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Trinkprobleme

Diese Seite bezieht sich auf die Trinkprobleme von flaschenernährten Babys. Solltest du als stillende Mama Trinkprobleme an/mit der Brust haben wende dich bitte an eine Stillgruppe. Vielleicht ist auch die Seite Zwiemilchernährung hilfreich für Dich.

Anlaufstellen für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern mit Essstörungen weiter unten.

Von Trinkproblemen spricht man, wenn jede Mahlzeit an der Flasche zu Stress bei Mutter/Vater und Kind führt. Es graut allen Beteiligten davor, weil die Mahlzeit „ewig“ dauert, bei (vielleicht vermeintlich) kleiner Trinkmenge, das Baby von beim Anblick der Flasche bereits schreit und wehrt. Es könnte auch sein das Baby meldet sich oft mehr als 6/7 Stunden nicht oder umgekehrt es will im Stundentakt trinken. Jeweils kleine Trinkmengen. Dabei läuft der gesamte Tagesablauf  fixiert aufs Baby ab. Hoffentlich klappt es dieses Mal besser, usw.

Im folgenden Text möchte ich einige mögliche Ursachen für das „schlechte“ Trinkverhalten des Babys aufzählen. Jede dieser „Ursachen“ wird dann noch mal beleuchtet, und ich drücke die Daumen, dass auch für Euch bald klar sein wird, was denn schief läuft und damit Abhilfe geschaffen werden kann.

Ursachen für Trinkproblem könnten sein

  • Baby zieht Vakuum in die Flasche
  • es schmeckt nicht
  • wechselnde Betreuungspersonen/ -orte
  • unruhiges Umfeld (Lautstärke, Beschallung)
  • Bedarf wird überschätzt
  • Nahrung verursacht beim Trinken schon Blähungen
  • Stuhlgang riecht meistens unangenehm
  • Baby spürt das ihm „seine“ Babynahrung nicht bekommt
  • es schläft zu selten, unregelmäßiger Wach- und Schlaf-Rhythmus
  • Saugerlochgröße unpassend
  • Nahrung klumpt (zu heißes Wasser verwendet?)
  • trinkschwaches, evtl. zu frühgeborenes Baby
  • Verunsicherung der Mutter, Unsicherheit gegenüber der Flaschenernährung etc.

Um der Ursache auf den Grund zu kommen solltest du für Dich einige Fragen beantworten können.

  • Wie hoch ist die Tagestrinkmenge?
  • Wie viel nimmt Dein Kind pro Woche zu (Nacktgewicht)

Die Tagestrinkmenge ist nicht unbedingt entscheidend. Orientierung über die durchschnittliche Trinkmenge findest Du auf den einzelnen Päckchen – ABER, wenn Dein Kind nicht auf die angegebene Menge kommt und trotzdem im Schnitt 150 – 200 g die Woche (bis zum 6. Monat) oder 100 g die Woche nach dem 6. Monat zunimmt, braucht Dein Baby einfach nicht mehr. Nimmt Dein Kind bei verhältnismäßig kleiner Trinkmenge gut zu, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen.

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Dein Kind trinkt wenig und nimmt außerdem schlecht zu; dann lies bitte weiter und stelle dir folgende Fragen

  • wie ruhig oder unruhig ist es während Babys Mahlzeit (Radio, Telefonate, Geschwisterkinder, Baustellenlärm, dazwischen aufstehen und herumlaufen)
  • wird Dein Kind von mehr als zwei Personen täglich gefüttert?

Es gibt sensible Kinder, welche volle Aufmerksamkeit bei ihren Mahlzeiten regelrecht einfordern. Vom festen „Fütterplatz“, zum Ablauf der Mahlzeit sollte alles ritualisiert sein. Bereits geringe Lärmpegel bringen manche Kinder schon aus ihrem Rhythmus. Hier hilft es sich voll auf diese Bedürfnisse einzulassen – ein Kind passt sich nur bedingt an.

  • wie viel Schlaf liegt zwischen den Mahlzeiten
  • trinkt Dein Baby während dem Einschlafen besser als im Wachzustand

Babys brauchen in den ersten 5 Monaten spätestens alle 3 Stunden ihren Schlaf. Wird dieser Moment der tiefen Müdigkeit verpasst, also das Kind nicht in sein Bett gelegt, ist es „irgendwann über die Zeit“. Die Folge, Unruhezustände mit Trinkverweigerung können auftreten. Ein Baby was nicht ausreichend satt ist, kann wiederum nicht gut schlafen, ein schlechter Kreislauf beginnt. Evtl. Hilfe über eine Schreiambulanz holen – hilft auch bei Einschlafproblemen – löst dann das Trinkproblem usw.   www.trostreich.de

Wenn das Kind während der Einschlafphase besser trinkt als im Wachzustand hat es meistens einen anderen Hintergrund. Der Verdacht liegt nahe dass das Baby ein Vakuum in die Flasche zieht.

