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Allergieprophylaxe

Wichtige Infos für Stillende und HA-Eltern !

Es gibt in unserer Generation frischgebackener Eltern wohl kaum Jemanden ohne Allergiekontakt. Entweder leidet Mann/Frau selbst oder unsere  Geschwister oder Eltern können von einer Reihe Allergien und Unverträglichkeiten berichten. Diese Leidensgeschichten und Tatsachen möchte man seinem Baby natürlich ersparen.

Es ist viel geschrieben und diskutiert worden in den letzten 20 Jahren rund um die Allergieprophylaxe. Weiter unten gibt es die Möglichkeit die Entwicklung etwas zu verfolgen. Studien und Meinungen von Fachleuten und viele gut gemeinte Tipps und Ratschläge. Im Jahr 2011 stellt sich die aktuelle Empfehlung so dar:

  • 4 Monate ausschließlich stillen oder
  • 4 Monate HA-Anfangsnahrung
  • ab dem 5. Monat Einführung der Beikost
  • ab dem 6. Monat kann bereits intaktes Milcheiweiß in Form von Kuhmilch oder Babynahrung im Rahmen der Milchbreiherstellung eingeführt werden
  • ab dem 7. Monat gibt es keinen Beweis mehr dafür dass HA-Nahrung weiterhin Sinn macht

Bereits seit Sommer 2009 geht es in diese Empfehlungsrichtung. Diverse Elternzeitungen haben sich der Thematik schon angenommen und hurra, die Eltern können wieder entspannter mit dem Thema Löffelkost und Allergieprophylaxe umgehen.

Auf meinen Seiten gab es nicht wirklich viel zu überarbeiten, da ich die Natur als Lehrmeister stets geachtet habe. So gab es schon immer von mir den Hinweis, dass die kindliche Neugierde, das Interesse an Beikost zu befriedigen ein wichtiger Schritt für das Kind und seine Entwicklung ist. Und die wenigsten Babys interessieren sich dafür erst im zweiten Lebenshalbjahr. Die Natur ist klug und ich habe mich immer an ihr orientiert.

Grundsätzlich biete ich eine Orientierung mit den Ausarbeitungen. Und dann und wann gibt es auch ärztliche Empfehlungen ein Jahr HA zu füttern, beispielsweise bei Babys die kleinere Reaktionen auf normale Babynahrung hatten aber keine Allergie festgestellt werden konnte. So wird sicherlich jedes Elternpaar für sich die richtigen Empfehlungen finden.

Für bis zum 4./5. Monat gestillte, gesunde Babys gilt, keine HA Nahrung mehr einführen. Die schmeckt dem Stillbaby sowieso nicht und ärgert es nur. Stillmamas lesen bitte in der Rubrik Brei  weiter.

 

pina infoline

Hier der Link zu einer fachlichen Seiten „pina e.V. für ein Leben ohne Allergien und Asthma“.

 

Soja

Soja wird zur Allergieprävention nicht empfohlen. 15 – 50 % der Kuhmilcheiweißallergiker reagieren auch auf Sojaeiweiß.

Allergieprävention durch Probiotika

Neuere Erkenntnisse weisen auf die Bedeutung der Darmflora für die Entstehung und Behandlung allergischer Erkrankungen hin. Speziell gezüchtete Bakterienstämme, sog. Probiotika, wurden an Schwangere im letzten Monat der Schwangerschaft sowie während der Stillzeit verabreicht. Die atopische Dermatitis beim Kind konnte um 50 % verringert werden.

(Für mich unklar blieb ob das Kind selbst die Probiotika zur Muttermilch bekommen hat, oder die stillende Mutter …. ist nicht eindeutig im Bericht ausgedrückt – logisch wäre aber, dass das Baby die Probiotika bekommen hat. Mir ist durch eine Kinderkrankenschwester-Kollegin bekannt dass auf einer Frühgeborenenstation gerade eine klinische Studie mit Probiotika läuft)

Die bisherigen Ergebnisse zur primären Prävention mit Probiotika sind bislang noch nicht in die allgemeinen Ernährungsempfehlungen eingegangen.

