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Stillen - Muttermilch

Stillen von Babys und Säuglingen. Ernährung und Hilfe bei Stillproblemen und Brustentzündung.

Muttermilch ist die optimale Ernährung für unsere Säuglinge. Wunderbar ist es, wenn das Stillen klappt, aber auch über den Umweg Sonde oder Flasche - bei z.B.  Frühgeborenen - ist Muttermilch nicht zu toppen.                

Muttermilchernährung bietet dem Kind eine günstige Grundlage für eine unbeeinträchtigte Entwicklung von Körper und Geist entsprechend seinem genetischen Potential. Für diesen günstigen Einfluss auf die Gesundheit sind viele, sich teilweise ergänzende, Substanzen in der Muttermilch verantwortlich.

Stillen ist schön, wenn wir Mütter bereit sind "einfach zu Stillen". Ohne wenn und aber, ohne den Fokus auf die vielen Vorteile die weiter unten der Vollständigkeit halber aufgeführt werden.

Stillen ist lieben. Hingabe. Wir geben uns dem Baby, der Situation vollkommen hin. In dem wir unserem Baby die Brust reichen verschmelzen wir miteinander. Wir Mütter dürfen uns zärtlichen und liebevollen Blickes ganz der Situation widmen. Beobachten wie unser Kind ruhig und gelassen Schluck für Schluck in sich aufnimmt, mehr und mehr entspannt, bis es wohlgesättigt die Brustwarze loslässt und zufrieden lächelt. Oder energisch die nächste Brust einfordert. Unser Kind folgt ganz und gar seinem natürlichen Hungertrieb. Es lässt nicht locker, bis es hat was es braucht. Und in dem wir uns hingeben, fließt es. Je mehr wir Teil dieser Einheit Still-Mutter-Kind sind, desto besser wird es fließen. Je mehr Vertrauen wir in unseren Körper und in die Natur haben, desto leichter kommen wir "in Fluss".

Wir müssen nichts Tun, wir dürfen nur Sein. Unser Organismus ist wunderbar eingerichtet. Die natürlichen, hormonellen Einflüsse brauchen keine Erinnerung, keine Aufmerksamkeit. Wir brauchen nur ganz und gar bei uns und unserem Baby bleiben. Es anschauen, schnuppern, streicheln, genießen und alles fließt alleine. Es bedarf keiner Anstrengung, keiner Vorsorge, die Natur hat für alles gesorgt. Wir lassen zu, dass Mann (oder Mutter) uns umsorgt damit wir uns von der Geburt und den letzten anstrengenden Schwangerschaftswochen erholen können. Wir lassen uns umsorgen, das Essen reichen und lassen die "Hausaufgaben" los. Genießen, schnuppern, wohlfühlen mit unserem kleinen Sonnenschein. Liebevoller Annäherung, Begrüßung. Stundenlang, tagelang. Nur unterbrochen von Schlaf und nährenden eigenen Mahlzeiten und Dingen die uns gut tun.

Achtsam mit uns umgehen, dürfen wir Mütter spätestens jetzt lernen. Was tut mir gut, wer tut mir gut, was bringt mich in Unruhe? Sich heraus nehmen aus Alltagsgeschehen. Wochenbett - die Phase der Erholung und Umstellung. Auf einen neuen Lebensabschnitt. Paar mit Kind oder plötzlich Großfamilie? Vielleicht auch Alleinerziehend. Egal wie, es braucht Zeit. "Gott hat uns Zeit geschenkt, von Eile hat er nichts gesagt."

Unser Kind wird älter. Die Bedürfnisse ändern sich. Mehr Spiel, mehr Ansprache, veränderte Schlafzeiten. Und wieder die "in sich ruhende Mutter" wird intensiv gebraucht. Umstellungszeiten aus der Kraft der Ruhe und Gelassenheit geht alles leicht. Flexibilität und Spontanität sind gute Begleiter. Sich heraus nehmen aus dem Alltäglichen, eintauchen mit dem Kind immer wieder in die besondere Zeit. Stillzeit. Mutter, werde still. In dir und dann aus dir heraus. Stille tut so gut. Entspannt. Stille dein Kind, dein Kind stillt dich - wenn Du es zulässt. Es schenkt dir Augenblicke, Momente, Seeligkeit, Glück - wenn Du es zulässt. Spürst Du es?

