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Hautkinder

……. sind auch Sorgenkinder … obgleich diese Rubrik auch in die „Babypflege“ thematisch gepasst hätte.

Ich möchte hier einige geradezu typische Hauterscheinungen beschreiben, Wege der Hilfe aufzeigen, und vielleicht auch die ein oder andere Erklärung liefern zur Problemhaut.

Babyakne

tritt meist in den ersten 6 – 8 Wochen auf; sieht bedenklich aus, ist in der Regel aber völlig harmlos. Die weißt gerötete und auf, die Haut wirkt und ist etwas „erhaben“. Auch Mitesser können auftreten – die Haut sieht aus wie in der Pubertät. Nach einigen Wochen tritt eine Spontanheilung ein, die Haut wird wieder rosiger, und sämtliche und Pappeln verschwinden. In seltenen Fällen muss mit Arzneimitteln (Cremes/Salben) eingegriffen werden – meistens wenn sich die Haut entzündlich verändert.

Mein Tipp:

Betrifft grundsätzlich ALLE Hauterscheinungen!

Lege das Köpfchen deines Babys immer auf eine Mullwindel. Achte darauf, dass sie stets trocken ist – Speichel und ausgespuckte Milch enthalten reizende Stoffe welche die angegriffene Haut zusätzlich reizen. Auch wenn du dein Kind auf den Arm nimmst, packe eine Mullwindel zwischen dich und das Gesichtchen. Die unterschiedlichen Materialien von Pullis, T-Shirt, Hemden usw. stellen jedes mal neue Reize dar.

Außer Mamas und Papas sollte NIEMAND mit den Händen in Babys Gesicht herum „fummeln“. Seifenreste, … , Bakterien usw. landen auf der ohnehin gereizten Haut – das gilt es zu vermeiden.

Keine Parfüms auf der Kleidung „tragen“ – es reizt die Haut, aber auch die Schleimhäute und Babys Näschen ist viel empfindlicher als wir denken.

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Hautreizungen im Gesicht

Häufig tritt sie im Alter von ca. 4 Monaten auf – oft parallel zur ersten Beikost. Gerötete Bäckchen, bis hin zu „wund sein“ im Gesicht; trockene, fast rissige Bäckchen und auch am Kinn. Manchmal wund oder eingerissen hinter den Ohren.

Das sind typische Symptome von hautempfindlichen Kindern, die auf ihren eigenen Speichel reagieren. In diesem Alter beginnt extrem das sabbern (speicheln) und damit das bereitstellen von Verdauungsenzymen. Mit den Fäustchen und Fingerchen wird in und um den Mund herum „geschafft“. Zahnen wird vermutet – kann, muss aber nicht sein.

Wenn es hinter dem Ohrläppchen wund oder rissig rot wird, beobachte mal, ob dein Kind im Schlaf den Speichel aus dem Mund laufen lässt. Dieser läuft direkt hinters Ohr ……. und greift dort die Haut an.

Abhilfe schafft einmal die „Windelmethode“ wie oben beschrieben, und häufiges Fingerchen abwaschen und abtrocknen. Auch eine Wundschutzcreme kann auf die Hautstellen zum Schutz aufgetragen werden.

Reaktion auf Beikost – also Allergie findet in der Regel nicht nur im Gesicht statt :o) . Besonders betroffen sind auch Babys die oft und gerne per Bäuerchen Teile der Mahlzeit hoch bringen.

Milchschorf

Woher Milchschorf kommt ist nach wie vor ungeklärt. Solange er nur die Kopfhaut betrifft, ist er normalerweise harmlos. Ein Hinweis auf eine „Milchallergie“ ist er nicht. Zieht sich der Milchschorf ins Gesicht hinein – ganz typisch auch in den Augenbrauen – sollte auf jeden Fall der Kinderarzt die Sache beurteilen.

Der normale Milchschorf wird einfach mit einem hochwertigen Öl eingeölt. Z.B. Olivenöl oder auch das pflegende Mandelöl. Mit den Fingern einmassieren, mindestens 2 Stunden einwirken lassen, und dann beim baden mit wenig Babyshampoo wieder abwaschen. Dieses Prozedere muss vielleicht noch einmal wenige Tage später wiederholt werden.

