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Stillbabys Löffelneugierde

Entwicklung

Irgendwann zwischen dem 4. und 6. Monat sendet jedes gesunde, reif geborene Baby seine Entwicklungszeichen. Aus diesem Verhalten kannst du den richtigen Zeitpunkt zur Einführung der Beikost feststellen. Lass dir Zeit mit dem Beginn des Zufüttern, bis du dir sicher bist, dass dein Kind nicht nur einen einzelnen Punkt erfüllt, sondern womöglich schon alle Hinweise bietet. Nach meiner Erfahrung sind all diese Punkte selten vor dem abgeschlossenen 5. Monat erreicht.

  • Die Händchen wandern vermehrt in Richtung Mund und werden bekaut und belutscht.
  • Das Baby fängt zu speicheln an, und es wird irgendwann der berühmte Latz notwendig um das viele Nass aufzufangen.
  • Die Augen des Kindes wandern jedem Löffel und jeder Gabel hinterher, wenn Mama und Papa selbst essen.
  • Eine gute Kopfhaltung wird beobachtet.
  • Die üblichen Abstände zwischen den Mahlzeiten werden kürzer, oder das Kind holt sich in der Nacht zusätzliche Mahlzeiten.

Man spricht von einer guten „neuro-muskulären“ Entwicklung wenn das Baby nach und nach Händchen, Mund und Kaubewegung zusammenbringt. Der Speichel ist ein Zeichen dafür, dass Verdauungsenzyme (die Amylase) und Flüssigkeit (die Spucke an sich) bereit sind feste Kost anzudauen und leichter zu schlucken. Meistens wartet die ganze Familie auf den ersten Zahn, wenn es mit dem „sabbern“ losgeht. Lass dir gesagt sein, mein Sohn bekam seinen ersten Zahn im Alter von 12 Wochen!! ohne zu sabbern, und andere Kinder sabbern ab dem 4. Monat und bekommen den ersten Zahn zum ersten Geburtstag. Die vermehrte Speichelbildung hat wenig mit dem ersten Zahn zu tun.

Die gute Kopfhaltung ist nicht nur altersbedingt, sondern auch beeinflusst wie oft das Kind auf dem Bauch liegend spielen darf. Babys welche von Anfang an Zeitweise in Bauchlage zum spielen hingelegt werden, haben nachweislich eine besser entwickelte (trainierte) Rücken- Nacken und Armmuskulatur. Und Muskeln braucht das Kind auch um den verhältnismäßig schweren Kopf zu tragen. Deshalb, täglich Turnstunde auf dem Bauch.

Mein Tipp: Neugeborene auf eine Decke aufs Sofa legen, sich selbst auf den Boden davor setzen und mit dem Kind liebevoll sprechen. Bereits die Kleinen heben selbst bewusst ihr Köpfchen und strahlen ganz bald Mama und Papa an. In dieser Position (Kind Sofa, Eltern Boden) ist eben ein Angesicht zu Angesicht gucken fürs Kind machbar. So „trainierte“ Babys lassen sich dann auch problemlos auf den Boden auf eine Decke packen, ein Spielzeug dazu und man hat das schönste Spielkind. Denn aus der Bauchlage heraus lassen sich viel mehr Abenteuer erleben als wenn man in die Rückenlage in irgendeine Wippe etc. verdammt ist.

Wenn dein Kind ermüdet vom Spiel auf seiner Krabbeldecke eingeschlafen ist, drehe es sicherheitshalber in die Rückenlage.

Wie gehe ich auf den Mehrbedarf meines Babys am besten ein

Verkürzen sich die Abstände zwischen den Mahlzeiten wird erst mal häufiger angelegt, und die Mutter, sollte wieder besser auf kalorienreiches Essen achten . Sonst fängt irgendwann zwischen dem 4. und 6. Monat die Muttermilch an „dünner“ (*1) also kalorienärmer zu werden. Muttermilch passt sich den Bedürfnissen des Säuglings am besten an wenn Stillende  selbst optimal kalorien- und nährstoffgerecht ernährt sind. Das Baby braucht altersgemäß mehr Kalorien, weil es ins aktive Alter hinein wächst. Auch die Milchproduktion kann nicht Mengenmäßig ins „Unendliche“ gesteigert werden. Bei manchen Müttern ist um den 4. Monat eine natürliche Grenze bereits erreicht. Deshalb auf jeden Fall auf die eigene kalorienreiche Kost achten.

