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Milchnahrung


Liebe Eltern,

es gibt neue Säuglingsnahrungsrichtlinien und seit Mitte 2008 bis Ende 2009 läuft die Übergangsfrist. Das bedeutet dass es unter gleichem  Produktnamen unterschiedliche Rezepturen (Zusammensetzungen) geben kann. Das kann zu Verwirrung, bei Eltern und Babys führen. Zwei wesentliche Veränderungen wird es geben.

Die erste, wesentliche, Veränderung betrifft die Vorgabe des Kaloriengehaltes pro 100 ml Nahrung.

  • Anfangsnahrungen bisher: 60 - 75 kcal / 100 ml
  • Anfangsnahrungen NEU:   60 - 70 kcal / 100 ml
  • Folgenahrungen bisher:     60 - 80 kcal / 100 ml
  • Folgenahrungen NEU:       60 - 70 kcal / 100 ml

Einige Babynahrungen, auch die von mir empfohlene Aptamil-Linie, sind schon lange mit den Zusammensetzungen in diesem Bereich bzw. ganz nahe daran. Andere Babynahrungen, vor allem die günstigen Anbieter die mehr auf Sättigung als auf Muttermilchnähe ausgelegt waren sind jetzt im Zugzwang. Es ist damit zu rechnen, dass das ein oder andere Baby durchaus eine schlechtere Sättigung durch die neuen Rezepturen erfahren wird. Hier bleibt nur, nach Bedarf füttern - denn hungern lassen ist keine Alternative.

Die zweite wichtige Veränderung: Das Stufensystem verschiebt sich.

  • Anfangsnahrungen bisher: 0 - 4 Monate
  • Anfangsnahrungen NEU:   0 - 6 Monate
  • Folgenahrungen bisher:  nach dem 4. Monat
  • Folgenahrungen NEU:    nach dem 6. Monat - nach entsprechender, ärztlicher Empfehlung auch weiterhin nach dem 4. Monat möglich

Diese Einteilung ist für mich logisch nicht nachvollziehbar. Um den 4. Monat erleben die Babys einen starken Wachstums- und Entwicklungsschub. Die Trinkmengen steigen in dieser Phase häufig sehr stark an, daher fand ich die Empfehlung, bei sehr hungrigen Babys auf eine sättigende Folgemilch umzusteigen klug und weise. Nun haben wir die kuriose Situation, dass die Folgenahrungen in Zukunft exakt die gleiche Kaloriendichte aufweisen wie Anfangsnahrungen und trotzdem erst später gegeben werden sollen ....
 

Sich gut informieren,

kritisch Dinge hinterfragen, das Verhalten des eigenen Kindes (Hungerzeichen, Trinkmengen, motorische Fähigkeiten, Neugierde, etc.) beobachten und das innere Gefühl zu "Wort kommen lassen". In Eigenverantwortung gehen - gerade was die Ernährung des Kindes angeht empfehle ich dringend. Jedes Baby, jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit. So wie Mutter und Vater. Vertrauen und Liebe sollte auf dem Speiseplan stehen, anstatt Angst vor Allergien, Fehler zu machen. Individuelle Persönlichkeiten verdienen individuell mit den sinnvollen Babygrundnahrungsmitteln bedient zu werden.

Im Mittelpunkt einer guten Ernährung steht das Kind. Wer seinem Kind eine gesunde, ausgewogene Kost zukommen lassen möchte ist heute gefordert bestimmt Grundlagen zu kennen um selbst Unterscheiden zu können was ist Sinnvoll und was ist Luxus (Spielerei, Leckerli, Nascherei).

Du findest viele Detail-Informationen unter den einzelnen Rubriken in der rechten Spalte. Auf dieser Seite geht es weiter mit etwas älteren, aber immer noch interessanten Schriften rund um die Milchnahrung.

