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Beikostempfehlung

Der so genannte Milchbrei ist eine typische Abendmahlzeit und wird meistens gegeben, wenn das Baby von der Brust oder Flasche für die Nacht nicht mehr ausreichend satt wird. Er eignet sich aber auch als erste Beikost – Art.  

Der erste Brei sollte vom Löffel fließen. Milchbrei gehört NICHT in die Flasche, denn die Breiverdauung beginnt mit dem Einspeicheln bereits im Mund des Kindes. Amylase, das Verdauungsenzym aus dem Speichel, daut bereits Getreidebestandteile im Mund an. Dieser Schritt wird durch die Breiflasche komplett übergangen - die Folgen reichen von unmäßigem Essen (das Baby merkt nicht mehr wenn es satt ist), viel zu früher Beginn weil Breiflasche bequem, bis hin zu Bauchschmerzen in der Nacht. All dies gilt es zu verhindern. 

Dein Baby sollte mindestens 17 Wochen alt (mehr Infos Link folgen) und bekommt am Anfang auch nur wenige Löffelchen (5 - 10). Die Portionen werden Tag für Tag gesteigert – ganz nach Bedarf deines Kindes. Ein Schlückchen Tee oder abgekochtes Wasser, danach Brust- oder Flaschenmilch bis es satt ist. . Spätestens im Alter von 6 Monaten hat das Baby einen Bedarf an Milchbrei bzw. dessen Inhaltsstoffen. 

Ob der Milchbrei als erste oder zweite Beikost eingeführt wird, hängt ganz davon ab, wie sich dein Baby verhält und ob es schon viel Hunger – also Mehrbedarf – hat. Siehe Entwicklung Säugling!

HA-Brei bei allergiegefährdeten Säuglingen

gibt es nicht mehr als Fertigprodukt zu kaufen.

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen (Sommer 06) sind HA-Nahrungen mit prebiotischen Ballaststoffen besser für die Allergieprophylaxe als normale HA-Nahrungen. Zu Prebiotikas bitte unter Folgemilch nachlesen.

  • 200 ml prebiotische HA-Nahrung anschütteln nach Packungsanweisung.
  • 20 g Bio Getreidebrei Reisflocken in eine Schüssel geben, mit der HA-Nahrung anrühren, evtl. ein wenig allergenarmes Obstmus z.B.
  • Birne pur (Bioland pro-biJo) für den besseren Geschmack unterrühren.

HA schmeckt grundsätzlich leicht bitter. Wird es aus dem Fläschchen gegeben und dabei sofort geschluckt wird der Geschmack meistens akzeptiert. Sobald die Löffelkost bitter schmeckt (bitter = Warngeschmack der Natur) kommen viele Babys in die Verweigerungshaltung. Hier kann z.B. Birne pur helfen den bitteren Geschmack etwas zu verstecken.

Babys mit einem Allergierisiko sollten möglichst wenig Beikost-Varianten in den ersten 6 Monaten bekommen. HA-Brei ist immer dann sinnvoll, wenn durch ausschließliches Stillen oder HA-Nahrung keine befriedigende Sättigung oder Gewichtszunahme (150 g/Woche) erreicht werden. Auch ein allergiegefährdetes Baby soll kein Hunger leiden!

Folgemilch-Getreide-Brei

Es kann von Pre-Nahrung bis 3er-Nahrung jegliche Babynahrung verwendet werden. Prebiotische Nahrungen produzieren einen weicheren Stuhlgang als probiotische oder normale Nahrungen - für die Beikostphase mitunter ein wichtiger Aspekt.

  • 200 ml Pre - 1 - 2 oder 3er Nahrung anschütteln nach Packungsanweisung
  • 20 g Bio Getreidebrei in eine Schüssel geben, mit der Nahrung anrühren, evtl. ein wenig allergenarmes Obstmus z.B.
  • Birne pur (Bioland pro-biJo) unterrühren.
Mono-Getreide-Varianten milchfrei
  • Bio Getreidebrei Reisflocken (glutenfrei)
  • Bio Getreidebrei Haferflocken
  • Bio Getreidebrei Dinkelflocken
  • Hirseflocken (eingeschränkt empfohlen da sie gerne ranzig werden)
Mono-Obst-Varianten zur geschmacklichen Verfeinerung des HA-Breies
  • Birne pur (z.B. Bioland pro-biJo)
  • Apfel pur (z.B. Bioland pro-biJo)

nfos zur Bioland Gläschen-Kost.

