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Frühgeborene

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Die Ernährung von Frühgeborenen ist sehr wichtig für die Entwicklung und Reifung der Babys. Allen Eltern, die vor ihrem Frühchen stehen, ist mit einem Schlag klar – unser Baby ist noch unreif, ihm fehlen einige wichtige Wochen in Mamas geschützter Gebärmutter. Warum auch immer das Frühchen seine schützende und nährende Umgebung verlassen musste – die Frühgeborenen Medizin (Neonatologie) wird alles versuchen um die gesunde Entwicklung und Reifung des Babys zu unterstützen und fördern.

Ich möchte mich hier nicht zu Frühchen-Problemen allgemein äußern – dazu fehlt mir die Erfahrung und die Intensiv-Ausbildung. Mein Fachgebiet ist die Ernährung. Frühgeborene haben etwas andere, besondere Ansprüche an die Ernährung. Diese muss angepasst sein an den erhöhten Bedarf, die Unreife des Magen-Darm-Traktes und der Niere, sowie die Hirnentwicklung.

Diese Seite richtet sich an

  • Eltern die Wissen dass sie die nächsten Tage ein Frühchen bekommen werden
  • Eltern und Großeltern die sich informieren wollen über die Möglichkeiten der Frühgeborenenernährung in der Klinik
  • wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ernährung suchen
  • Freunde die auf der Suche sind wie sie ihrerseits Frühcheneltern mit Information unterstützen können
  • Kolleginnen aus Praxen, Elternkursen und Kliniken die sich über den Stand der Dinge in Punkto Frühgeborenenernährung umfassend informieren möchten
  • Anregungen und Hinweise nehme ich jederzeit gerne entgegen

Als Frühgeborene werden Kinder bezeichnet, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Mit Weiterentwicklung der Technik, der wissenschaftlichen Erkenntnisse und daraus gezogenen Konsequenzen, wird die Situation der Frühchen immer besser erfasst und deren Intensivpflege und -behandlung optimiert.

Im Bereich der Frühgeborenen-Ernährung wurde, auch Dank der Muttermilchforschung der Industrie, in den letzten 15 Jahren sehr viel bewegt und optimiert. Die Ernährung hängt wesentlich mit bestimmten Entwicklungsabläufen zusammen.

Muttermilch für Frühgeborene

Stillen rückt immer mehr in unsere aller Bewusstsein – und die Vorbereitung aufs Stillen gehört heute auch in einen guten Geburtsvorbereitungskurs. Frühgeborene werden mitunter zu einem Zeitpunkt geboren bei welchem sich viele Mütter noch nicht auf das Stillen eingestellt haben können. Schließlich rechnet man nicht mit einem Frühchen zu Beginn einer Schwangerschaft und wird von dem Ereignis der Frühgeburt völlig überrumpelt. Häufig stehen Frühcheneltern unter Schock – sie tragen Sorge und Angst um ihr Baby, da erscheint der Gedanke an das künftige Stillen (im ersten Moment) geradezu banal.

In dieser Situation ist die Motivation zum Abpumpen der Muttermilch, die Information über die Vorteile der Muttermilchernährung für ein Frühchen, außerordentlich wichtig. Diese Information sollte positiv motivierend an die Eltern gebracht werden. Hier ist moralische und praktische Unterstützung durch den Papa und die Großeltern, Freundinnen die gestillt haben gefragt.

Aber auch in den Kliniken – ob Wochenstation oder Frühgeborenenstation – werden motivierende wie frustrierende Stillinformationen weiter gegeben. Es gibt nichts Schlimmeres für eine Frühchenmama – die mit Hingabe und hohem Aufwand Muttermilch abpumpt für ihr Kind, wenn diese Gabe von Schwestern, Pflegern, Ärztinnen und Ärzten nicht gewürdigt wird. Muttermilch ist ein Schatz – eine unvergleichliche Basis für die Ernährung von Frühchen – und einer Mutter die Milch abpumpt gehört aller Respekt und sind es noch so kleine Mengen so soll es nicht umsonst sein. Ein Frühchen hat ein Anrecht auf seine Muttermilch auch wenn es mit zusätzlicher Arbeit auf der Station verbunden ist! (Vorausgesetzt die Mutter ist gesund und das Frühchen nicht durch eine sehr seltene Krankheit auf Spezialnahrung angewiesen.)

