Folgemilchnahrungen
werden nach neuesten Richtlinien "nach dem 6. Monat" empfohlen. Ihr Kaloriengehalt ist auf 60 - 70 kcal / 100 ml festgelegt. Die mir bekannten deutschen Folgenahrungen pendeln sich bei 68 - 70 kcal ein. Die Sättigung wird durch eine längere Magenverweildauer durch die Zugabe von glutenfreier Stärke und berechnert Kohlenhydratmischungen hergestellt. Sie sind (ab MHD 2010) alle kristallzuckerfrei.
Im Jahr 2009 kann es beim Einkaufen noch zu Verwirrung am Babyregal kommen. Bisher waren die Folgenahrungen "nach dem 4. Monat" - was den meisten Eltern, Ärzten, Hebammen und Ernährungsberatern noch geläufig ist. Wenn Dein Kind eine Folgemilch nach dem 4. Monat bekommen hat und plötzlich ist nur noch die Variante "nach dem 6. Monat" im Regal kann diese trotzdem gegeben werden. Die neuen Folgemilchen haben weniger Kalorien und vermutlich bei manchen Varianten auch weniger Sättigung als bisher.
Wer seinem Baby Folgemilch füttert sollte mit Beikost zufüttern. Der ideale Beikost-Beginn liegt zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat. Bitte unter Beikost I nachlesen. Danke
Über das Thema Folgemilch streiten sich die Geister!
Man liest allenthalben "überflüssig", "Geldmacherei", "Dickmacher" usw. Nach meiner Erfahrung sind Folgemilchen besser als ihr Ruf.
Grundsätzlich kann ein Baby bis zum Ende des Flaschenalters mit einer Pre oder 1er Milch ernährt werden. Von was sollte man den Wechsel auf eine 2er oder 3er Milch denn abhängig machen?
- Zufriedenheit des Babys nach der Flasche
- Tagestrinkmenge um 1000 ml, also 1 Liter
Schaut dein 6 Monate junges Baby nach jeder Flasche noch gierig nach mehr? Hält die Mahlzeit nur kurz an, und dafür trinkt das Kind 1000 ml oder gar mehr am Tag?
Dann wäre es sinnvoll auf die sättigende Folgemilch umzusteigen. Die Zufriedenheit des Kindes steht an erster Stelle. Magen, Darm und Nieren müssen die Nahrung verarbeiten, und bei 1000 ml ist die Kapazität irgendwo am Ende. Außerdem "leiert" der Magen quasi aus, wenn große Trinkmengen 240 ml und mehr, öfter als 4 x täglich, darin verschwinden.
Folgemilch und Nierenschäden
In jüngster Zeit sind bei mir vermehrt Anfragen angekommen zu Folgemilch und Nierenschäden. Hier scheinen irgendwo in den Weiten des www oder in "Fach"informationen Fehlinformationen zu laufen. Folgemilchnahrungen haben fast die gleiche Eiweißmenge und -qualität wie Anfangsmilchnahrungen. Folgemilchen sind in ihrer Qualität sehr dicht an der Muttermilch und mit Kuhmilch NICHT zu vergleichen. Wenn ein Baby, nach dem 6. Monat, aus Krankheitsgründen keine Beikost nehmen kann und stattdessen diese Mahlzeiten mit der Folgemilch ersetzt werden ist es KEIN Problem. Folgemilch hat weniger Eiweiß als Frühgeborenennahrung! Und Eiweißmengen die ein Frühchen braucht und verträgt, kann einem großen Säugling nicht schaden. Ich empfehle allen besorgten Eltern sich ganz einfach im Geschäft eine Packung Pre-Nahrung und 2er Nahrung genau anzuschauen. Auf jeder Packung stehen nicht nur die Zutaten sondern auch die Analysen pro 100 ml.
Folgemilchen haben
- Zufriedenheit des Babys nach der Flasche zur Folge
- Bei manchen Produkten eine Kombination aus verschiedenen Kohlenhydraten (Glucose, Maltose, zur Lactose), welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten verdaut werden.
- Eine bessere Sämigkeit durch Stärke, macht eine längere Magenverweildauer und damit hebt es das Sättigungsgefühl.
- Das Eiweiß muss nicht mehr adaptiert sein 60 : 40 sondern kann ein Casein : Albumin Anteil von 80 : 20 haben. Somit wird das Eiweiß langsamer verdaut, und die Kinder sind länger zufrieden und satt.
- Die Kalorienzahl liegt im Schnitt bei 68 - 70 kcal auf 100 ml; unwesentlich höher als bei 1er Milch;
- Der Effekt, durch die längere Magenverweildauer trinken die Babys eher weniger von 2er als von 1er Milch. Es ist, bei richtiger Anwendung, kein Dickmacher.
- Folgemilchen werden am besten aus der Sauger Gr. 2 getrunken. Durch die höhere Sämigkeit ist es meist sinnvoll dem Baby eine größere Saugfläche mit Saugern der Gr. 2 zu bieten. Rund um den 4. Monat fangen viele Babys an die kleinen Sauger Gr. 1 platt zu ziehen.