Milien

sind kleine Talgdrüsen, sie sehen aus wie minikleine Eiterpickelchen. Sie treten meist auch in den ersten Lebenswochen auf und sind völlig harmlos. Nicht daran herum drücken; einfach ignorieren. Sie kommen alleine und gehen alleine :o) entstehen durch die mütterlichen Hormone.

Schweißfriesel

sind leicht gerötet, die Haut fühlt sich rau und rubbelig an. Typischerweise sitzen sie an Stellen die normalerweise mit Kleidung bedeckt sind. Am Nacken, Oberkörper und den Armen. Sie entstehen durch Überhitzung bei Wärmestau.

Achte auf leichtere Kleidung! Und sorge für eine gute Raumluft und Temperatur. Zu warm lässt dein Kind schwitzen – und es entstehen diese Friesel. Harmlos und nur durch weniger Wärmezufuhr zu behandeln.

Storchenbiss

ist ein Muttermal welches als rosafarbener Fleck auf der Stirn, manchmal am Augenlid und ganz oft am Hinterkopf auftritt. Der Fleck ist auf eine Erweiterung der Kapillargefäße (Blutäderchen) zurück zu führen. Die meisten „Storchenbisse“ verschwinden im 1. Lebensjahr. Den am Hinterkopf hat man oft Lebenslänglich :o) – ist dann aber unter den Haaren versteckt.

Windel-Pilz oder Soor

meist einfach „das Kind hat Soor“ genannt. Er kann im ganzen Windelalter auftreten – und häufig bekommen die Babys den Soor über den Geburtskanal mit.

Ein „mitgebrachter“ Soor tritt meist schon in den ersten beiden Lebenswochen auf. Einmal ist der Windelbereich befallen, stark gerötete Haut, mit weißen Belägen. Auch Papeln und Pusteln können erkennbar sein. Neben einer entsprechenden „Soor-“ welche auf die betroffene Haut aufgetragen wird, sollte der Mund des Babys beobachtet werden.

Wenn weiße Beläge sich in der Mundhöhle zeigen kann es sich um eine Pilzinfektion handeln. Versuche dann, den Belag vorsichtig weg zu wischen (mit Mullwindel). Verschwindet er, war es nur Milch von der letzten Mahlzeit. Bleibt der Belag muss das Baby auch oral also mit einem „Saft“ behandelt werden. Stillkinder können den Soor auf die Brust übertragen – genauso umgekehrt. Also muss auch die Brust behandelt werden um eine weitere Infektion zu vermeiden.

Bei Pilz-Verdacht immer zum Kinderarzt gehen – die Salben etc. sind auch verschreibungspflichtig!

Häufiges Windelwechseln ist sinnvoll – der Pilz wächst im feucht-warmen Milieu optimal. Vor allem ältere Babys dürfen im Sommer auch mal ohne Windel spielen und strampeln. Luft tut gut.

Windelausschlag – Wundsein

kann in jedem Windelalter auftreten und durch verschiedene Ereignisse begünstigt werden.

Zunächst solltest du wissen, dass das Wundsein durch die Feuchtigkeit in der abgeschlossenen Windel entsteht, und die Reibung das ganze fördert.

Reibung findet zwischen Windel und Haut statt, aber auch zwischen den Hautfalten selbst. Pobacken, die Leisten, Hautfalten allgemein.

Begünstigt wird das Wundsein durch häufigen dünnen Stuhlgang, in Kombination mit dem Urin. Urin setzt Ammoniak frei, und dieses wiederum lässt die im Stuhl befindlichen Verdauungsenzyme wieder arbeiten. Rötung und Reizung der Haut sind die Folge.

Als Pflegeöl eignen sich

  • Calendulaöl kbA (Ringelblumeauszug in hochwertigem Pflanzenöl = heilende Wirkung)
  • Macadamianussöl kbA wenn es ganz neutral sein soll alternativ
  • Mandelöl kbA = kontrollierter biologischer Anbau

vorsichtig tupfend evtl. Stuhlreste entfernen – wunde Haut tut sehr weh!

Wundsein wird häufig im Zusammenhang mit dem Zahnen beobachtet. Die Veränderungen im Körper des Kindes können hin zu Hautreaktionen führen. Ich habe es bei einem meiner Söhne wirklich „hautnah“ erlebt!