Muttermilch abpumpen

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Die Frühchenmama sollte in den ersten Stunden nach der Geburt bereits eingewiesen werden in den Umgang mit der Brustpflege, dem Pumpset, den Flaschen und der Technik allgemein. Wichtig ist die Information, dass keine großen Muttermilchmengen in den ersten Tagen zu erwarten sind. Es geht um das Anregen der Milchbildung und die Einstimmung aufs “Stillen” generell.

Eine positive Pump-Atmosphäre erleichtert den Umgang mit der ganzen Situation. Das Gerät sollte als Freund und Helfer in den Tagesablauf integriert werden – nicht selten fühlen sich Frauen an der “Melkmaschine” im negativen Sinne wie eine Milchkuh. Auch diese Gedanken müssen ausgesprochen, besprochen werden – und hier helfen Kontakte zu anderen Frühchenmüttern oder zu Müttern die generell lange Zeit abgepumpt haben.

Der Wert der Muttermilch fürs Baby ist vielen Müttern in dieser extremen einmaligen Lebenssituation nicht bewusst. Sobald dieses Bewusstsein vorhanden ist, klappt es häufig wie von alleine mit dem abpumpen. Wird negativer Druck aufgebaut mit ähnlichen Aussagen wie “Du musst pumpen, das bist Du deinem Kind schuldig” oder “na dann schau wenigsten dass Du Milch zusammen bekommst” oder “naja 20 ml das hat sich ja kaum gelohnt”, sind weder hilfreich noch erwünscht.

Informationen rund um die Milchpumpe und ein Bericht über Zwillinge stillen. Auch für die frühgeborenen Zwillinge aus dem Beitrag wurde wochenlang Milch abgepumpt bis die Beiden in der Lage waren aus der Brust zu trinken.

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Besonderheiten der Muttermilch fürs Frühchen

  • Verdauliches Protein (Eiweiß) wird im Magen-Darm-Trakt genau zu den Aminosäuren (also kleinsten Bausteinen) auf gespalten die für alle Stoffwechselvorgänge und das Wachstum gebraucht werden
  • Unverdauliches Protein sind die Immunstoffe die zur Erhöhung der Infektabwehr gebraucht werden, sie sind einmalig in Muttermilch
  • Lactose (Milchzucker) macht ca. 90 % der Kohlenhydrate aus; wesentlich für die Energiezufuhr, Alpha-Lactose wird im Dünndarm in Glucose und Glaktose gespalten versorgt wird damit z.B. auch der Hirnstoffwechsel und die Beta-Lactose sorgt u.a. für ein leicht saures Darmmilieu und unterdrückt damit das Wachstum von krankmachenden Darmbakterien
  • ca. 10 % Oligosaccharide – heute bekannt als prebiotische Ballaststoffe, die das “Futter” darstellen für die Bifidusbakterienflora im Darm. Besteht eine Bifidusbakterienflora wird das Wachstum krankmachender Darmbakterien nahezu verhindert – Immunschutz !
  • hoher, leichtverdaulicher Fettgehalt – damit wird 40 – 50 % der Energiezufuhr abgedeckt;
  • LCP ist ein besonderer Bestandteil der Muttermilch. Es handelt sich dabei um langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäure. Diese LCP´s (oder LC-PUFA) haben wichtige Funktionen für die Entwicklung von Gehirn, Nervensystem und Sehvermögen und kommen im optimalen Verhältnis in der Muttermilch vor.
  • Schutz vor NEC = Nekrotisierende Enterocolitis – eine schwere Darmerkrankung die besonders häufig bei nicht gestillten Frühchen auftritt Infos zur NEC

Die Muttermilch von Frühgeborenen ist sogar den besonderen veränderten Bedürfnissen angepasst. Sie unterscheidet sich z.B. im Eiweißgehalt von der Muttermilch für reifgeborene Babys. Durch Muttermilchforschung gestärkt und der Kenntnis über die besonderen Ansprüche der Frühchen, sind wir im Jahre 2003 in der Lage die zur Verfügung stehende Muttermilch mit den notwendigen Mikronährstoffen zusätzlich anzureichern.