Dein Kind lehrt Dich. Vertraue. Es spricht mit Dir über alle Sinne - sieh hin, fühle hin, höre hin und spüre. Es weiß ganz genau was richtig ist. Seine Erfahrungen sind noch rein und klar und voller Vertrauen. Es weiß was Jetzt richtig ist. Du weißt es eines Tages, wenn es zur Brustmilch noch eine andere Nahrung möchte. Du spürst es, vielleicht mit etwas Wehmut. Vergänglich ist gestern. Jetzt spielt das Leben. Morgen ist noch weit. Freue Dich an der Neugierde, dem Wissensdurst, der Erfahrenswelt Deines Kindes. Es ist das Beste was Dir passieren kann. Folge ihm und es wird richtig sein. Folge deinem Herzen, es weiß was das Wichtigste ist. Vertraue Dir, deinem Kind, dem natürlichen Lauf der Dinge. Liebe lässt frei, fließt frei, hält nicht fest.

Du kannst weiterlesen und noch mehr zum Stillen erfahren. Prüfe stets, bei allem was Du liest, ob dein Verstand oder dein Herz angesprochen werden. Ob dein Vertrauen oder deine Angst mit Wissen gefüttert wird. Das Kind findet seinen Weg an die Brust ganz natürlich. Die Milch kommt in Fluss ganz natürlich. Die Kommunikation zwischen Dir und deinem Kind läuft ganz natürlich. Widerstände sind in Dir, Ego ist in Dir, diese wollen ebenfalls gefüttert werden. Achte auf deine "Kost", was nimmst Du zu Dir? Dient es dem Stillen auf liebevolle Weise? Nährt es Befürchtungen?

Du hast die Wahl - zu jedem Zeitpunkt deines Lebens entscheidest Du was Du denkst, sprichst, lebst. Vertraue auf die natürlichen Abläufe und auf die Liebe und Zärtlichkeit die zwischen Dir und deinem Kind alles fließen lässt. Einfach so.

Ute

Vorzüge des Stillens

  • Stillen ist praktisch
  • Stillen ist günstig - kostet nichts
  • Muttermilch ist wohltemperiert und an den Bedarf jederzeit angepasst
  • Stillen/Muttermilch schützt vor Krankheiten/Infektionen
  • Stillen, dieser von der Natur vorgesehene Saugvorgang, ist optimal für die Entwicklung der Zungen-, Gaumen- und Gesichtsmuskulatur.
  • Muttermilch entspricht optimal den Bedürfnissen und Verdauungskapazitäten des Kindes
  • die optimale Eiweißstruktur für das Wachstum des Babys. Eine Verdoppelung des Körpergewichts wird mit "nur" Muttermilch innerhalb der ersten 4 - 5 Monate erreicht.
  • Immunglobuline zählen ebenfalls zum Eiweiß - werden allerdings nicht zum Körperaufbau sondern zum Immunschutz gebraucht. Eine von vielen  unnachahmlichen Vorteilen der natürlichen Muttermilch, welche das Baby im besonderen Maße schützen.
  • Der Fettgehalt in der Muttermilch ist sehr hoch und steigt im Laufe der Laktationsphase noch an. Das entspricht dem Bedarf des Kindes nach mehr Kalorien. Bei optimaler mütterlicher Ernährung enthält sieeinen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, der Linolsäure und Linolensäure
  • Die hoch gelobten LCP´s (insbesondere Arachidonsäure und Decosahexansäure) sind in einem kleinen, entscheidenden Prozentsatz in der Frauenmilch vertreten, reichern sich im Zentralnervensystem an und beeinflussen in den ersten Lebensmonaten seine Entwicklung günstig. Der Gehalt der LCPs ist in Schwangerschaft und Stillzeit durch den Verzehr von fetthaltigem Fisch wie Makrele positiv zu beeinflussen. Auch hier kann die Mutter über die ausgewogene Ernährung verstärkt positive Effekte beim Baby erreichen.Im Kohlenhydratbereich besteht die Muttermilch zu 90 % aus Laktose. Hier wird vielfach in der Elternliteratur fälschlicherweise von 100 % gesprochen.
  • Oligosaccharide sind die verbleibenden 10 %. Es gibt derer 130 verschiedene identifizierte Varianten. Sie werden, wie Ballaststoffe, im Dünndarm nicht verdaut und von den Bakterien im Dickdarm fermentiert. Sie stellen u. a. das "Futter" für die optimale Bifidusbakterienflora dar, beeinflussen sichtbar den weichen Stuhlgang, der für Muttermilchernährung typisch ist und schützen das Baby vor Infektionen. Prebiotische Ballaststoffe.