Alles Gute wünscht

Ute Hein

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Es folgen diverse interessante Artikel rund um Flaschennahrung
 

MCPD-Ester

3-MCPD-Ester können seit 2007 erstmalig in zahlreichen Lebensmitteln, auch Babynahrungsprodukten nachgewiesen werden. Sie entstehen beim Reinigungsprozess der verwendeten Öle und Fette und gelangen so auch ungewollt in die Babynahrungen. Eine Stellungnahme dazu gibt es vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Die wichtigste Aussage des Bundesministeriums ist wohl: Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Die Ernährungsgewohnheiten sollten nicht verändert werden. Denn Kuhmilch, Ziegenmilch, Pferdemilch sind auf Grund ihrer Zusammensetzung für Babys nicht geeignet. Die Nahrungsmittelhersteller sind aufgefordert die Werte auf ein Minimum zu senken - aber es ist jetzt schon klar, dass kurzfristige Lösungen nicht zu realisieren sind.

Mein Kommentar: Liebe Eltern, lasst euch nicht in Angst und Schrecken versetzen. Wie schon häufig in den letzten Jahrzehnten wird mit dem Thema Babyernährung sehr viel Angst aufgewirbelt, mit den Emotionen der Eltern gearbeitet, und ganz nebenbei (?) gute Verkaufszahlen der entsprechenden Druckerzeugnisse erreicht.

Wirklich verantwortlichen Umgang mit diesem Thema wäre für mich dass in den Fachkreisen (Ernährungsexperten, Bundesministerium etc.) diese Ergebnisse wahrgenommen werden und dort schnell nach einer Lösung gesucht wird. Und zwar OHNE Eltern aufzuscheuchen. Wir leben hier in einem Land, das so strenge Richtlinien für die Qualität der Babynahrung hat, dass ruhig davon ausgegangen werden darf, dass alles getan wird um optimale Babynahrung herzustellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die warnenden oder ängstigenden Artikel Forschungsergebnisse beschleunigen können ......  Aber ich weiß aus der Vergangenheit dass es Eltern gibt die ruckizucki ihre wirklich sichere Babykost austauschen in vermeintliche Alternativen die dann alles andere als Babygerecht sind.

Es wird mal wieder ein Fokus auf ein angstmachendes Thema gesetzt mit dem fraglichen Sinn was Eltern dazu beitragen können dass es sich ändert. Ihr Einkaufsverhalten ändern bringt nichts - denn es gibt keine vernünftige Alternative wenn nicht gestillt werden kann. Angst ist das was am Ende dabei rauskommt. Angst dem Kind einen Schaden zuzufügen oder bereits zugefügt zu haben, Ohnmacht und Ärger über die Produkte ...... Am Ende stehen Sorgen über Dinge die im Moment nicht zu ändern sind, die gelassen hingenommen werden müssen. Vertrauen aufbringen dass die Hersteller, Zulieferer aber auch der Gesetzgeber in angemessenem Tempo dafür Sorge trägt dass es in Zukunft keine MCPD-Ester Verbindungen mehr in Babynahrungen gibt.

Wenn nicht gestillt werden kann, ist derzeit nichts so sicher wie die Babynahrung. Und diese kann und soll mit einem guten Gefühl gefüttert werden. Denn die Angst der Eltern überträgt sich auf das Kind. Ob sich die Redakteure, Autoren dieser Verantwortung bewusst sind? Egal wer wann und wie die Angst streut - er oder sie belastet damit Eltern und Kinder. Aufklärung ja, Angstmachen nein Danke.

 

Ziegenmilch eine Alternative? Was wird von Herstellerseite versprochen, wie sieht die Realität aus ? Die Quintessenz aus meinen Internet-Recherchen hier. 

 

NEUE Infos zu: Patentierte prebiotische Ballaststoffe GOS / FOS               25.06.06

eine Zutat in Babynahrungen (Aptamil und Milumil) die einen extra Hinweis meinerseits verdient. Durch intensive Muttermilchforschung (Milupa) gelang es mehr Wissen über die Inhaltsstoffe und deren Auswirkung auf das Gedeihen und die Gesundheit von Babys zu erlangen.