(Es gibt keine Babynahrung ab Geburt mit dem Zusatz Probiotika, Muttermilch enthält dagegen prebiotische Ballaststoffe welche die Darmflora begünstigen)

Späte Einführung von Beikost

Nur in wenigen Studien wird der präventive Effekt später Beikosteinführung als – wenn auch nicht einzige – Präventionsmaßnahme beurteilt. Dabei zeigt sich, dass die Einführung einer wenig diversifizierten Beikost nach Ende des 4. Lebensmonats einen allergiepräventiven Effekt nicht nur auf die Nahrungsmittelallergie und die atopische Dermatitis, sondern auch auf späteres Asthma und Pollenallergie hat.

Für eine endgültige Beurteilung der Rolle der Beikost wäre eine randomisierte und gut kontrollierte Studie wünschenswert.

Derzeitige Ernährungsempfehlung zur primären Allergieprävention

  • Stillen 4 – 6 Monate
  • versehentliche Fütterung von Fremdprotein sollte vermieden werden
  • wenn zugefüttert werden muss per Flasche dann HA-Nahrung
  • Beginn einer wenig abwechslungsreichen Beikostfütterung nach dem 4. Monat

Unter dem Artikel befindet sich der Hinweis „Literatur beim Verfasser“ siehe oben.

Wenn die Allergieprophylaxe aus medizinischer Indikation streng milchfrei gehalten werde soll oder eine Milchallergie vorliegt  empfehle ich das Buch „milch-frei“ von Anja Weygandt. Während im ersten Jahr beim Einsatz von Babynahrung noch zuverlässige Produktaussagen gemacht werden bezüglich Milcheiweiß oder Milcheiweißspuren wird es mit zunehmendem Alter schwieriger die (kleinen) Patienten bzw. Stillende milchfrei zu ernähren. Das Buch gibt folgende Infos:

Weitere Veröffentlichungen zum Thema Allergieprophylaxe

Haben Babytees Einfluss auf die Entstehung allergischer Reaktionen?

Welche Untersuchungen gibt es darüber?  (03/2002)

Prof. Ulrich Wahn, einer der bekanntesten Allergologen gab hierzu folgende

Antwort in der Fachzeitschrift „Pädiatrische Praxis“ Ausgabe 04/02. Ich

übernehme (aus rechtlichen Gründen) sinngemäß seine Antwort.

Bisher wurde der Einfluss von Kamille- oder Fenchelbabytee nicht

systematisch untersucht. Aus den Studien, z.B. MAS (multizentrische

Allergiestudie) kann geschlossen werden, dass – sollte es überhaupt einen

Einfluss geben – dieser extrem gering sein muss. Prof. Wahn empfiehlt daher, die Eltern nicht unnötig zu neurotisieren und die Verwendung von Babytees auch bei erkennbar erhöhtem Allergierisiko zu akzeptieren.

Ernährungs- und Allergieprophylaxe Historie

Die Studien zur „Allergieprävention“ der vergangenen Jahre, initiiert durch die Hersteller der H.A. Nahrungen, waren zumeist nur Akzeptanzstudien. (Akzeptanzstudie = Verträglichkeit, Verdauung, Gedeihen des Babys)

Aussagen, dass Stillen über 4 – 6 Monate die beste Allergieprophylaxe darstellt, beziehen sich erstmals auf Beobachtungen von Ärzten Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre in New York; hier konnte beobachtet werden, dass Kinder, welche als Babys besonders früh Beikost bekamen, (damals mit 3 Monaten) öfter an Allergien erkrankten, als Babys die 4 – 6 Monate ausschließlich gestillt wurden. Die Frischmilchflasche war damals nötig wenn nicht gestillt werden konnte.