Stillen und Allergieprävention

Ein Schutz vor Allergien wird diskutiert - leider steigen trotz Zunahme der Stillraten in unseren Breiten die Allergien an - deshalb wird im Moment empfohlen dass vor allem Kinder, die einen oder mehr Verwandte ersten Grades mit atopischen Krankheiten haben, vier bis sechs Monate voll gestillt werden sollten. Beikost aus wenigen Zutaten sollte schrittweise eingeführt werden und im ersten Lebensjahr  besonders allergene Lebensmittel vermieden werden. Vor allem die Kuhmilch, Eier, Fisch, Nüsse und Zitrusfrüchte.

Ausschließlich Stillen nach dem 6. Monat hat für die Allergieprophylaxe keinen Vorteil - zwei neuere Studien (GINI und eine englische Studie) haben ergeben, dass Babys über den 6. Monat hinaus ausschließlich gestillt sogar ein leicht erhöhtes Allergierisiko haben; Muttermilch bleibt im zweiten Lebenshalbjahr die wichtigste Milchquelle!
 

Nebenwirkung Allergieprophylaxe?


11/2008: Der beste Allergieschutz ist das Vertrauen. Eine Nebenwirkung der Allergieprophylaxe ist, dass das Thema Allergie und eine damit verbundene Symptomatikangst (z.B. Heuschnupfen) ständig präsent sind. Der Fokus liegt phasenweise bewusst, phasenweise unbewusst immer auf der Allergie. Auf Symptomen. Begleitet von der Angst etwas zu verpassen, etwas falsch zu machen, etwas Krankhaftes zu provozieren. Angst verhindert Vertrauen. Wer Angst hat, kann sich sehr schlecht auf sein inneres Gefühl verlassen. Angst dominiert alles.

Wir blicken Ende 2008 auf viele Jahre Stillerfahrung von allergiegefährdeten Säuglingen zurück. Trotz der umfangreichen und aufklärerischen "Stillpropaganda" gibt es keine Meldungen zum Rückgang von Allergien. Aber es gibt viele Frauen die monatelang "durchgehalten" haben um z.B. die "wichtigen 6 Monate" zu erfüllen. Es bleibt ein Beigeschmack des "ich habe mich aufgeopfert und verzichtet". Wer bitte möchte gerne von seiner Mutter hören "wegen Dir habe ich auf dieses oder jenes verzichtet".

Ich habe mit vielen Frauen persönlich gesprochen, viele Mails beantwortet, zum Thema Stillen, Beikosteinführung und Allergie. Es ist auffallend, dass alle Mütter zum langen Stillen die Rechtfertigung "wir haben Allergien in der Familie" genommen haben. Das Stillen rechtfertigen gibt es in zwei Qualitäten. Zum einen eben bei Langzeitstillenden und bei Frauen die abgestillt haben. Wer lange stillt oder kurz bzw. gar nicht stillt, hat das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Das zeigt mir auch viel zur Stillmotiviation. Sehr häufig ist die Stillmotivation aufgebaut über Pflichten - dem Kinde ja nichts Gutes vorzuenthalten. Dazu die sachlich guten Argumente für die Gesundheit von Mutter und Kind und schon hat Frau ein schlechtes Gewissen wenn sie es anders macht. Freude am Stillen? Einfach aus Freude dem Kind die Brust geben? Nein, das muss in unseren Breiten schon mit gutem Grund gemacht werden. Freude ist doch kein Grund! Das ist höchstens eine Nebengabe ;-)
Stillmamas hört auf euch zu rechtfertigen - genießt stattdessen die Stillzeit!

Das Wort "Allergieprophylaxe" transportiert eine Pflicht. Nimmt speziell die Mütter in die Pflicht dafür Sorge zu tragen dass dem Kinde nur gute Muttermilch dargereicht wird. Diese permanente Erinnerung "wir haben Allergien" hält tatsächlich die Allergien in der Familie lebendig. Es ist immer Thema. Wer an Allergien glaubt, wird sie bekommen.