Manche Babys reagieren auf Säuren aus Säften und Obst(gläschen). Selbst bei Stillkindern ist diese Reaktion ab und an zu beobachten. Hier gilt in erster Linie diese Produkte/Reizstoffe zu vermeiden.

Als Begleiterscheinung von Durchfallserkrankungen und anderen „Kinderkrankheiten“, wenn der Körper und seine Abwehr geschwächt sind.

Häufiges Wickeln, Frischluftbäder, fönen, Sitzbäder (in einer Schüssel oder im Waschbecken), pflegende Öle und heilende Salben können den Zustand mildern und die Selbstheilung der Haut günstig beeinflussen.

Häufiges Wickeln im Falle des Wundseins würde ich immer zu einer Einmalwindel raten, da die Einwegwindeln heute so ausgelegt sind, dass die Feuchtigkeit gut aufgenommen und ins Windelinnere geleitet wird. Das Baby liegt trockener als mit einer Waschwindel möglich ist.

Frischluftbäder im Sommer problemlos durchführbar, im Winter sollte der „Frischluftplatz“ gut warm und zugfrei sein. Solange wie möglich Luft an den Po lassen.

Fönen nach jedem Wickeln, trocken tupfen, und gründlich mit lauwarmem Strahl fönen. Achtung, Verbrennungsgefahr – immer eine Hand im Luftstrahl bewegen. Außerdem kleine Jungs immer auf den Bauch legen; sollten sie lospinkeln, darf der Urinstrahl keinesfalls in den Fön gelangen! Lebensgefahr – Stromschlag!

Sitzbäder zwei mal täglich wäre günstig. In einer Schüssel oder im Handwaschbecken Wasser richten (37° C) und entweder ein verordnetes Medizinbad anrichten oder

  • Kamillenteebeutel vorher überbrühen und den Kamillentee zum Wasser geben (nicht bei Kamillenempfindlichkeit)
  • 1 Tropfen Lavendel ang. ins Wasser (ein Tropfen reicht wirklich)
  • Calendulaöl mit etwas Honig oder Muttermilch verrühren und ins Wasser geben; Honig begünstigt zusätzlich die Heilung genau wie Muttermilch

Po- hier kann ich aus leidvoller eigenen Erfahrungen immer wieder nur eine empfehlen. Palliativ – eine Wundschutzcreme aus der Apotheke. Es gibt keine die ich nicht probiert habe – nur Palliativ half bei meinem superwunden Kind. Und günstig ist sie außerdem.

Interessante Pressemeldung aus der Medical Tribune; März 2003

Rothaut macht Babys Haut stark

STOCKHOLM – Babys sind zart behäutete Geschöpfe. So zart, dass nicht nur Möhrensaft für Farbe sorgt. Schon viel früher sind die Kleinen mitunter kräftig rot gescheckt. Was nicht auf Säuglingspestilenzen, sondern vielmehr auf eine wunderbare Abwehrlage hindeutet. Denn – der Babypelz will vor den Widrigkeiten der Welt wohl geschützt sein. Und das wird sogar sichtbar. Denn Mutter Natur baut vor und mobilisiert schon im Mutterleib ein Geschwader aus weißen Blutkörperchen. Diese gehen sprichwörtlich unter die Haut und marschieren flugs genau dorthin. Ergänzt wird der eingebaute Hautschutz durch immunsystemeigene Stoffe. Die wirken fast wie ein Antibiotikum, geben Bakterien im Falle eines Überfalls kräftig eins auf die Mütze und zücken so die rote Karte. Darum sind die roten Flecken auf der Zeichen für eine bestens funktionierende Abwehr.

MT-Online D, SW – Mitteilung des Karolinska-Institut; Freitag, 7. März 2003

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3 3 Kommentare

  1. ich finde dich und deine seite wirklich prima, daumen hoch!!! ich und bestimmt ganz viele andere mütter würden sich freuen dich auf facebook zu sehen. den deine seite ist wirklich toll und hat mir viel geholfen… schon allein das mit dem starken speicheln, denn ich war hin und hergerissen ob mein kleiner prinz vill schon zahnt doch er ist erst 3 monate alt und zeigt ansonsten auch keine anzeichen von schmerzen die ihn plagen könnten… also ein ganz ganz dickes lob an dich, die arbeit hat sich gelohnt!

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