Die prebiotischen Ballaststoffe GOS/FOS werden den Nahrungen zugesetzt, in gleicher Menge wie sie in Muttermilch natürlicherweise enthalten sind. Ihre Wirkungsweise ist daher auch vergleichbar.

Sowohl Muttermilch als auch die Nahrungen Aptamil und Milumil fördern eine gesunde, vielfältige Bifidusbakterienflora im Darm des Kindes. Der Darm, welcher ungefähr die Größe eines Fußballfeldes hat, ist durch die Bifidusflora sehr gut geschützt. Dank gut zusammengesetzter Bifidusbakterienflora, so Studienergebnisse, kommt es zu folgenden Vorteilen bei gestillten oder mit patentierten prebiotischen Ballaststoffen angereicherte Säuglingsnahrungen ernährten Säuglingen
  • 50 % Reduktion von schweren Infektionen (Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Infekte)
  • 50 % Reduktion von allergischen Hauterkrankungen (auch bei allergiegefährdeten Säuglingen)
  • muttermilchähnlicher, matschig weicher Stuhlgang ---> löst auch bestehende Verstopfungen bei Säuglingen
  • stärkt insgesamt das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern

Last but not least ist die Kuhmilch immer wieder im Gespräch zur Säuglingsernährung. Hier findest du auch eine Vergleichstabelle wie sich Muttermilch und Kuhmilch unterscheiden. Und dabei klare Aussagen zum Einsatz der Kuhmilch im 1. Lebensjahr.

Thema Zubereitung von Flaschennahrungen. Warum gibt es durch die Hersteller spezielle Anweisungen zur Wassertemperatur usw. ?

Flaschenhygiene und Sauger -Wahl - zwei wichtige Punkte, die nicht selten zu großer Verwirrung und Unsicherheit bei den Eltern führen. Zu finden unter dem Themenbereich "Zubereitung".

Es folgen einige, teilweise kommentierte, Pressemeldungen bzw. Gedanken zum Thema Flaschenernährung.

 

Stillen und das Dogma 

warum fühle ich mich als Rabenmutter wenn das Stillen nicht gut klappt? Hier ein interessanter Bericht, veröffentlicht in der "Zeit.de".

 

Independent Women's Forum bezeichnet Warnungen der Vereinten Nationen als unnötig

