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Allergieprophylaxe

Wichtige Infos für Stillende und HA-Eltern !

Es gibt in unserer Generation frischgebackener Eltern wohl kaum Jemanden ohne Allergiekontakt. Entweder leidet Mann/Frau selbst oder unsere  Geschwister oder Eltern können von einer Reihe Allergien und Unverträglichkeiten berichten. Diese Leidensgeschichten und Tatsachen möchte man seinem Baby natürlich ersparen.

Es ist viel geschrieben und diskutiert worden in den letzten 20 Jahren rund um die Allergieprophylaxe. Weiter unten gibt es die Möglichkeit die Entwicklung etwas zu verfolgen. Studien und Meinungen von Fachleuten und viele gut gemeinte Tipps und Ratschläge. Im Jahr 2011 stellt sich die aktuelle Empfehlung so dar:

  • 4 Monate ausschließlich stillen oder
  • 4 Monate HA-Anfangsnahrung
  • ab dem 5. Monat Einführung der Beikost
  • ab dem 6. Monat kann bereits intaktes Milcheiweiß in Form von Kuhmilch oder Babynahrung im Rahmen der Milchbreiherstellung eingeführt werden
  • ab dem 7. Monat gibt es keinen Beweis mehr dafür dass HA-Nahrung weiterhin Sinn macht

Bereits seit Sommer 2009 geht es in diese Empfehlungsrichtung. Diverse Elternzeitungen haben sich der Thematik schon angenommen und hurra, die Eltern können wieder entspannter mit dem Thema Löffelkost und Allergieprophylaxe umgehen.

Auf meinen Seiten gab es nicht wirklich viel zu überarbeiten, da ich die Natur als Lehrmeister stets geachtet habe. So gab es schon immer von mir den Hinweis, dass die kindliche Neugierde, das Interesse an Beikost zu befriedigen ein wichtiger Schritt für das Kind und seine Entwicklung ist. Und die wenigsten Babys interessieren sich dafür erst im zweiten Lebenshalbjahr. Die Natur ist klug und ich habe mich immer an ihr orientiert.

[aartikel]3827009286:left[/aartikel] Grundsätzlich biete ich eine Orientierung mit den Ausarbeitungen. Und dann und wann gibt es auch ärztliche Empfehlungen ein Jahr HA zu füttern, beispielsweise bei Babys die kleinere Reaktionen auf normale Babynahrung hatten aber keine Allergie festgestellt werden konnte. So wird sicherlich jedes Elternpaar für sich die richtigen Empfehlungen finden.

Für bis zum 4./5. Monat gestillte, gesunde Babys gilt, keine HA Nahrung mehr einführen. Die schmeckt dem Stillbaby sowieso nicht und ärgert es nur. Stillmama lies einfach bei der Rubrik „Brei“ (oben klicken) weiter.

Alles Gute wünscht Ute

pina infoline

Hier der Link zu einer fachlichen Seiten „pina e.V. für ein Leben ohne Allergien und Asthma“.

Ein wenig Historie zur Allergieprophylaxe

Es war einmal empfohlen ……

Mai 2006 – Hochinteressante Information zum Thema Allergieprophylaxe

zum Pressetext

Neuesten Erkenntnisse / Veröffentlichungen etwas weiter unten nachlesen

Sinnvolle Maßnahmen zur Allergieprophylaxe

  • keine felltragende Tiere und Vögel in der Wohnung oder engen Umgebung des Kindes (Dieser Punkt wird derzeit sehr kontrovers diskutiert.  Das Immunsystem reagiert toleranter auf Allergene wenn der Kontakt permanent besteht. Deshalb können Haustiere auch eine sinnvolle Maßnahme sein das Immunsystem zu stimulieren. Bestehen allerdings bereits Allergien „muss“ das Haustier nach Allergologenmeinung abgeschafft werden. – Sept. 01)
  • Zigarettenrauch unbedingt meiden
  • kein Schaffell im Bett des Kindes
  • Hausstaubmilbe sanieren (wie bei Tierhaaren – sanieren auf jeden Fall bei bestehenden Milbenallergiker in der Familie – ansonsten tolerieren)
  • die ersten 4 – 6 Monate Stillen oder eine H.A. Milch füttern
  • Beikost mit frühestens 4 Monaten; besser zum 6. Monat einführen (sofern Kind satt ….)
  • im 1. Lebensjahr keine Frischmilch- und Molkereiprodukte, keine Nüsse, kein Fisch und kein Hühnerei, Weizen zu meiden hat sich weder durchgesetzt noch bewährt, ist aber ständig in der Diskussion
  • Stillen und Allergieschutz – neueste (wenig erfreuliche) Ergebnisse http://www.medical-tribune.de/patienten/news/6258/. Ist sehr umstritten!