  • das Baby zieht gierig an, saugt kräftig weiter, wenn man den Sauger aus dem Mund zieht stellt man eine Mini-Trinkmenge fest – obwohl es lange und gierig gesaugt hat
  • bei genauer Beobachtung sehe ich die Luftblasen ab und zu aufsteigen
  • wenn ich den Sauger aus dem Mund ziehe, zischt die Luft geradezu in die Flasche
  • je älter mein Kind wird, desto ungeduldiger wird es – nach ein oder zwei Minuten fängt es an mit den Armen zu rudern und schlägt nach der Flasche
  • ja, die Phase hatten wir, mittlerweile schreit das Kind bereits beim Anblick der Flasche

Solltest du mindestens einen Punkt mit JA beantworten können, kannst du von der Vakuum-Flasche ausgehen. Hier heißt es, die Trinkgewohnheit des Kindes zu verändern. Im Moment läuft beim trinken folgendes ab:

  • kräftiges ansaugen, schlucken, saugen, schlucken, saugen, schlucken ….

Was kann daran verkehrt sein wirst Du dich jetzt fragen. Mit dieser Weise zu trinken, ist der zunächst milchgefüllte Sauger schnell ausgesaugt, und auf Grund des Drucks der Zunge zum Sauger an den Gaumen kann sich der Sauger nicht mit Milch füllen. Man könnte auch sagen, der Sauger ist platt gesaugt. Dein Baby vergisst das „lockerlassen“, den Moment dazwischen, wo sich der Sauger wieder in seine Form stellt, die Luft zurück in die Flasche blubbern kann (also Luftblasen aufsteigen) und damit die Milch in den Sauger strömt um wieder geschluckt werden zu können. Das Trinken muss neu gelernt werden, damit das Baby

  • kräftig ansaugt, schluckt, locker lässt (die Luftblasen steigen in die Flasche hoch) derweil sich der Sauger mit Milch füllt und geschluckt werden kann. Saugen, schlucken, locker lassen, saugen, schlucken, locker lassen.

Hilfestellung zum Umlernen

  • Flasche locker zu drehen, damit über das Gewinde bereits ein Luftaustausch statt finden kann
  • versuche die Sauger der Größe 2 (ab 6. Monat), möglichst aus Silikon (sind fester)  auch wenn dein Baby jünger ist; ein großer Sauger im Mund kann besser „bearbeitet“ werden (mehr Saugerinfos weiter unten)
  • dem Baby den Trinktakt vorgeben; mit dem Mittelfinger außen ins Bäckchen (am Kieferwinkel) drücken, damit nach jedem „Saugvorgang“ der Mund sich lockert. Dabei kann man die Flasche auch etwas zur Seite kippen
  • die Flasche aber NICHT ständig aus dem Mund ziehen, damit wird das Baby auch verunsichert.

Automatisch werden sich die langen Trinkzeiten verkürzen; in vergleichsweise kurzer Zeit wird dein Baby mehr trinken. Damit kann es wieder besser schlafen, und allmählich wird es im Umgang mit der Flasche immer gelassener werden. DENN es erfährt ja, die Flasche macht satt!

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Hilfreiche Vorgehensweise

Dünnflüssige Nahrungen wie Aptamil Pre oder Aptamil HA Pre, die gleichzeitig sehr muttermilchnah sind, empfehle ich anderen Nahrungen vorzuziehen. Je dünnflüssiger die Nahrung, desto leichter lässt sich das Vakuumziehen auflösen und desto mehr trinken die Babys. Trotzdem die Sauger Gr. 2 verwenden, bei genannten Nahrungen für Tee.

Warum mir das NUK FIRST CHOICE System

im Moment am besten gefällt. Ich habe das System sehr genau unter die Lupe genommen und mir persönliche Rückmeldungen und Erfahrungswerte geholt von Eltern deren Kinder ein unkoordiniertes Saugverhalten hatten.

1. Es gibt zwei Saugergrößen. Die meisten Trinkproblembabys kommen zwar mit der Sauger Gr. 2 besser klar – aber eben nicht alle. Wichtig ist herauszufinden welche Größe dem Baby am besten passt – im wahrsten Sinne des Wortes. In jedem Fall muss ein guter Lippenschluss am Material sein. Und genau das funktioniert hervorragend bei NUK FIRST CHOICE.

2. Silikon funktioniert in aller Regel sehr gut – aber auch hier bestätigen Ausnahme die Regel. Und wenn ein Baby absolut ablehnend auf Silikon reagiert hat es mit der Latex-Variante die gleichen brustähnlichen Bedingungen.