Liebe Leser/innen,
die Auswahl-Empfehlungen sind gar nicht so einfach zu geben. Bei Säuglingen spielt der Geschmack bereits eine große Rolle. Wenn du mit deiner Anfangsmilch zufrieden warst, sie deinen Vorstellungen entsprochen hat, wäre die logische Schlussfolgerung auf die dazu passende 2er Milch umzustellen. Was aber, wenn du mit der bisherigen Marke nicht so einig warst???
Folgende Überlegungen solltest du anstellen:
- hat das Baby gerne seine Flasche getrunken
- hat es hinterher einen gut zufriedenen Eindruck gemacht
- waren Stuhlgang und Verdauung immer in Ordnung --> hier helfen die prebiotischen Folgenahrungen wunderbar
- haben sich die Trinkmengen permanent gesteigert
- wurden die Trinkmengen immer lustloser genommen
- gab es Einkaufsschwierigkeiten
- wäre eine günstigere Nahrung passender für deinen Geldbeutel
- ist dir deine Marke wirklich sympathisch
- hast du Vertrauen in die Marke
- steht ein guter Service dahinter (Proben, Verfügbarkeit Handel, Telefonservice usw.)
Ich finde es ist wirklich wichtig mit einem guten Gefühl seinem Kind die Flasche zu geben. 2er Folgemilchen sollten
- kristallzuckerfrei sein,
- keinen Fruchtgeschmack haben,
- ideal mit prebiotischen Ballaststoffen, nach dem Vorbild Muttermilch (patentierte Prebiotiks sind in den Aptamil und Milumil Nahrungen)
Auf Nahrungen mit "süßen" Inhaltsstoffen, wie Vanille, Kristallzucker, Fruchtgeschmack, greife nur zurück, wenn das Baby etwas anderes absolut schlecht trinkt oder ablehnt. Dann kann es natürlich sinnvoll sein auf die etwas süßeren Varianten auszuweichen.
Infos zu 'Patentierte prebiotische Ballaststoffe'
eine Zutat in Babynahrungen (Aptamil und Milumil) die einen extra Hinweis meinerseits verdient. Durch intensive Muttermilchforschung (Milupa) gelang es mehr Wissen über die Inhaltsstoffe und deren Auswirkung auf das Gedeihen und die Gesundheit von Babys zu erlangen.
Die prebiotischen Ballaststoffe werden den Nahrungen zugesetzt, in gleicher Menge wie sie in Muttermilch natürlicherweise enthalten sind. Ihre Wirkungsweise ist daher auch vergleichbar.
Sowohl Muttermilch als auch die Nahrungen Aptamil und Milumil fördern eine gesunde, vielfältige Bifidusbakterienflora im Darm des Kindes. Der Darm, welcher ungefähr die Größe eines Fußballfeldes hat, ist durch die Bifidusflora sehr gut geschützt. Dank gut zusammengesetzter Bifidusbakterienflora, so Studienergebnisse, kommt es zu folgenden Vorteilen bei gestillten oder mit patentierten prebiotischen Ballaststoffen angereicherte Säuglingsnahrungen ernährten Säuglingen
- 50 % Reduktion von schweren Infektionen (Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Infekte)
- 50 % Reduktion von allergischen Hauterkrankungen (auch bei allergiegefährdeten Säuglingen)50 % Reduktion von allergischen Hauterkrankungen (auch bei allergiegefährdeten Säuglingen)
- muttermilchähnlicher, matschig weicher Stuhlgang ---> löst auch bestehende Verstopfungen bei Säuglingen
- stärkt insgesamt das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern
Wenn es nicht so traurig wäre könnte ich manchmal lachen wenn ich von Fachleuten (Hebammen, Stillberaterinnen, Kinderärzten/innen) und Eltern angeschrieben werde warum ich die "schädlichen" Folgemilchnahrungen toleriere. Hier zu den gängigen Argumenten meine unmissverständliche Meinung.
1. Vorwurf: Folgemilchen sind überflüssig weil sie dick machen.
Es gibt Vorgaben und Richtlinien zur Zusammensetzung von Folgenahrungen. Auf jeder Packung stehen die Kalorienangaben sowie sämtliche andere Zusammensetzungen. Gute Folgemilchen (wie sie auch von mir empfohlen werden, also die prebiotischen) sind in der Zusammensetzung immer noch an der Muttermilch orientiert und enthalten zur besseren Sättigung Stärke und teilweise Polysaccharide. Das macht eine längere Magenverweildauer und hebt das Sättigungsgefühl. Die Trinkmengen reduzieren sich - und somit auch die aufgenommene Kalorienzahl zum Vergleich zur Pre-Nahrung. Was könnte daran jetzt noch dick machen? ;-)
2. Vorwurf: Folgemilch sind Geldmacherei ....
Öhm, da ein Baby von Folgemilch besser satt wird, und folglich weniger Trinkmenge hat, die Folgemilch außerdem preisgünstiger ist als Pre-Nahrung .... so empfehle ich eine kleine Rechenstunde samt Preisvergleich und stelle fest dass Eltern sparen ..... wo bitte ist die Geldmacherei?