Eine kleine Weisheitsgeschichte übertragbar auf alle Lebensbereiche.
Zwei Mütter mit ihren Kindern treffen sich auf dem Spielplatz. Beide Kinder stürmen freudig auf das Klettergerüst. Die eine Mutter ermutigt ihr Kind, die andere Mutter ruft besorgt "halte dich gut fest, pass auf dass du nicht runterfällst, Achtung, aufpassen ....". Da fällt ein Kind und schreit. Welche Mutter springt los zu ihrem Kind?
Richtig die Angst der Mutter überträgt sich auf das Kind, es fällt. Und wer hatte Recht. Die Mutter -sie sah es schließlich voraus.
Siehst Du dein Kind bereits mit Heuschnupfen? Hast Du es schon immer gewusst dass es sowieso Allergiker wird?

Noch mehr Infos unter Allergieprophylaxe.

Es bleibt unumstritten dass Muttermilch über 4 besser 6 Monate als ausschließliche Ernährung einen positiven Einfluss auf die Gesundheit des Babys hat. Darüber gibt es keine Zweifel! Und Stillen sollte man nicht nur weil Allergien in der Familie bestehen :-)

 

Gespaltene Gefühle  Das Stillbuch für besondere Kinder

Erschienen als Elternratgeber wenn das Baby mit einer Lippen-, Kiefer- oder/und Gaumenspalte geboren wurde.

Es ist ein sehr anschauliches Buch welches alle Fragen rund um das Leben mit Spaltkindern beschreibt. Ein Begleiter für die ganze Familie, aber auch absolut lesenswert als Fortbildung für betreuende Hebammen, Kinderärzte, Kinderkrankenschwestern ...... Auch Fachleute können aus diesem Buch sehr viel Lernen - nicht nur im Umgang mit den Eltern von Spaltkindern. Dabei ist das Buch sehr verständlich geschrieben. Neben den psychologischen Aspekten und therapeutischen Maßnahmen wird vor allem auch dem Stillen und der Ernährung  von Spaltkindern ein großer Platz eingeräumt. Ein Buch das Mut macht.

Und die passende Website dazu Stillen von Spaltenkindern

Das Stillkochbuch. Über 100 Rezepte -...

Ideen gesucht zum kochen in der Stillzeit? Dann ist dieses Buch hier eine gute Wahl. 

"breast is best"  aid Informationsdienst 10.12.2003
 

Muttermilch macht schlau

Einfluss der Ernährung auf die Gehirnentwicklung

(aid) - Die Ernährung spielt für die Entwicklung des Gehirns eine wichtige Rolle - sowohl in der Schwangerschaft als auch in den ersten Lebensmonaten. Das Gehirn wächst bereits im Mutterleib rasant: Vom sechsten Schwangerschaftsmonat bis zur Geburt verfünffacht sich sein Gewicht. Nach der Geburt reift und wächst es rasch weiter und hat mit zwei Jahren bereits 80 Prozent des Erwachsenengewichtes erreicht. "Diese Wachstumsschübe sind stark nährstoffabhängig", sagte Prof. Berthold Koletzko, Kinderklinik der Universität München, auf einer Veranstaltung des Instituts Danone für Ernährung e.V. in Berlin. Wichtig für die Gehirnentwicklung ist eine gute Versorgung zum Beispiel mit Eiweiß und Energie, Eisen, Zink und langkettigen ungesättigten Fettsäuren. Zum Beispiel lagen Frühgeborene, die in den ersten 30 Lebenstagen eine eiweiß- und energiearme Formelnahrung bekommen hatten, im Vergleich zu eiweiß- und energiereich ernährten Babys mit 18 Monaten in ihrer psychomotorischen Entwicklung um 20 Prozent zurück. Optimal scheint sich das kindliche Gehirn unter dem Einfluss von Muttermilch zu entwickeln: Gestillte Kinder haben im Schnitt einen um drei Punkte höheren IQ als nicht gestillte Kinder. Offensichtlich spielen langkettige Polyenfettsäuren, wie Arachidon- und Docohexaensäure, dabei eine Schlüsselrolle. Im Gegensatz zu den meisten Säuglingsmilchnahrungen enthält Muttermilch diese Fette in nennenswerten Mengen. Als Bestandteile von Nerven- und Gehirnzellen sowie der Netzhaut werden sie zum großen Teil im wachsenden Gehirn eingelagert. Studien haben gezeigt, dass langkettige Polyenfettsäuren tatsächlich einen Effekt auf die kognitive Entwicklung haben", so Prof. Koletzko. Bereits im Mutterleib profitieren die Kinder von diesen Fettsäuren.