NEUE Infos zu: Patentierte prebiotische Ballaststoffe nehmen Einfluss auf Allergieprophylaxe!             25.06.06

eine Zutat in Babynahrungen (Aptamil und Milumil) die einen extra Hinweis meinerseits verdient. Durch intensive Muttermilchforschung (Milupa) gelang es mehr Wissen über die Inhaltsstoffe und deren Auswirkung auf das Gedeihen und die Gesundheit von Babys zu erlangen.

Die prebiotischen Ballaststoffe werden den Nahrungen zugesetzt, in gleicher Menge wie sie in Muttermilch natürlicherweise enthalten sind. Ihre Wirkungsweise ist daher auch vergleichbar.

Sowohl Muttermilch als auch die Nahrungen Aptamil und Milumil fördern eine gesunde, vielfältige Bifidusbakterienflora im Darm des Kindes. Der Darm, welcher ungefähr die Größe eines Fußballfeldes hat, ist durch die Bifidusflora sehr gut geschützt. Dank gut zusammengesetzter Bifidusbakterienflora, so Studienergebnisse, kommt es zu folgenden Vorteilen bei gestillten oder mit patentierten prebiotischen Ballaststoffen angereicherte Säuglingsnahrungen ernährten Säuglingen

  • 50 % Reduktion von schweren Infektionen (Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Infekte)
  • 50 % Reduktion von allergischen Hauterkrankungen (auch bei allergiegefährdeten Säuglingen)
  • muttermilchähnlicher, matschig weicher Stuhlgang —> löst auch bestehende Verstopfungen bei Säuglingen
  • stärkt insgesamt das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern

Die Ernährung ist also nur ein kleiner, aber wichtiger, Bestandteil der Prophylaxe-Maßnahmen. Frei nach dem Motto „läuft die Katze durch die Wohnung, hat eine H.A. Nahrung fraglichen Sinn“ (???). Leider wird zuviel in die Tragweite der Ernährung im ersten Jahr hineingedeutelt, und andere wichtige Maßnahmen teilweise komplett ignoriert. Zum anderen sind viele (werdende) Eltern durch ein H.A. Marketing (womit auch Kinderärzte und Zeitungen überschüttet werden) völlig verunsichert. Und auch Stillen allein kann die anderen Maßnahmen nicht ersetzen.

Keine Haustiere zu halten bei Allergiegefährdung findet genauso viele Fürsprecher wie Gegner. Es gibt genauso die Aussagen, dass Haustiere das Immunsystem stärken und damit Allergien vorgebeugt wird.

 

Interessante Pressemeldung vom 09.05.2006

Quantensprung bei Babynahrung

Wissenschaftliche Studien zeigen: Prebiotics von Milupa reduzieren Allergie- und Infektionsrisiko

München, 09.05.2006. Stillen ist das Beste für das Kind. Für alle Mütter, die nicht stillen können, hat Milupa spezielle patentierte Prebiotics entwickelt, die das Immunsystem so natürlich stärken wie keine andere Säuglingsnahrung. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden heute in München zwei aktuelle wissenschaftliche Studien dazu vorgestellt. Sie zeigen, dass die Prebiotics von Milupa das Risiko von allergischen Hauterkrankungen und wiederholten schweren Infektionen bei Säuglingen um rund 50 Prozent reduzieren können.

Auf einer Pressekonferenz in München wurden heute zwei aktuelle wissenschaftliche Studien präsentiert, die zeigen, dass die von Milupa entwickelten Prebiotics das Risiko von allergischen Hauterkrankungen und schweren wiederholten Infektionen bei Säuglingen erheblich reduzieren können. Vor dem Hintergrund, dass mittlerweile mehr als 20 Prozent aller Kinder von Allergien betroffen sind und alleine Infektionen der Atemwege für rund 20 bis 25 Prozent aller Arztbesuche im Kindesalter verantwortlich sind, eine kaum zu überschätzende Entwicklung.