13.05.2005 - 01:37 Uhr Washington (ots/PRNewswire) - - Neue Studie bestätigt, dass Säuglingsnahrung tatsächlich sicher und nahrhaft ist Das Independent Women's Forum hat heute eine Studie veröffentlicht, die bestätigt, was Millionen von Müttern rund um die Welt bereits bekannt ist: Säuglinsnahrung ist sicher und nahrhaft. Die Studie, die von Dr. Scott Gottlieb, einem praktizierenden Arzt und Mitarbeiter des American Enterprise Institute, durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass die Richtlinien der Vereinten Nationen Frauen unnötigerweise vor der Verwendung von Säuglingsnahrung abschrecken. Auch wenn das Stillen nach wie vor als bevorzugte Ernährungsmethode gelten muss, führen diese Warnungen in manchen Fällen zu einer Verschlechterung der Situation von Frauen und Säuglingen. "Die IWF-Studie bestätigt, dass Säuglingsnahrung sowohl sicher als auch eine gute Ernährungsquelle für Säuglinge ist", sagte Nancy M. Pfotenhauer, die Präsidentin des Independent Women's Forum. "Aufgrund dieser neuen Ergebnisse drängen wir die WHO dazu, die vorgeschlagene Resolution bezüglich Säuglingsnahrung nicht mehr länger zu erwägen und die fehlgeleiteten Richtlinien hinsichtlich der Ernährung von Säuglingen und Kindern zu modifizieren." Dr. Gottlieb hat festgestellt, dass die Richtlinien der WHO, die ohne Rücksicht auf individuelle Situationen das Stillen als die einzige empfehlenswerte Ernährungsmethode festschreiben und Frauen absichtlich keine angemessenen Informationen über Säuglingsnahrung als Alternative zum Stillen anbieten, eine Gefährdung für viele Frauen bedeuten können. Frauen werden wichtige Informationen über Optionen vorenthalten, die für Ihre gesundheitlichen und sozialen Bedingungen eventuell besser geeignet sind. "Die WHO-Aktion, die nur das Stillen als akzeptable Ernährungsmethode empfiehlt, folgt dem gleichen Konzept wie andere Maßnahmen der WHO im öffentlichen Gesundheitsbereich. Es wird grundsätzlich eine einheitliche Lösung propagiert, die keinen Platz für individuelle Erfordernisse lässt", sagte Gottlieb. Die Studie lieferte unter anderem die folgenden Ergebnisse: -- Wissenschaftliche Untersuchungen unterstützen nach wie vor die Überzeugung, dass das Stillen die wichtigste Ernährungsform für Säuglinge ist. -- Die Wirksamkeit und Sicherheit von Säuglingsnahrung wird durch rigorose Studien bestätigt, und neue Säuglingsnahrung unterliegt strengen behördlichen Auflagen durch die US-Lebensmittelschutzbehörde FDA. -- Enggefasste Vorschriften, die eine Einheitslösung propagieren und das Stillen als die einzige Methode zulassen, während Frauen gleichzeitig Informationen über die Vielzahl der Optionen sowie die Risiken und Vorteile der verschiedenen Ansätze vorenthalten werden, können dazu führen, dass es Müttern und insbesondere ihren Kindern schlechter geht. -- Es gibt klar umrissene Umstände, unter denen Säuglingsnahrung die bevorzugte oder sogar die erforderliche Ernährungsstrategie ist, um die Gesundheit eines Neugeborenen zu optimieren. IWF hegt die Befürchtung, dass die Richtlinien, die von den Vereinten Nationen debattiert werden, den Gegnern von Säuglingsnahrung Vorschub leisten und deren Drängen nach einem weltweiten Verbot für Säuglingsnahrung Antrieb geben könnten. Eine solche Maßnahme würde das Rad für Frauen um Jahrzehnte zurückdrehen. Die WHO, die Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen, beabsichtigt am 16. Mai 2005 anlässlich des 58. Weltgesundheitstreffens in Genf, über eine Resolution abstimmen zu lassen, die vorsieht, dass Produkte zur Säuglingsernährung mit schwarzen Warnetiketten versehen werden müssen. Die Studie (verfügbar auf der IWF-Website unter: http://www.iwf.org) wurde von Dr. Scott Gottlieb durchgeführt, einem praktizierenden Arzt und Mitarbeiter des American Enterprise Institute. Dr. Gottlieb war von 2003 bis 2004 als Senior Advisor und Director of Medical Policy bei der US-Lebensmittelbehörde FDA tätig. Website: http://www.iwf.org

Mein Kommentar zu dieser Pressemeldung:

Ja, Stillen ist optimal und ideal für Mutter und Kind.

Aber dass was Mütter, die nicht (ausreichend) Stillen können oder wollen erleben wenn sie sich über Babyernährung aus der Flasche informieren möchten ist nicht lustig. Die Schwestern und Ärzte in Geburtshilflichen Kliniken können oder dürfen ...  nicht informieren. Es steht der gute Stillruf zu verlieren wenn sie sich mit der Zubereitung und der Auswahl der passenden Anfangsnahrung auskennen ......  Hebammen brauchen (meistens) zunächst einmal sehr lange praktische Erfahrung in der Wochenbettpflege oder eigene Kinder die nicht freudig an die Brust hüpften damit sie sich öffnen für Muttermilchersatznahrungen und entsprechende Infos ohne schlechtes Gewissen (hallo) weitergeben.

 Flaschenmütter werden nicht selten als Mütter der 2. Wahl behandelt. Sie stehen unter ständigem Rechtfertigungsdruck "was du stillst nicht!"