Milch-Fertigbrei

Achte beim Kauf des ersten Milchfertigbreis am besten auf folgende Angaben:
  • Folgemilch
  • glutenfreies Getreide
  • kristallzuckerfrei         

Ich rate zum Bestandteil Folgemilch , weil sie sehr leicht verdaut wird. Die Menge des Eiweißes wird durch diverse Bestimmungen genau vorgegeben. Sicher ist, dass diese Folgemilch an die Bedürfnisse eines Babys angepasst ist. Das ist in jedem Fall ein Vorteil und Fortschritt gegenüber der Voll- oder Frischmilch.

Zu glutenfreiem Getreide gehören Reis, Mais und Hirse. Die Hirse spielt in der Säuglingsernährung eine untergeordnete Rolle. Buchweizen wird von einigen Öko-Firmen als Breigrundlage angeboten. Buchweizen ist allerdings kein Getreide und ich persönlich würde es für meine Kinder nicht verwenden.

Aptamil Grieß 4. Monat  Milch-Getreide-Brei bestehend aus glutenfreiem Reis-Mais-Grieß und Folgemilch. Keine weiteren Zutaten. Einfache Zusammensetzung - ganz pur.

Milupa Kindergrieß 4. Monat Enthält Folgemilch, glutenfreies Getreide, ist kristallzuckerfrei, gut dosierbar, sehr gut bekömmlich und seit Jahrzehnten wird er gefüttert und stets neuen Erkenntnissen angepasst. Dies als kleine Orientierungshilfe für den anstehenden Einkauf. Das war übrigens auch der erste Milchbrei für meine Söhne.

Inhaltsstoffe Fertigbreie und Erklärungs- Entwirrungsversuche

Kristallzuckerfrei oder doch nicht ... Eine Frage die viele Eltern umtreibt. Kristallzucker – besser auch als weißer Zucker oder Haushaltszucker bekannt – ist ein guter Geschmacksträger. Und schmeckt natürlich auch süßer als z.B. Fruchtzucker. Leider, oder glücklicherweise?,  sind die "kristallzuckerfreien" Breie am deutschen Markt fast ausschließlich alternativ mit Fruchtzucker oder Traubenzucker gesüßt. Klar ist, dass viele Menschen geradezu einen Meinungskrieg führen rund um den Kristallzucker und die anderen "natürlichen" Zuckerarten. Daran werde ich mich nicht beteiligen - ich versuche zu klären was diese diversen "Zucker" für die Verdauung bedeuten. 

Eine gute Kohlenhydratmischung Traubenzucker, Fruchtzucker, Milchzucker, Polysaccharide und Maltodextrin kann auch Vorteile haben . So wird der Traubenzucker recht schnell als Energiebringer zur Verfügung gestellt. Im Mund bereits aufgenommen sendet er das Signal ans Kind "Du musst nicht gieren, Kohlenhydrate sind im Anmarsch". Im Magen wird die Stärke (Getreideanteil) langsam verdaut.  In den unterschiedlichen Darmabschnitten werden der Milchzucker (Dünndarm) bis zum Maltodextrin (untere Darmabschnitte) dem Körper zur Verfügung gestellt. Solange also "Zucker" über die verschiedenen Etappen in den Blutkreislauf gelangt, hält das Sättigungsgefühl gut an. Das erklärt auch eine gute Sättigung der Fertigbreie. Dabei sind sie kein Vergleich zu den ersten Fertigbreien vor 30 Jahren! Unsere Ansprüche haben sich geändert und vor allem auch unser Wissen um Verdauung und Bedarf eines Babys. Die Zeiten der Dickmacherbreie sind seit vielen Jahren vorbei - aber teilweise auch die Zeiten dass der Brei so satt macht, dass das Baby sicher durchschläft! Es hat eben alles Vor- und Nachteile. 

Warum schmecken die "kristallzuckerfreien" Breie oft genauso süß wie die normalen "gezuckerten" Breie. Das liegt an einer ausgereiften Technologie welche die Hersteller sich zu Nutze machen. Der Getreideanteil wird soweit aufbereitet, dass das Getreide selbst bereits den süßen Geschmack mitbekommt. Man kann es ein Stück weit als "Augenwischerei" betrachten. Vorne steht "kristallzuckerfrei", Dank der Technologie bekommt das Baby die gleiche Süße wie mit Kristallzucker. Eltern aber, gefällt es wenn sie vermeintlich auf den Zucker achten. Fakt ist, unsere Babys sind von Geburt an auf Süß trainiert. Fruchtwasser schmeckt süß, Muttermilch ist megasüß, wen wundert es da, dass viele (nicht alle) Babys hauptsächlich auf süße Breie abfahren. Süß ist eben der Geschmack der Natur - im wahrsten Sinne des Wortes. Umso wichtiger, dass Babys ungesüßte Tees und abgekochtes Wasser als Getränk gereicht bekommen. Die Süße von (überflüssigen) Säften verstärkt diesen Effekt der ungewollten Süßtrimmung noch.