Die erste Studie wurde mit 192 allergiegefährdeten Kindern an der renommierten Mailänder Macedonio Melloni Geburtsklinik unter der Leitung von Prof. Guido Moro durchgeführt. In der prospektiven, randomisierten Doppelblindstudie erhielten 98 Säuglinge HA Nahrung mit den Milupa-Prebiotics. Die 94 Kinder der zweiten Gruppe erhielten HA Nahrung ohne Prebiotics. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Nach sechs Monaten litten in der Prebiotics-Gruppe nur 10 Prozent aller Kinder an allergischen Hauterkrankungen. In der Kontrollgruppe waren hingegen mehr als 22 Prozent – also rund doppelt so viele Säuglinge – an Neurodermitis erkrankt. Prof. Guido Moro fasste die Resultate in München enthusiastisch zusammen: „Unsere Studie belegt wissenschaftlich, dass wir mit der von Milupa entwickelten hypoallergenen Säuglingsnahrung mit Prebiotics das Auftreten von allergischen Hauterkrankungen bei Kindern, die allergiegefährdet sind, um 50 Prozent gegenüber klassischer HA-Formulanahrung ohne Prebiotics reduzieren können.“

Auch die Infektionsrate, das zeigt die aktuelle klinische Studie des italienischen Kinderarztes Prof. Guarino von der Universität Neapel, lässt sich durch mit den von Milupa entwickelten Prebiotics erheblich einschränken. So litten in einer Studie, die mit 281 Kindern durchgeführt wurde in der Prebiotics-Gruppe nur halb so viele Säuglinge unter schweren wiederholten Atemwegsinfektionen wie in der Kontrollgruppe. Ein vergleichbares Ergebnis zeigte sich auch bei Durchfallerkrankungen.

Führende Vertreter der deutschen Ärzteschaft sehen in Prebiotika große Chancen für die Säuglingsernährung. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Prof. Berthold Koletzko vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München positiv über die Perspektiven der Prebiotika: „Angesichts der großen und wachsenden Zahl von Allergien in Deutschland sind die möglichen Wirkungen der Prebiotika auf die Regulation der Immunantwort von größtem Interesse“.

Milupa bewertet die Studienergebnisse als erneuten wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem Produkt, das der Muttermilch möglichst nahe kommt.  Bereits mit der Angleichung des Eiweißes an das der Muttermilch und der Einführung der für die Entwicklung des Gehirns so wichtigen langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LCP) in Säuglingsnahrungen hatte Milupa eine Vorreiterrolle.

Für weitere Informationen  Milupa GmbH  Stefan Stohl   stefan.stohl@milupa.de

Auch im Jahr 2004 fällt es Wissenschaftlern noch schwer klare Empfehlungen über die Dauer der Allergieprävention – Stillen bzw. HA-Nahrung und Einführungszeitpunkt der Beikost anzugeben. Nach wie vor wird empfohlen 4 – 6 Monate ausschließlich zu Stillen oder HA-Nahrung zu füttern. Beginnend mit dem 5. Monat, spätestens nach Abschluss des 6. Monats kann Beikost eingeführt werden. Ein interessanter Artikel dazu im Medical Tribune September 2004.

April 2005: Wie sich Kinderreichtum positiv auf die Allergieentwicklung von Müttern und Kindern auswirkt wurde hier veröffentlicht. Viel Nachwuchs, wenig Allergien.

10/2002

Zusammenfassung der Empfehlung von Fr. Dr. Andrea von Berg

aus dem Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Marien Hospitals in 46483 Wesel.

Es folgt die elterngerechte Zusammenfassung des Artikels „Primäre Allergieprävention durch nutritive Maßnahmen“ erschienen in der Fachzeitung „Kinderkrankenschwester“ Heft 10 Oktober 2002

Kursiv geschriebenes = eigene Ergänzungen und Hinweise die so nicht im Orginaltext standen.

Muttermilch

Muttermilch in den ersten 4 – 6 Monate bleibt die idealste Form der Ernährung für einen Säugling – mit oder ohne Allergierisiko. In unterschiedlichen Studien wurde der allergiepräventive Effekt untersucht mit kontroversen (widersprüchlichen) Ergebnissen. Es gibt die etwa gleiche Anzahl Studien die einen präventiven Effekt gezeigt haben, wie umgekehrt, es wurde kein präventiver Effekt festgestellt. Ob mit oder ohne präventiven Effekt, die Muttermilch bietet immer den Vorteil weil u. a. das Immunsystem stimuliert wird.