Das Ernährungsspektrum hat sich in den letzten 20 – 30 Jahren komplett geändert. Frischmilch wich den besseren, und eiweißärmeren (und damit muttermilchähnlicheren) Babynahrungen, Beikost wurde in breiterem Maße gefüttert. (Säfte ab 8. Lebenswoche, Möhrchen ab 3. Monat)

Seit ca. 5 Jahren, wird nun Beikost erst nach dem 4. Monat empfohlen. Stillen ist mehr denn je wieder aktuell und sollte entsprechend gefördert werden – und nichtgestillten, allergiegefährdeten Babys werden so genannte HA-Nahrungen (seit 1986)  verabreicht.

Die Beobachtungen der 30er und 40er Jahre konnten in den letzten Jahren bestätigt werden. Keine Beikost in den ersten 4 Monaten!

Doch weder das lange ausschließliche Stillen, noch die Fütterung von HA-Nahrungen im 1. Lebensjahr haben den durchbrechenden Erfolg gebracht.

Allergien sind weiterhin im Vormarsch – warum und wieso ? Neurodermitiker sind genauso oft gestillt wie flaschenernährt. Aber Neurodermitis ist ja auch nicht unbedingt eine Allergie. Aber Neurodermitiker bekommen oft zusätzlich noch Allergien und Unverträglichkeiten. Was denn nun – fragen  sich nicht nur besorgte Eltern, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Mediziner.

Auch voll gestillte Säuglinge können eine Milcheiweiß- und/oder Hühnereiweißallergien entwickeln. Dieses Eiweiß wird von der Muttermilch zum Baby transportiert. Von der Natur so vorgesehen – stärkt diese Maßnahme auch das Immunsystem?! Deshalb sollten Stillende keine Ausschlussdiäten (also milch- oder eifrei) als Vorsichtsmaßnahme durchführen. Reagiert ein gestilltes Baby auf diese mütterlichen Nahrungsbestandteile müssen sie natürlich gemieden werden. Dann aber – sollte der Speiseplan der Mutter mit einer Ernährungsberater/in besprochen werden. Nur eine gut ernährte Mutter produziert eine optimal zusammengesetzte Muttermilch!

Im Moment bleiben uns die oben genannten Empfehlungen, und die Hoffnung mit den Studien die ich hiermit vorstellen möchte, auf Dauer verlässliche Aussagen zur Allergieprophylaxe zu erhalten. Gut Ding will Weile haben – und so können wir womöglich erst in einigen Jahren vernünftige und wissenschaftlich fundierte Rückschlüsse zwischen Ernährung und Allergie bekommen.

Und solange bleiben sämtliche Empfehlungen „unsicher“ und jede Aussage übers Stillen (Stilldauer etc.) genauso wie über die Verwendung von  Spezialnahrungen „sind Meinungen und Spekulation“ und entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Wissenschaftlich ist derzeit noch nichts bewiesen. Deshalb möchte ich auch eindringlich warnen vor „Diäten“ bei Stillenden und allergiegefährdeten Säuglingen welche aus gut gemeinter Motivation letztendlich zu einer Fehlernährung/Unterversorgung im Kindesalter führen können.

MAS – Studie (Multiallergie Studie)

Seit über 10 Jahren läuft die „MAS“Studie – eine Referenzstudie, bei welcher der natürliche Krankheitsverlauf der Atopie (Allergieentwicklung) im Kindesalter, die Bedeutung der frühkindlichen Allergenexposition sowie der passiven Tabakrauchexposition  für die Entwicklung der Atopieerkrankungen im Kindesalter (auch im Bronchialbereich) untersucht wird. Daneben sollen Voraussagewert von Frühindikationen (Einfluss familiärer Allergieerkrankungen, Genetik, immunologische Einflüsse) bestimmt werden. Weiterhin wird geprüft, ob in der Gruppe der Allergiekinder verstärkt Verhaltensauffälligkeiten allgemein oder  auch in der Eltern-Kind-Beziehung besteht.