Hinweis: Es gibt immer wieder Mails weil ich schreibe dass die Muttermilch „dünner“ wird. Ich sehe einen direkten Zusammenhang zwischen der Ernährung der Mutter und der Kalorienzahl der Muttermilch. Meine jahrelange Erfahrung zeigt schlicht und ergreifend, dass Mütter, die wenig auf ihre eigene Ernährung achten und sparsamer Essen vermehrt Stillprobleme – sprich Sättigungsprobleme in dieser Lebensphase haben. Folgen sie meinem Rat auf die eigene kalorienreiche Ernährung zu achten reicht plötzlich die Muttermilch wieder aus. Und Muttermilch ist in den ersten 6 Monaten die wichtigste Nahrungszufuhr.

Sollten sich nach ein bis zwei Wochen des häufigeren Stillens keine ruhigere Zeiten mehr einstellen, würde ich raten das Baby zu wiegen. Bis es 6 Monate alt ist, sollte es weiterhin mindestens 120 g die Woche zu nehmen. Siehe auch Gewichtszunahme von Stillkindern. Auch wenn das Baby in den Anfangsmonaten deutlich über den 210 g die Woche lagen (Zunahmen bei Muttermilch ernährten Babys von bis zu 500 g die Woche sind mir bekannt) sollte man sich nicht im Sicheren wiegen. So frei nach dem Motto, mein Kind sieht ja wohl genährt aus und hatte mehr als es braucht zugenommen. Dieses gute Gewicht will aber weiter genährt werden. Unsere propperen Kinder sind von Anfang an auch gute Kostverwerter gewesen und können dann, wenn kalorienmäßig die Muttermilch nicht mehr mithalten kann nicht einfach sagen, „na gut, ich bin ja schon schwerer als meine Kumpels, jetzt halte ich Diät“. Das wäre ein bisschen viel verlangt vom Kind. Deshalb kommt es weiterhin häufig Tag wie Nacht …..

Nun gibt es auch die Flaschenkinder. Auch sie wollen während den Wachstumsschüben etwas häufiger Essen, besser Trinken. Hier kannst du auf jeden Fall auf die sättigenderen Varianten 1 umstellen. (Siehe entsprechende Rubrik) Und wenn die weiteren Entwicklungszeichen stimmen kann es auch mit der Beikost losgehen.

Es gibt dafür 2 Varianten – in Stichworten führe ich hier Entscheidungshilfen auf, welche für dein Kind die richtige Art ist.

Meine Beikostempfehlung

Gemüse – Brei

  • Speichelbildung und Hände lutschen
  • Mehrbedarf wird über häufigeres „Hungergeschrei“ angemeldet
  • Täglich regelmäßiger weicher Stuhlgang
  • Gute Gewichtszunahme nach wie vor

Es kann mit Karotte pur begonnen werden. Anfangs erwärmt man etwa die Hälfte des Gläschen (Bioland pro-BiJo 100 g = 27 kcal) Karotte ist allerdings kalorienarm, sättigt nicht und macht gerne einen festen Stuhlgang. Ein ideales Übungsessen, da süß und relativ flüssig.

Neigt das Baby eher zu seltenem oder festem Stuhlgang wären diese Sorten vorzuziehen zumal es vom ersten Löffel an kaloriengerecht wäre.

  • Pastinaken pur (Bioland pro-biJo) 76 kcal / Glas deshalb 2 Teelöffel Raps- oder Sonnenblumenöl unterrühren ergibt dann ca. 140 kcal.
  • Kü rbis fein (Bioland pro-biJo) = Kürbis und Vollkornreis und Sonnenblumenöl 133 kcal / Glas – es kann noch 1 Teelöffel Öl untergerührt werden (entspricht zusätzlichen 36 kcal)
  • Broccolicreme (Bioland pro-biJo) = Broccoli, Reisvollkornmehl, Sonnenblumenöl ergibt 100 kcal / Glas – es sollten noch 2 Teelöffel Öl zugesetzt werden um eine kaloriengerechte Mahlzeit zu haben.