Stillende die eigentlich schon lange spüren dass ihre Muttermilch nicht ausreicht, ein unruhiges und unzufriedenes Stillkind haben, können sich dieses Mankow (zu wenig Milch) nicht eingestehen - vorher werden negative Gewichtsentwicklungen schön geredet, weil ein immenser Druck durch die (auch medizinische) Umwelt entsteht "du musst 6 Monate voll stillen". Mütterliche Intuition unterliegt dogmatischen Empfehlungen, angeheizt durch gut gemeinte, aber häufig am Ziel vorbei schießende Still-Ratschläge.

Ergattert die Mutter dann mehr oder weniger selbstbewusst eine Milchnahrung für ihr hungriges Kind, kann ihr kaum Jemand Auskunft darüber geben ob sie jetzt HA, oder Pre, oder doch schon bei einer 2er Nahrung richtig wäre ..... Die Unsicherheit bleibt. Denn der Markt ist groß - aber die Information zur Flaschenernährung ist schmal und ein Balanceakt für die Hersteller. Ähnlich wie die Zigarettenwerbung verboten ...... natürlich enthalten sie die Aufdrucke dass Stillen besser wäre ..... an die Gefühle einer Mutter, die verzweifelt das Stillen versuchte und dem hungernden Kinde traurig das Fläschchen gibt, daran denkt keine WHO ...... Wie gut dass wir das schlechte Gewissen mit jeder Packung mitgeliefert bekommen (Vorsicht Ironie).

Die schwarzumrandeten Warnhinweise sind jetzt wohl vom Tisch - nicht zu letzt weil sich das IWF dafür eingesetzt hat. Ich frage mich schon lange - bin ich als Frau bei der WHO Mensch der 2. Klasse? Mir werden sämtliche mütterliche Kompetenzen ab Geburt des Kindes abgesprochen. Ich muss geschützt werden vor

  • Informationsmaterial über Säuglingsernährung
  • Vor Kleinpackungen von Säuglingsnahrung - sprich Proben, denn ich laufe als Mutter Gefahr meinem Kind trotz voller Brust tatsächlich eine Fertignahrung anzuschütteln, und weil ich eine Probe bekommen könnte wird mein Stillwille gebrochen ......
  • Mir wird vorgeschrieben dass ich 6 Monate voll zu stillen habe .... das Kind kann vorher keinen Mehrbedarf haben ... wie gut dass Kinder und Mütter durch Einsatz natürlicher Wehen hier und heute wenigstens noch ihren Geburtstag frei bestimmen dürfen. 

Hallo - wo leben wir eigentlich? Ich dachte in Europa - mit Schulbildung, freier Meinungsbildung und Pressefreiheit .... ?

Solange ich mich mit dem Thema Babyernährung beschäftige, solange staune ich über die Inkompetenz die man uns Müttern / Frauen unterstellt. Was die Säuglingsernährung anbetrifft werden Frauen einseitig informiert. Oder auch bewusst falsch informiert. Mit Ängsten wird gearbeitet. Das tut weder den Stillenden selbst gut - noch den Flaschenmüttern, die möglicherweise gerne gestillt hätten aber aus welchen Gründen auch immer dieses nicht konnten oder durften.

Ich bin für eine sehr gute Information zum Thema Stillen, die aber nicht darauf aufgebaut sein darf, Ängste zu schüren und medizinisches Fachpersonal zu manipulieren. Eingeschränkte Werbung für Babynahrungsprodukte ja - aber keine angstmachenden oder polemischen Warnhinweise nur um das Stillen attraktiv zu machen. Das ist für mich der falsche Weg. Danke IWF.

