kind mit hohem Fieber.

Man spricht von

  • erhöhter Temperatur von 37.5° – 37.9° C
  • Fieber von 38.0° – 39.4° C
  • hohem Fieber von 39.5° – 40.0° C
  • ab 40.5° C kann es lebensbedrohlich werden!

Das Kind hat bei Fieber einen erhöhten Herzschlag und  häufig eine beschleunigte Atmung.
In folgenden Situationen auf jeden Fall immer den Kinderarzt informieren !

  • Fieber STEIGT über 39.5° C
  • der fiebernde Säugling ist jünger als 6 Monate
  • bei unklarem Schmerzgeschrei
  • zusätzlich Durchfall und/oder Erbrechen
  • starker Kopfschmerz und /oder Nackensteifigkeit eintritt
  • Atembeschwerden und Atemnot
  • Fieberkrämpfe
  • Gelenkschwellung und/oder -schmerzen
  • 3 Tage mäßigem Fieber
  • bei Unsicherheit bzgl. Fieber/Krankheit etc.

Pflege bei Fieber-Kindern

Dem Patient viel zu Trinken anbieten; das Essen ist nicht so wichtig.

Die Getränke dürfen gerne gesüßt sein – wichtig ist dass der kleine Patient viel trinkt. Kinder verweigern häufig das Trinken, bei älteren Kindern kann man das Getränk mit Strohhalm oder Trinklerntasse anbieten.

Während dem Ansteigen des Fiebers (geht häufig mit Schüttelfrost einher) die Kinder warm halten. Darauf achten dass die Kleidungsstücke aus Naturfasern bestehen. (am besten 100% Baumwolle oder Seide).

Wenn das Fieber seinen individuellen Höhepunkt erreicht hat, fangen die Kinder an zu schwitzen und strampeln sich frei. Nun sollte man sie ausziehen – vor Zugluft schützen –  und feuchte, verschwitzte Kleider selbstverständlich wechseln.

Fiebernde Kinder bitte nie alleine lassen ; möglichst in Sichtnähe aber immer in Rufnähe bleiben. Die Kinder nachts bei sich schlafen lassen.

Temperaturkontrolle

Das Fieber möglichst immer rektal (im Po) messen. Ältere Säuglinge und Kleinkinder wehren sich häufig gegen dieses unangenehme Prozedere. Auch wenn es schwer fällt konsequent  Fieber zu messen; irgendwann verstehen die Kinder den Vorgang, oder stellen einfach nur fest, es ist ja nicht so schlimm.

Ich habe mir ein Fieberthermometer mit Piep angeschafft, und den hört man nur wenn das Kind still und ohne Geschrei liegen bleibt. Also liebes Kind ganz still sein und mitlauschen wann es piept ..

Die Anweisung des Kinderrztes in Bezug auf Fieberkontrolle beachten!

 

Fieber ist wichtig für den Patienten um Bakterien, Viren usw. zu bekämpfen. Daher fiebersenkende Maßnahmen  mit dem Kinderarzt abstimmen.

Fiebersenkende Maßnahmen

Wickel
Wadenwickel und Brustwickel bei hohem Fieber anwenden; ABER nur wenn Hände und Füße des Patienten heiß sind. Kalte Extremitäten sind ein Zeichen dass der Kreislauf zentralisiert ist, d.h. Hände und Füße sind schlecht durchblutet und die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruches ist groß. Das belastet das Kind noch viel mehr.

Wadenwickel
Man benötigt: Zwei kleine Gästetücher und zwei Handtücher sowie ein Molton oder dickes Badetuch als Unterlage für das Bett. Die Gästetücher werden in kaltes Wasser getaucht, ausgedrückt und um die Waden (einzeln) gewickelt. Handtücher drum herum, leicht zudecken und den Wickel 10 Minuten belassen. Den Wickel entfernen, 10 – 15 Minuten pausieren und den ganzen Vorgang noch einmal wiederholen.

Brustwickel
Man benötigt: Handtuch, dickes Badetuch als Unterlage und Duschtuch oder ein Kapuzenhandtuch.  Handtuch in lauwarmes Wasser tauchen, ausdrücken und auf das dicke Badetuch legen. Das sitzende Kind legt sich nun auf das feuchte, lauwarme Handtuch, dieses wird über der Brust zusammengelegt. Ein trockenes Duschtuch um das Kind wickeln und es leicht zudecken. Keine Zugluft! Der Wickel bleibt 10 – 15 Minuten liegen und kann nach weiteren 15 -30 Minuten wiederholt werden.