Zitat: Eine 17-jährige Verlaufskontrolle einer nicht selektierten Geburtskohorte bestätigt dies, indem diejenigen Kinder am wenigsten allergische Manifestationen hatten, die 4 – 6 Monate voll gestillt wurden, im Vergleich zu denen, die weniger als einen Monat bzw. länger als 6 Monate gestillt wurden. Zitatende Eine Aussage welche ich nicht frei übersetzen wollte um Missverständnissen vorzubeugen.

Muttermilch mit hypoallergener Diät der Stillenden

Muttermilch gilt als nicht hypoallergen – in sehr seltenen Fällen wird beim voll gestillten Kind eine Kuhmilcheiweißallergie beobachtet. Hier wird von den Experten noch diskutiert ob diese kleinen Antigenmengen normalerweise eher zur Toleranz als zur Sensibilisierung (Allergiebereitschaft) führen. 4 – 6-monatiges Stillen ist kein Garant für die Toleranz und Allergiefreiheit des Kindes. Die verschiedenen Nahrungsantigene der Muttermilch können noch während der Stillzeit zur atopischen Dermatitis (Hautekzeme) und/oder einer gastrointestinalen (im Darmbereich) allergischen Manifestation führen.

Aus diesem Grunde gibt es Ansätze über die allergenreduzierte Ernährung der Stillenden nachzuforschen. In einer vergleichenden Studie wurde dann festgestellt, dass die atopische Dermatitis im Alter von 6 Monaten und 4 Jahren tatsächlich reduziert werden konnte. Im Alter von 10 Jahren gab es keinen Unterschied mehr zur Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse konnten durch eine weitere vergleichbare Studie nicht nachvollzogen werden. So lautet die Empfehlung, wegen der Gefahr der Fehlernährung von Mutter und Kind keine vorsorgliche allergenreduzierte (hypoallergene) Ernährung durchzuführen. Eine konsequente Überwachung, durch den behandelnden Arzt, muss bei einer Diät der Stillenden gewährleistet sein.

Heimliche Flasche

Die Sensibilisierung durch die eigene Muttermilch ist nur einer der Gründe. Die „heimliche“ Flasche, verabreicht in den ersten Lebenstagen, wurde ebenfalls als Ursache für die Entwicklung der Allergien in der Stillzeit ausgemacht. In einer weiteren vergleichenden Studien, bei welcher Neugeborene bewusst für einen Tag Säuglingsnahrung erhalten haben (danach voll gestillt wurden) und weniger allergische Symptome bekamen. Daraus schließen die Experten, dass es nicht nur auf die Dosis sondern auch auf den Zeitpunkt bzw. die Zeitspanne ankommt.

Vereinzelt wurden Sensibilisierungen über die Haut (Bäder ?) und Inhalationen mit Nahrungsantigenen vermutet. Mehr wurde zu diesem Thema nicht beschrieben.

Hydrolysatnahrungen zur Atopieprävention

In zahlreichen Studien der jüngeren Zeit konnte der allergiepräventive Effekt mit extensiv (stark) und partiell (schwach) gespaltenem Eiweiß  gezeigt werden.

(Hierzu habe ich bereits vor einiger Zeit berichtet und die gängigsten Produkte aufgeführt Hier Sie decken sich mit den Angaben von Frau Dr. von Berg in der zitierten Fachzeitung. )

Im Artikel folgen noch weitere zitierte Studien unter verschiedensten Bedingungen mit teilweise widersprüchlichen oder kaum interpretierbaren Ergebnissen. Es wurde z.B. in einer Studie auch ein extra entwickeltes (nicht käufliches) Hydrolysat gegen kaufbare Produkte getestet. Unter anderem werden auch die GINI Ergebnisse aufgeführt. Diese habe ich ebenfalls vor einiger Zeit veröffentlicht. Link oben links!

Soja

Soja wird zur Allergieprävention nicht empfohlen. 15 – 50 % der Kuhmilcheiweißallergiker reagieren auch auf Sojaeiweiß.