Nach einer Woche Pastinake pur kann eine frisch gekochte und gequetschte (Bio-)Kartoffel zugesetzt werden. Die Portion würde sich dann zusammensetzen

  • 100 g Pastinake pur aus dem Gläschen
  • 1 Portion gequetschte Kartoffel ca. 80 g
  • 2 Teelöffel Raps- oder Sonnenblumenöl
  • evtl. mit etwas Wasser glatt rühren = 1 kaloriengerechtes Mittagessen

weitere Tipps unter Beikosteinführung und Beikost

Milch – Getreide – Brei

  • Speichelbildung und Hände lutschen
  • Mehrbedarf über sehr häufiges „Hungergeschrei“ angemeldet
  • Muttermilchstuhl wird unregelmäßig alle paar Tage abgesetzt
  • sehr kurze Stillabstände auch nachts
  • Gewicht stagniert oder nur mäßige Zunahme

Es sollte mit dem kaloriengerechten Folgemilch–Getreide–Brei (Milchbrei) begonnen werden. Jeder Löffel ergänzt die Brust oder Flaschenmahlzeit. Ein sättigendes Übungsessen, geschmacklich sowie von der Zusammensetzung an die Milch orientiert. Einkaufstipp: Aptamil Milchbrei Grieß (Folgemilch, glutenfrei, einfache Zusammensetzung, nur mit Wasser anzurühren) Mehr Infos zu Milchbreien.

Sollte ein Gewichtsverlust des Babys registriert werden MUSS auf jeden Fall zusätzlich eine Flaschennahrung angeboten werden. Auch der Kinderarzt sollte das Baby untersuchen. Gewichtsabnahme kann für Säuglinge immer bedrohlich für Gesundheit und Entwicklung sein.

Nicht das möglichst lange volle Stillen sollte im Mittelpunkt stehen wenn es um die Wahl des Zufütterungszeitpunktes geht, sondern einzig das Wohlbefinden des Babys.

Ein Baby was gut ernährt ist nimmt zu, entwickelt sich weiter, schläft besser und kann entsprechend lange auch ausschließlich gestillt werden.

[aartikel]3827009286:left[/aartikel] Die für mir beschriebenen Neugierdezeichen werden im Laufe der Monate auch wieder weniger. Bedeutet, darf das Kind nicht vom Löffel essen, wird es das Interesse verlieren und wenn die Eltern dann bereit sind zu füttern, ist es oft harte Arbeit den Löffel „bei zu bringen“. Spätestens mit 6 Monaten sollte man, nach meinem Empfinden, zufüttern.

Die Neugierde ist der beste Lehrmeister, und sollte bei allem was Baby und Kind betrifft immer zum Positiven genutzt werden.

(*1) Es gibt zu dieser meiner Aussage natürlich Für und Wider. Die Einen behaupten Muttermilch sei immer an die Bedürfnisse des Kindes angepasst, die Anderen die ganz klar die Erfahrung haben, ist die Mutter „mangelhaft“ d.h. unterkalorisch ernährt fällt es in dieser Phase das erste Mal richtig auf. Mein Rat ausprobieren. Das Kind hungern lassen sollte nicht die Alternative sein, sondern Initiative ergreifen, mehr Essen, gesünder Essen und achtsamer mit sich und der eigenen Ernährung umgehen. Und prompt wird das Kind, bei gleicher Trinkmenge, besser satt. Meine Erfahrung ist unterfüttert mit vielen vielen Erfolgsberichten von Müttern die meinem Vorschlag gefolgt sind.

Konnte ich Dir / Ihnen helfen? Wenn Ja, bitte weiter lesen .…..

Die Situation der Kinder in Kenia ist derzeit sehr verzweifelt. Hunger bestimmt ihren Alltag. Unterernährung, Lernschwierigkeiten, Krankheiten sind die Folge. Durch großes, intensives, ehrenamtliches Engagement von Christine Rottland (vor Ort in Kenia) und dem Verein Asante e.V. ist es gelungen, an einer großen Schule in Tiwi bessere Voraussetzungen für das Leben der Kinder zu schaffen. Bei Interesse folge bitte dem Link.

Ich möchte Dich bitten, als Zeichen Deines Mitgefühls eine Spende für den z.B. dringend benötigten, täglichen Frühstücksbrei von 600 Schulkindern zu leisten. Diese Mahlzeit ist für viele Kinder oft die einzige Mahlzeit bis zum Abend, manchmal für den ganzen Tag.  Noch mehr Kinder warten darauf in ihrer Ernährung Unterstützung zu bekommen. Deshalb, jeder einzelne Euro zählt!
Asante e.V.
Sparkasse Bayreuth   BLZ 773 501 10  Konto 20564530
Stichwort: Kinderernährung

Das Leben besteht aus Geben und Nehmen. Alles ist im Fluss! Ich freue mich dass ich Dir / Ihnen helfen konnte und DANKE, ASANTE für Deine Überweisung, deinen Beitrag für die Kinder in Tiwi! Asante heißt Danke!

Auch ich unterstütze den Verein aktiv und vielfältig. mehr dazu hier.

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