Prof. Renate Bergmann von der Klinik für Kinderheilkunde der Charité in Berlin machte auf die Rolle von Eisen aufmerksam. Eisen ist notwendig für die Bildung vieler Neurotransmitter und somit ebenfalls wichtig für die geistige Entwicklung des Kindes. In der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf von 15 auf 30 Milligramm pro Tag. Das ist kaum zu schaffen. "Deshalb sind für Schwangere niedrig dosierte Eisenpräparate sinnvoll", sagte Prof. Bergmann
Quelle: aid, Dorothee Hahne,  Pressemeldung vom 06.08.2003

Allergievorbeugung - was ist gesichert?

(aid) - Rund 15% der Säuglinge und Kleinkinder sind in den ersten 3 Lebensjahren von einer Neurodermitis (Fachbegriff: atopische Dermatis) bedroht. Die nächst häufigste allergische Erkrankung in diesem Lebensalter ist das Asthma bronchiale. Das Risiko solch eine Allergie zu entwickeln, wird von den allergiekranken Eltern auf ihre Kinder vererbt. So gelten derzeit ein Drittel aller Neugeborenen als allergiegefährdet.

Ausgelöst werden Allergien im Säuglingsalter vor allem durch Lebensmittel; Kuhmilch und Hühnerei bilden hier die Spitze des Eisbergs gefolgt von Weizen und Soja. Doch wie können Eltern ihre Babys schützen?

Nach dem Motto "breast is best" sollten Säuglinge möglichst 6 Monate ausschließlich gestillt werden. Das empfiehlt auch die WHO - ganz gleich, ob ein Allergierisiko vorliegt oder nicht. Studienergebnisse zeigen, dass Kinder, die 4 bis 6 Monate ausschließlich gestillt wurden, nicht nur in den ersten 4 bis 5 Lebensjahren seltener an Lebensmittelallergien erkranken, sondern auch bis zum 17. Lebensjahr weniger an Heuschnupfen und Asthma leiden.

In seltenen Fällen (0,5%) können auch voll gestillte Säuglinge eine Allergie gegen Lebensmittel bekommen, die die Mutter gegessen hat. Denn Spuren aller Lebensmittel, so auch deren Allergene, können aus der Nahrung der Mutter in die Milch übergehen. Trotzdem sollte die Mutter aus Angst vor Allergien in der Stillzeit und schon gar nicht in der Schwangerschaft auf Kuhmilch, Hühnerei und andere häufige Allergieauslöser verzichten. Denn einerseits können diese geringen Allergenmengen in der Muttermilch auch bewirken, dass sich das Immunsystem des Kindes langsam an das fremde Eiweiß gewöhnt, es tolerieren lernt. Damit später, wenn es diese Lebensmittel einmal selbst isst, der Körper die Stoffe schon kennt und sie auch verträgt. Andererseits besteht die Gefahr, dass Mutter und Kind durch die Diät nicht genug Kalzium, Jod und langkettige, ungesättigte Fettsäuren bekommen, wenn wichtige Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte sowie Fisch gemieden werden.

Wenn Mütter nicht stillen möchten oder können, kommt in den ersten 6 Monaten nur eine hypoallergene Säuglingsnahrung in Betracht. So entwickeln Säuglinge, die eine "normale" Fertigmilch erhalten, deutlich häufiger eine Allergie als unter hypoallergener Nahrung. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fertigmilch auf Kuhmilch- oder Sojabasis hergestellt wurde.

aid, Maria Flothkötter

Gewusst wo nachschauen bei Fragen zur Allergieentwicklung

Allergien vorbeugen, erkennen und behandeln ein Internetbuch und hervorragendes Nachschlagewerk für die wichtigsten Informationen zum Thema Allergie & Asthma bei Kindern. 


 
Asante
Kuschelengel
www.jako-o.de