3. Es ist Anwenderfreundlich. Das fängt an bei einer deutlichen Kennzeichnung der Lochgröße auf den Saugern, einem guten Handgefühl beim füttern und der Möglichkeit zwei Flaschengrößen zu variieren und kombinieren. Außerdem zeichnet sich die Flasche durch eine gute Standfestigkeit aus und sehr gutes Handling.

Eine weitere, nicht zu unterschätzende, Möglichkeit ….

Kinder haben auch ein intuitives Gefühl was ihnen bekommt und was nicht bekömmlich ist. Deshalb kann hinter einem „schlechten Trinkverhalten“ auch ein Hilferuf des Kindes stecken. Ich bekam schon Trinkverhalten von Säuglingen beschrieben, die mir durch die Schilderung der Mutter schon Klarheit verschafften. Was sollen die Kinder denn tun um uns Eltern klar zu machen „das bekommt mir nicht“? Außer Schreien und Trinkverweigerung bleibt ihnen keine andere „Sprache“. In einem Fall war es so drastisch, und die Mutter so besorgt, dass der behandelte Arzt die Mutter zur Behandlung zum Psychiater! schickte. Nachdem die Mutter auf meinen Rat hin von einer Milchnahrung auf eine Soja-Nahrung gewechselt hatte war innerhalb drei Tagen Ruhe beim Trinken eingekehrt, und das Gewicht des Kindes sprang geradezu in die Höhe. Warum nun dieses Kind  keine weiteren Symptome gezeigt hat (wie Hautausschläge) ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber ganz offensichtlich konnte es mit einer Milchnahrung nicht glücklich werden.

Siehe mehr zu Unverträglichkeiten unter gleichnamiger Rubrik!

Geschmackliche Ablehnung

Fatal finde ich auch die Variante des geradezu „hungernden Kindes“ wenn dem Baby die Nahrung nicht schmeckt. Das findet man zumeist unter H.A. ernährten Säuglingen, welche schon einige Monate alt sind, und teilweise wohlschmeckende Beikost bekommen. Erzwinge bitte nie die H.A. Nahrung  einer Allergieprophylaxe wegen. Bitter ist ein Warngeschmack der Natur. Vor allem bisher gestillte Babys reagieren sehr häufig darauf mit ablehnender Haltung und viele Babys hungern lieber, als dass sie davon satt trinken. Es ist abzuwägen wo die größere „Gefahr“ lauert. Babys sollen mit Freude und Appetit essen und saugen dürfen. Gesunde Babys brauchen in aller Regel im zweiten Lebenshalbjahr grundsätzlich keine HA-Nahrung. Im ersten Halbjahr nur die ersten 4 Monate sofern die Eltern Allergiker sind. Und bei Essensverweigerung würde ich stets erwägen darauf zu verzichten.

Hand aufs Herz …… Mama wollte eigentlich keine Flasche geben ….

Babys spüren was Mamas möchten. Vor allem Mütter zarter Stillbabys, die durch den Druck von Außen (Familie, Hebamme, Kinderarzt) aufgefordert sind „endlich zu zufüttern“ haben oft große Probleme beim Einführen des Fläschchens. Und Babys reagieren dann gerne mit Trink- oder Saugproblemen. Wenn die Eltern völliger Überzeugung waren dass die Babynahrung „nur die 2. Wahl“ ist und Muttermilch ja eigentlich viel besser und gesünder ….. das überträgt sich auf ein Baby. Die Vernunft sagt „Ja ich will ja dass mein Kind zunimmt“ das Ego schreit „ich will keine Flasche geben weil ….“ und das Herz blutet. Befinden sich Mütter oder das Elternpaar in dieser Situation ist auch das Kind hin und her gerissen. Es hat Hunger und lehnt dennoch die Flasche vehement ab.

Was wir Menschen noch nicht wirklich wahr haben wollen, ist, dass die Kommunikation untereinander auf energetischer Ebene abläuft. Wir spüren sehr genau was der andere will. Auch wenn er etwas anders sagt oder tut. Babys verstehen nicht, die einerseits fordernde Haltung immer wieder den Sauger in dem Mund geschoben zu bekommen und andererseits die innere Ablehnung, vielleicht auch Wut gegen das Fläschchen füttern. Und sie brüllen, schreien und wehren und halten an der „leeren“ Brust fest. Sie kauen auf dem Sauger herum,  Sie schreien für die Mutter die Flasche an. Sie wehren gegen das was die Mutter (die Eltern) aus tiefster Überzeugung bisher abgelehnt haben. Sie sind zutiefst verunsichert, auch durch die verzweifelte Situation der Mutter. Da kommt die Flasche und die kommt mit keinem guten begleitendem Gefühl.

Im Gegenteil die Gefühle „ich habe versagt“, „ich will nicht“, „ich bin untröstlich“, „ich hasse es …“ usw. werden mit der Flasche frei Haus geliefert.

Hier hilft nur eine innere Haltungsänderung.

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