Allergieprävention durch Probiotika

Neuere Erkenntnisse weisen auf die Bedeutung der Darmflora für die Entstehung und Behandlung allergischer Erkrankungen hin. Speziell gezüchtete Bakterienstämme, sog. Probiotika, wurden an Schwangere im letzten Monat der Schwangerschaft sowie während der Stillzeit verabreicht. Die atopische Dermatitis beim Kind konnte um 50 % verringert werden.

(Für mich unklar blieb ob das Kind selbst die Probiotika zur Muttermilch bekommen hat, oder die stillende Mutter …. ist nicht eindeutig im Bericht ausgedrückt – logisch wäre aber, dass das Baby die Probiotika bekommen hat. Mir ist durch eine Kinderkrankenschwester-Kollegin bekannt dass auf einer Frühgeborenenstation gerade eine klinische Studie mit Probiotika läuft)

Die bisherigen Ergebnisse zur primären Prävention mit Probiotika sind bislang noch nicht in die allgemeinen Ernährungsempfehlungen eingegangen.

(Es gibt keine Babynahrung ab Geburt mit dem Zusatz Probiotika, Muttermilch enthält dagegen prebiotische Ballaststoffe welche die Darmflora begünstigen)

Späte Einführung von Beikost

Nur in wenigen Studien wird der präventive Effekt später Beikosteinführung als – wenn auch nicht einzige – Präventionsmaßnahme beurteilt. Dabei zeigt sich, dass die Einführung einer wenig diversifizierten Beikost nach Ende des 4. Lebensmonats einen allergiepräventiven Effekt nicht nur auf die Nahrungsmittelallergie und die atopische Dermatitis, sondern auch auf späteres Asthma und Pollenallergie hat.

Für eine endgültige Beurteilung der Rolle der Beikost wäre eine randomisierte und gut kontrollierte Studie wünschenswert.

Derzeitige Ernährungsempfehlung zur primären Allergieprävention

  • Stillen 4 – 6 Monate
  • versehentliche Fütterung von Fremdprotein sollte vermieden werden
  • wenn zugefüttert werden muss per Flasche dann HA-Nahrung
  • Beginn einer wenig abwechslungsreichen Beikostfütterung nach dem 4. Monat

Unter dem Artikel befindet sich der Hinweis „Literatur beim Verfasser“ siehe oben.

Wenn die Allergieprophylaxe aus medizinischer Indikation streng milchfrei gehalten werde soll oder eine Milchallergie vorliegt  empfehle ich das Buch „milch-frei“ von Anja Weygandt. Während im ersten Jahr beim Einsatz von Babynahrung noch zuverlässige Produktaussagen gemacht werden bezüglich Milcheiweiß oder Milcheiweißspuren wird es mit zunehmendem Alter schwieriger die (kleinen) Patienten bzw. Stillende milchfrei zu ernähren. Das Buch gibt folgende Infos:

Weitere Veröffentlichungen zum Thema Allergieprophylaxe

Haben Babytees Einfluss auf die Entstehung allergischer Reaktionen?

Welche Untersuchungen gibt es darüber?  (03/2002)

Prof. Ulrich Wahn, einer der bekanntesten Allergologen gab hierzu folgende

Antwort in der Fachzeitschrift „Pädiatrische Praxis“ Ausgabe 04/02. Ich

übernehme (aus rechtlichen Gründen) sinngemäß seine Antwort.

Bisher wurde der Einfluss von Kamille- oder Fenchelbabytee nicht

systematisch untersucht. Aus den Studien, z.B. MAS (multizentrische

Allergiestudie) kann geschlossen werden, dass – sollte es überhaupt einen

Einfluss geben – dieser extrem gering sein muss. Prof. Wahn empfiehlt daher, die Eltern nicht unnötig zu neurotisieren und die Verwendung von Babytees auch bei erkennbar erhöhtem Allergierisiko zu akzeptieren.

Ernährungs- und Allergieprophylaxe Historie

Die Studien zur „Allergieprävention“ der vergangenen Jahre, initiiert durch die Hersteller der H.A. Nahrungen, waren zumeist nur Akzeptanzstudien. (Akzeptanzstudie = Verträglichkeit, Verdauung, Gedeihen des Babys)

Aussagen, dass Stillen über 4 – 6 Monate die beste Allergieprophylaxe darstellt, beziehen sich erstmals auf Beobachtungen von Ärzten Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre in New York; hier konnte beobachtet werden, dass Kinder, welche als Babys besonders früh Beikost bekamen, (damals mit 3 Monaten) öfter an Allergien erkrankten, als Babys die 4 – 6 Monate ausschließlich gestillt wurden. Die Frischmilchflasche war damals nötig wenn nicht gestillt werden konnte.