3. Vorschlag der Kritiker: Es ist viel besser wenn die Eltern selbst die Pre-Nahrungen andicken ....
Dieses Thema hatten wir doch schon einmal .... 50 er Jahre, 60 er Jahre .... "Hoch lebe der Haferschleim." (Vorsicht das war Ironie) Immer öfter - und das ist wirklich erschreckend - kommen mir solche Ideen ins Haus geflattert ..... vielleicht noch ein Löffelchen Milchzucker dazu - denn sonst hat das Kind Verstopfung und fertig ist die Kalorienbombe.
- 1 Teelöffel Milchzucker = ca. 4 g - 36 kcal
- 2 Teelöffel Schmelzflocken = 2 - 3 g ca. 10 kcal
macht gesamt plus 46 kcal plus 68 kcal Pre-Nahrung = 112 kcal ...... zum Vergleich zu 75 / 78 kcal bei Folgemilch 2.
Selbst wenn die Eltern keinen Milchzucker verwenden (was sie nach meiner Erfahrung allerdings meistens tun in diesem Zusammenhang weil Flocken oder Haferschleim stopfend wirken) erreichen sie mindestens die Kalorienzahl einer 2 Nahrung. Und damit ist die Eigenkreation einfach nur Augenwischerei - häufig genug angeleitet durch Fachleute .....
Um Missverständnissen vorzubeugen - wenn ein Baby mit Pre-Nahrung SATT und zufrieden ist im 1. Jahr, darf gerne dabei geblieben werden. Ich halte nichts von Dogmen ...... und hier baut sich um die sättigendere 2er Stufe gerade eins auf. Der Zeitgeist eben.
prebiotische Babynahrung
... mit dem Schutz von innen ....
Seit einigen Monaten gibt es Folgemilch "mit dem Schutz von innen". Was versteckt sich hinter der Aussage "Schutz von innen" .... ?
Diese enthalten prebiotische Kohlenhydrate (Oligosaccharide). Diese sind unverdaulich, also Ballaststoffe, und stellen das "Futter" dar um die im Darm vorhandenen Bifidusbakterien zu "füttern". Was sich in Aptamil-Comformil bewährt hat, wird hier in Folgemilchen offensichtlich weitergeführt. Wird eine Babynahrung ohne Oligosaccharide gefüttert verkümmert die gute Bifidusbakterienflora.
Ist der Darm mit guten Bifidusbakterien besiedelt, haben "schlechte" also krankmachende Bakterien kaum eine Chance den Darm anzugreifen. Das weiß man von gestillten Kindern. Muttermilchbabys haben natürlicherweise eine sehr gut ausgebildete Bifidusbakterienflora - und die Muttermilch selbst sorgt dafür dass diese Darmflora erhalten bleibt. Muttermilch enthält Oligosaccharide - die man auch als prebiotische Kohlenhydrate bezeichnen kann.
Der Hersteller Milupa hat sich international über die Muttermilchforschung einen guten Namen gemacht. LCP´s und Oligosaccharide , zwei sehr wichtige Muttermilchbestandteile die sich auf Entwicklung und gesunde Darmflora und damit dem Immunsystem des Babys auswirken, standen in den letzten Jahren im Mittelpunkt der Forschung. Auch wenn Muttermilch einmalig bleibt in der Zusammensetzung und noch viele Geheimnisse hat .... so finde ich es dennoch wichtig, dass Flaschenkindern soweit wie möglich muttermilchähnliche Nahrung bekommen.
Es werden keine Bakterienkulturen in die Milch zugesetzt wie bei Probiotika, sondern es werden über die zugesetzten Oligosaccharide (also Kohlenhydrate aus Zichorie gewonnen) die natürlichen Vorgänge positiv beeinflusst. Das scheint mir sehr wichtig. Der Körper agiert selbst auf Grund der Oligosaccharide. Und diese sind - wie man heute weiß - Bestandteil im Vorbild Muttermilch.
Folgemilch "mit dem Schutz von innen" ist eine ideale Nahrung für Babys die sowieso Flaschennahrung erhalten und folgende Probleme haben
- bisher Aptamil-Comformil ..... irgendwann sättigt es nicht mehr genügend ....
- Babys die zu Verstopfung neigen (selbst bei ausgewogener Kost)
- Babys die zu Durchfallserkrankungen neigen (nicht bei Milchallergien!)
- Babys die abgestillt werden müssen
bezieht sich jeweils auf den Zeitpunkt NACH dem 6. MonatMuttermilch ist und bleibt die Nummer 1 - das möchte ich nicht in Frage stellen! Und wer stillt braucht sich um die gesunde Darmflora seines Kindes in der Regel keine Sorgen zu machen! Das hat die Natur hervorragend geregelt.
Ute Hein - Kinderkrankenschwester

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