Vor allem Extremfrühchen hatten vor 15 – 20 Jahren kaum eine Chance zu überleben. Vor 30 oder 100 Jahren wären sie wenige Minuten und Stunden nach der Geburt verstorben. Auf die Extremfrühchen ist die Muttermilch nicht optimal vorbereitet. Die Natur sah unsere Möglichkeiten und Erfolge in der Neonatologie nicht voraus. Deshalb ist Muttermilch die wertvolle Grundbasis in der Ernährung aller Frühchen – bis zu bestimmten Gestationswochen oder Gewichtsentwicklungen muss die Frauenmilch supplementiert – d.h. angereichert werden. Diese Anreicherung soll als Unterstützung gesehen werden – und wird je nach Entwicklungsstand des Babys nach und nach zurück gefahren. Mehr dazu unter FM-Supplement Link oben links.

Was geht da drinnen vor?

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Oje ich wachse!

Einige Mütter haben mir geschrieben dass sie dieses Buch gaaaanz toll und empfehlenswert finden. Es hat ihnen in vielen Situationen geholfen – und lag immer griffbereit ;o) Diesen Mütter-Tipp möchte ich gerne weitergeben – und wünsche interessante Lese-Stunden damit.

Muttermilch macht schlau

Einfluss der Ernährung auf die Gehirnentwicklung

(aid) – Die Ernährung spielt für die Entwicklung des Gehirns eine wichtige Rolle – sowohl in der Schwangerschaft als auch in den ersten Lebensmonaten. Das Gehirn wächst bereits im Mutterleib rasant: Vom sechsten Schwangerschaftsmonat bis zur Geburt verfünffacht sich sein Gewicht. Nach der Geburt reift und wächst es rasch weiter und hat mit zwei Jahren bereits 80 Prozent des Erwachsenengewichtes erreicht. Diese Wachstumsschübe sind stark nährstoffabhängig”, sagte Prof. Berthold Koletzko, Kinderklinik der Universität München, auf einer Veranstaltung des Instituts Danone für Ernährung e.V. in Berlin. Wichtig für die Gehirnentwicklung ist eine gute Versorgung zum Beispiel mit Eiweiß und Energie, Eisen, Zink und langkettigen ungesättigten Fettsäuren. Zum Beispiel lagen Frühgeborene, die in den ersten 30 Lebenstagen eine eiweiß- und energiearme Formelnahrung bekommen hatten, im Vergleich zu eiweiß- und energiereich ernährten Babys mit 18 Monaten in ihrer psychomotorischen Entwicklung um 20 Prozent zurück. Optimal scheint sich das kindliche Gehirn unter dem Einfluss von Muttermilch zu entwickeln: Gestillte Kinder haben im Schnitt einen um drei Punkte höheren IQ als nicht gestillte Kinder. Offensichtlich spielen langkettige Polyenfettsäuren, wie Arachidon- und Docosahexaensäure, dabei eine Schlüsselrolle. Im Gegensatz zu den meisten Säuglingsmilchnahrungen enthält Muttermilch diese Fette in nennenswerten Mengen. Als Bestandteile von Nerven- und Gehirnzellen sowie der Netzhaut werden sie zum großen Teil im wachsenden Gehirn eingelagert. Studien haben gezeigt, dass langkettige Polyenfettsäuren tatsächlich einen Effekt auf die kognitive Entwicklung haben”, so Prof. Koletzko. Bereits im Mutterleib profitieren die Kinder von diesen Fettsäuren.

Anmerkung: Prof. Koletzko empfiehlt bei nicht gestillten Säuglingen die Verwendung von LCP angereicherten Säuglingsanfangsnahrungen.

Prof. Renate Bergmann von der Klinik für Kinderheilkunde der Charité in Berlin machte auf die Rolle von Eisen aufmerksam. Eisen ist notwendig für die Bildung vieler Neurotransmitter und somit ebenfalls wichtig für die geistige Entwicklung des Kindes. In der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf von 15 auf 30 Milligramm pro Tag. Das ist kaum zu schaffen. Deshalb sind für Schwangere niedrig dosierte Eisenpräparate sinnvoll”, sagte Prof. Bergmann
aid, Dorothee Hahne Pressemeldung vom 06.08.2003

Alles Gute wünscht

Ute – Kinderkrankenschwester

Tipp Das Frühchen-Buch geschrieben von einem Arzt speziell für die Eltern von Frühgeborenen. Sehr gut verständlich, übersichtlich, den ganzen medizinischen Bereich erklärend. Auch für Hebammen, Kinderkrankenpflegepersonal und Auszubildende in medizinischen Berufen geeignet.

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