Ute

Fieberzäpfchen oder Fiebersaft
Fieberzäpfchen sind meist auch Schmerzzäpfchen (z.B. ben-u-ron)

Sie sollten nach Absprache mit dem Kinderarzt verabreicht werden. Es sind Medikamente!

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Homöopathische Globulis können ebenfalls helfen fiebernde Kinder zu unterstützen. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Globulis einzusetzen je nach Verlaufsform. Es gibt nicht das „Fieberglobuli“. Hier ist die Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wichtig!

Fieberkrämpfe

treten meist am 1. Infektionstag auf – also während dem Fieberanstieg. Kinder zwischen 8 Monaten und 4 Jahren sind besonders gefährdet. Ein Fieberkrampf kann bis zu 15 Minuten andauernd und das Kind muss in jedem Fall ärztlich behandelt werden. Meist wird ein Kinderklinikaufenthalt empfohlen. Einmal Fieberkrampf heißt NICHT immer Fieberkrampf. Nur 10 – 20 % aller Kinder bekommen wiederholt Fieberkrämpfe.

Fieberursachen

  • Sonneneinwirkung
  • Überhitzung durch z.B. falsche Kleidung (Babys – warm angezogen
    im geschlossenen Kinderwagen – auf welchen die  Sonne scheint ….)
  • Zahnen
  • Dreitagefieber
  • Erkältungskrankheiten – Virusinfektionen
  • Durchfall und / oder Erbrechen
  • Kinderkrankheiten
  • Harnwegsinfekt
  • Hirnhautentzündung
  • Stress (psych. bedingtes Fieber)
  • Entzündliche Prozesse im Körper z.B. Blinddarm
  • und vieles mehr ….

Allgemeinzustand des Patienten

Wie bereits zu Beginn erwähnt ist nicht die Höhe des Fiebers allein bestimmend für die Schwere einer Erkrankung.  Es ist wichtig sich das Kind immer wieder bewusst anzuschauen. Ist der Kopf hochrot oder blass und durchscheinend.

Sind Hände und Füße kalt oder heiß; ist das Kind ansprechbar oder reagiert es auf Ansprache sehr schlecht oder womöglich gar nicht. Ist es unruhig, weinerlich, abweisend, interesselos, zuwendungsbedürftig, oder, oder, oder .

Bei schlecht trinkenden Kindern ist insbesondere darauf zu achten ob der kleine Körper auszutrocknen beginnt (vor allem bei Durchfall!).

Zeichen dafür sind:  eingefallene Fontanelle, tief liegende Augen, Trinkverweigerung, obstiger Geruch des Atems, bleiben die Hautfalten stehen bzw. verstreichen sie nur langsam.

Es ist immer von Vorteil wenn man den Zustand des Kindes am Telefon schon beschreiben kann. Die Arzthelferin kann dann viel eher einordnen dem Kind geht’s wirklich schlecht oder mit bedächtiger Ruhe macht man auch nichts verkehrt.

Zum Schluss noch einen Hinweis, dem Kind ist eher geholfen in einer ruhigen Atmosphäre in leicht abgedunkeltem Zimmer. Auf äußere Reize wie Fernsehen und Musik hören, sollte möglichst verzichtet werden. Die Kinder ziehen sich von alleine in eine Couchecke oder ins Bett zurück wenn sie sich nicht gut fühlen. Und wir besorgten Eltern  müssen nicht für Ablenkung und Beschäftigung sorgen wenn es vom Kind nicht angefordert wird. Es gibt Kinder die nicht einmal angefasst oder gestreichelt werden möchten wenn sie krank sind , und andere sind anhänglich und lassen Mutter und Vater  nicht von der Seite. Man muss beides akzeptieren.

Trinken ist sehr wichtig, darauf sollte man bestehen; das Essen kann ruhig mal stehen bleiben. Das heißt nicht, dass man es nicht anbieten sollte. Aber keine Überredungskünste und Zwänge ausüben. Bei Trinkverweigerung auch den Kinderarzt informieren.

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Gute Besserung
wünscht euch Ute

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Wichtiger Hinweis: Diese Seite soll Dich informieren und Dir wertvolle Informationen zur Kinderkrankenpflege geben. Sie ersetzt nicht den Besuch bei einem Kinderarzt. Ich wünsche gute Besserung!

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……. sind auch Sorgenkinder … obgleich diese Rubrik auch in die „Babypflege“ thematisch gepasst hätte. …

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