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Milchzähne – Zahngesundheit

Gesundes und schönes Gebiss setzt richtige Pflege der Milchzähne im Kindesalter voraus 

Weil der kleine Kiefer eines Babys nicht genügend Platz für alle späteren Zähne bietet, wachsen ihm zunächst Milchzähne. Diese haben eine wichtige Funktion und sollten daher sorgfältig gepflegt werden.

Das Milchgebiss in den ersten Lebensjahren

Der Milchzahn verdankt seinen Namen der milchigen, hellen Farbe. Die ersten Milchzähne treten etwa ein halbes Jahr nach der Geburt und somit bereits während der Stillzeit in Erscheinung. Insgesamt 20 Milchzähne sind beim Menschen angelegt, wobei wir jeweils im Unter- und Oberkiefer vier Backenzähne, zwei Eckzähne und vier Schneidezähne vorfinden. Bricht der erste Milchzahn durch, kann dies für das Kind mit großen Schmerzen verbunden sein. Dieser Vorgang wird zumeist von Durchfall und Fieber begleitet. Ursächlich hierfür ist jedoch nicht das Wachstum des Milchzahns, sondern vielmehr das Beißen auf Gegenständen, mit denen die Kleinen den Druck auf dem Kiefer zu lindern versuchen. Zunächst wachsen die oberen, dann die seitlichen Schneidezähne. Nachdem anschließend die ersten Backenzähne, die Eckzähne sowie die letzten Backenzähne gewachsen sind, ist das Milchgebiss komplett.



Weshalb die Pflege der Milchzähne so wichtig ist

Normalerweise fallen die Milchzähne bei Kindern zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr aus. Dabei werden sie von bleibenden Zähnen ersetzt. Weil die Milchzähne ohnehin eines Tages ausfallen, vertreten einige die Einstellung, dass deren Reinigung nicht unbedingt erforderlich ist. Doch dies ist ein fataler Irrtum. Denn die Milchzähne bilden das Fundament für ein gesundes Gebiss. Saugt das Baby an Daumen, Schnuller oder Spielsachen, so gelangen Karies-Bakterien in den Mund, welche sich anhand von Saugnäpfchen an Hartgeweben wie Zähne festhalten. Bei Kindern verbreitet sich Karies viel schneller als bei Erwachsenen. Weil der Zahnschmelz von Milchzähnen äußerst dünn ist, kann sich Karies hier sehr rasch ins weichere Dentin vorarbeiten und die darunterliegenden Nerven angreifen. Infektionen, welche vom Milchgebiss ausgehen, können das Allgemeinbefinden der Kleinkinder stark beeinträchtigen. Hat sich erst einmal eine Entzündung an der Wurzelspitze eines Milchzahnes entwickelt, können sogenannte Keimschäden entstehen, welche ggf. zu Verfärbungen oder gar Missbildungen an den bleibenden Zähnen führen können. Milchzähne besitzen darüber hinaus eine wichtige Platzhalterfunktion. Der erste bleibende Backenzahn hangelt sich gewissermaßen an dem letzten Milchzahn hoch. Fehlt allerdings dieses Klettergerüst, so landet der neue Backenzahn viel zu weit vorne. Oftmals führt dann an einer späteren kieferorthopädischen Behandlung kein Weg vorbei. Sofern ein Milchzahn im Frontbereich des Oberkiefers ausfällt, könnte es zu Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung kommen. Weil sich die Zunge zu weit nach vorne bewegen kann, klingen Z- und S-Laute merkwürdig. Das einzige Problem ist dieses Lispeln jedoch nicht. Denn unter ungünstigen Voraussetzungen führen die ständigen Bewegungen der Zunge zu einem offenen Biss nach dem Zahnwechsel. Dadurch können sich etwa die unteren und oberen Schneidezähne nicht berühren.

Weitere mögliche Spätfolgen bei Verlust eines Milchzahns

Im weiteren Verlauf können sich folgende Missstände einstellen:

– Weil das Kind auf der Seite mit der Zahnlücke durch den fehlenden Milchzahn nicht mehr korrekt kauen kann, wechselt es auf die andere Seite, oder zerkleinert die Nahrung nicht mehr richtig.

– Im gegenüberliegenden Kiefer kann der Zahn stärker herauswachsen und damit länger werden, weil ihm sein Gegenzahn (Milchzahn) fehlt. Eine Störung der Kaufunktion ist die Folge.

– Wurden gleich mehrere Milchzähne gezogen, können Störungen des Aussehens (Ästhetik) auftreten. Dies kann für das Kind belastend sein.
Diese Risiken dürfen nicht unterschätzt werden. So haben allein in Berlin rund 90.000 Kinder bis 6 Jahre zerstörte Milchzähne. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, sollten Eltern die Milchzähne ihrer Kinder ab dem zweiten Geburtstag nicht mehr nur ein- sondern zweimal täglich putzen. In dieser Zeit sollten die Kinder zudem einem Zahnarzt vorgestellt werden. Dieser prüft, ob alle Milchzähne vorhanden sind, diese korrekt in einer Reihe stehen und ob Korrekturen erforderlich sind. Angst vor dem Zahnarzt braucht der Nachwuchs bei einer Behandlung nicht zu haben. Denn bei einer Narkose werden die kleinen Patienten in einen Tiefschlaf versetzt. Durch eine zielgerichtete Prophylaxe kann der Zahnarzt zudem eine Kariesbehandlung am Milchgebiss verhindern. Hat sich Karies an den Zähnen verbreitet, kann der Zahn je nach Kariesfortschritt entfernt oder jedoch mit einer Füllung versehen werden.

Quellen:

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