Das Ernährungsspektrum hat sich in den letzten 20 – 30 Jahren komplett geändert. Frischmilch wich den besseren, und eiweißärmeren (und damit muttermilchähnlicheren) Babynahrungen, Beikost wurde in breiterem Maße gefüttert. (Säfte ab 8. Lebenswoche, Möhrchen ab 3. Monat)

Seit ca. 5 Jahren, wird nun Beikost erst nach dem 4. Monat empfohlen. Stillen ist mehr denn je wieder aktuell und sollte entsprechend gefördert werden – und nichtgestillten, allergiegefährdeten Babys werden so genannte HA-Nahrungen (seit 1986)  verabreicht.

Die Beobachtungen der 30er und 40er Jahre konnten in den letzten Jahren bestätigt werden. Keine Beikost in den ersten 4 Monaten!

Doch weder das lange ausschließliche Stillen, noch die Fütterung von HA-Nahrungen im 1. Lebensjahr haben den durchbrechenden Erfolg gebracht.

Allergien sind weiterhin im Vormarsch – warum und wieso ? Neurodermitiker sind genauso oft gestillt wie flaschenernährt. Aber Neurodermitis ist ja auch nicht unbedingt eine Allergie. Aber Neurodermitiker bekommen oft zusätzlich noch Allergien und Unverträglichkeiten. Was denn nun – fragen  sich nicht nur besorgte Eltern, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Mediziner.

Auch voll gestillte Säuglinge können eine Milcheiweiß- und/oder Hühnereiweißallergien entwickeln. Dieses Eiweiß wird von der Muttermilch zum Baby transportiert. Von der Natur so vorgesehen – stärkt diese Maßnahme auch das Immunsystem?! Deshalb sollten Stillende keine Ausschlussdiäten (also milch- oder eifrei) als Vorsichtsmaßnahme durchführen. Reagiert ein gestilltes Baby auf diese mütterlichen Nahrungsbestandteile müssen sie natürlich gemieden werden. Dann aber – sollte der Speiseplan der Mutter mit einer Ernährungsberater/in besprochen werden. Nur eine gut ernährte Mutter produziert eine optimal zusammengesetzte Muttermilch!

Im Moment bleiben uns die oben genannten Empfehlungen, und die Hoffnung mit den Studien die ich hiermit vorstellen möchte, auf Dauer verlässliche Aussagen zur Allergieprophylaxe zu erhalten. Gut Ding will Weile haben – und so können wir womöglich erst in einigen Jahren vernünftige und wissenschaftlich fundierte Rückschlüsse zwischen Ernährung und Allergie bekommen.

Und solange bleiben sämtliche Empfehlungen „unsicher“ und jede Aussage übers Stillen (Stilldauer etc.) genauso wie über die Verwendung von  Spezialnahrungen „sind Meinungen und Spekulation“ und entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Wissenschaftlich ist derzeit noch nichts bewiesen. Deshalb möchte ich auch eindringlich warnen vor „Diäten“ bei Stillenden und allergiegefährdeten Säuglingen welche aus gut gemeinter Motivation letztendlich zu einer Fehlernährung/Unterversorgung im Kindesalter führen können.

MAS – Studie (Multiallergie Studie)

Seit über 10 Jahren läuft die „MAS“Studie – eine Referenzstudie, bei welcher der natürliche Krankheitsverlauf der Atopie (Allergieentwicklung) im Kindesalter, die Bedeutung der frühkindlichen Allergenexposition sowie der passiven Tabakrauchexposition  für die Entwicklung der Atopieerkrankungen im Kindesalter (auch im Bronchialbereich) untersucht wird. Daneben sollen Voraussagewert von Frühindikationen (Einfluss familiärer Allergieerkrankungen, Genetik, immunologische Einflüsse) bestimmt werden. Weiterhin wird geprüft, ob in der Gruppe der Allergiekinder verstärkt Verhaltensauffälligkeiten allgemein oder  auch in der Eltern-Kind-Beziehung besteht.

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