Die Beikost-Verordnung geben Richtlinien für die optimale Zusammensetzung der Fertigbreie. Die Hersteller müssen sich nicht daran halten. Eine Richtlinie zu befolgen ist freiwillig. Am Ende des Textes sind die Beikost-Richtlinien aufgeführt. 

Frischmilch-Getreidebrei

Frischmilch-Verwendung im 1. Lebensjahr findet nicht meine Zustimmung oder Begeisterung. Als Mutter eines Kindes mit schwerer Milchunverträglichkeit im frühen Kleinkindalter halte ich es mit den Aussagen der Allergologen, dass Frischmilch und Frischmilchprodukte im ersten Lebensjahr gemieden werden sollten. Das Kuhmilcheiweiß ist relativ schwer verdaulich (im Vergleich zum goldenen Standard Muttermilch), sehr grob in der Ausflockung im Magen, und enthält bei weitem nicht alle Bestandteile die Babys zur Entwicklung brauchen (z.B. Eisen, Jod). Es sättigt gut - liegt aber vielen Kindern schwer im Magen, was nicht selten zu unruhigen Nächten führt.   

Was ist Gluten und was bewirkt es?

Gluten ist ein Eiweiß, welches für die Backfähigkeit von Mehlen zuständig ist. Demzufolge ist es auch in Weizen, Roggen, Hafer etc. zu finden. Diese Mehle kleben gut, deshalb wird Gluten auch als Klebereiweiß bezeichnet.

Es gibt eine Erkrankung mit dem Namen Zöliakie. Diese Zöliakie wird vererbt, ist keine Allergie, macht aber ähnlich Symptome. Zöliakie - Patienten können keine Produkte aus Weizen, Hafer und Roggen verdauen. Früher, als die Haferschleim-Flasche noch als normale Babykost galt, hatten die Eltern und Ärzte große Schwierigkeiten  die Ernährungsprobleme ihres Babys zu erkennen. Die Kinder gediehen nicht, aber es blieb oft lange unklar woran es lag. (Spezialanbieter für glutenfreie Ernährung Firma Hammermühle www.hammermuehle.de)   

Die DGE empfiehlt heute glutenfreie Milchnahrungen und man darf mit beginnendem 5. Monat Weizen etc. als Milchbreibasis  einführen. Daher gibt es im 4 Monats-Segment auch glutenhaltige Breie. 

Die Hein´sche Beikostempfehlung

Meine Empfehlung, bleib am Anfang der Beikost (4 - 6 Wochen) bei den glutenfreien Breien. Denn wenn du irgendwann von Reis auf Weizen wechselst, und das Kind reagiert prompt mit Bauchschmerzen oder komisch riechenden Stühlen, wirst du oder dein Arzt auch eher an die Möglichkeit einer Zöliakie denken. Gibt man von Anfang an mal diese und mal jene Getreideart verschwimmen die Symptome und man sucht womöglich in eine falsche Richtung.

Für allergiegefährdete Säuglinge wird häufig die Empfehlung ausgesprochen im ersten Lebensjahr auf Weizen zu verzichten. Für diese Babys können die glutenfreien 4 Monatsbreie auch weitergefüttert werden. Siehe auch unter "Allergieprophylaxe".   

EG Beikost-Richtlinie

Seit 01.07.1999 gibt es die neue EG Beikost-Richtlinie

Hier die Schwerpunktaussagen zu Milchfertigbreien und Flocken
 

  • Der Getreideanteil muss mindestens 25 % betragen
  • Der Proteingehalt (Eiweiß) maximal 5,5 g / 100kcal
  • Zugesetztes Protein mindestens 2 g / 100 kcal
  • bei Zusatz von Saccharose, Fructose, Glucose-Sirup oder Honig zu den reinen Getreidebreien (Flocken) darf der Zusatz max. 1,8 g / 100 kcal betragen, der Fructosezusatz max. 0,9 g / 100 kcal
  • bei den Milchfertigbreien gelten folgende Richtlinien, der Kohlenhydratzusatz max. 1,2 g / 100 kcal und bei Fructose max. 0,6 g / 100 kcal.
  • Der Fettgehalt darf max. 3,3 g / 100 kcal betragen
  • Der Calciumgehalt muss mindestens 80 mg / 100 kcal sein
  • Vitamin A 60 - 180 ug und Vit. D 1 - 3 ug / 100 kcal

Eine Richtlinie ist kein Gesetz. Die Umrechnungen sind für Laien schwer, und es ist kaum zu durchschauen, bei welchen Unternehmen diese Richtlinie tatsächlich umgesetzt werden. Zum bedenken gilt, auch bei selbst gerührten Breien ist selten die Ideal-Zusammensetzung gewährleistet.

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Asante
Kuschelengel
www.jako-o.de