Und ganz wichtig: Mir Stillfeindlichkeit unterstellen zu wollen funktioniert nicht. Ich habe zwei Kinder satt und gerne gestillt. Aber mir ist ein sattes Flaschenkind lieber, als ein hungriges Stillkind. Und deshalb gibt es meine Seite. Es geht nur um eines:

Die Kinder der Welt sollen nicht hungern müssen ........ und hier im reichen Europa, mit den Möglichkeiten auf Flaschennahrung zurückgreifen zu können, ist es geradezu eine Schande wenn es dennoch passiert.

Ute 

Informationen zum Thema


Bakteriensuppe in der Babynahrung?

Grundsätzlich sollte Eltern klar sein, dass es sich beim Babynahrungspulver nicht um Sterilware handelt, sondern um gut kontrollierte Nahrung welche normale Keime beinhaltet. Ist eine Babynahrung angeschüttelt und bleibt stundenlang stehen, kann sie sich ungewollt zu einer Bakteriensuppe verwandeln. Das kann zu schwersten Durchfällen führen.

Die Hersteller von Babynahrung beschreiben auf ihren Päckchen genau wie die Nahrung zubereitet werden soll. Aber warum muss das Wasser abgekocht und abgekühlt werden, wieso soll jedes Fläschchen frisch zubereitet werden? Sowie viele weitere Fragen rund um dieses Thema möchte ich hier klären. Nur wer weiß warum welches Vorgehen wichtig ist, hält sich an die Angaben und versteht warum die Hersteller so strenge Vorgaben machen.

Trotzdem halten sich hartnäckig, häufig sogar unterstützt durch Empfehlung von Kinderkrankenschwestern, Hebammen, Kinderärzten und  Buchautoren, die guten Ratschläge Babynahrung für 24 Stunden fertig zu machen und diesem im Kühlschrank aufzubewahren. Dieser gut gemeinte Ratschlag, kann lebensbedrohliche Folgen haben.

 

Es folgt ein Artikel von mir verfasst April 2003

Prebiotik, LCP´s, HA und was sonst noch in der modernen Säuglingsernährung Beachtung finden sollte. Muttermilch der goldene Standard im Visier.

Muttermilch als der goldene Standard wird in kleinen, bedeutenden, Schritten immer besser nachgebaut. Unbestritten bleibt Muttermilch die absolute Nummer 1 und wer stillen kann, braucht sich  um viele Details nicht zu kümmern. Die Natur hat es richtig gerichtet - wir können und sollten ihr vertrauen.

Muttermilch enthält
 

  • die optimale Eiweißstruktur für das Wachstum des Babys. Eine Verdoppelung des Körpergewichts wird mit "nur" Muttermilch innerhalb der ersten 4 - 5 Monate erreicht.
  • Immunglobuline zählen ebenfalls zum Eiweiß - werden allerdings nicht zum Körperaufbau sondern zum Immunschutz gebraucht. Eine von vielen  unnachahmliche Vorteile der natürlichen Muttermilch welche das Baby im besonderen Maße schützt.
  • Der Fettgehalt in Muttermilch ist sehr hoch und steigt im Laufe der Laktationsphase noch an. Das entspricht dem Bedarf des Kindes nach mehr Kalorien. Bei optimaler mütterlicher Ernährung enthält sie
  • einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, der Linolsäure und Linolensäure.
  • Die hochgelobten LCP´s (insbesondere Arachidonsäure und Decosahexansäure) sind in einem kleinen, entscheidenden, Prozentsatz in der Frauenmilch vertreten, reichern sich im Zentralnervensystem an und beeinflussen in den ersten Lebensmonaten seine Entwicklung günstig. Der Gehalt der LCPs ist in Schwangerschaft und Stillzeit durch den Verzehr von fetthaltigem Fisch wie Makrele positiv zu beeinflussen. Auch hier kann die Mutter über die ausgewogene Ernährung verstärkt positive Effekte beim Baby erreichen.
  • die optimale Eiweißstruktur für das Wachstum des Babys. Eine Verdoppelung des Körpergewichts wird mit "nur" Muttermilch innerhalb der ersten 4 - 5 Monate erreicht.
  •  
  • Im Kohlenhydratbereich besteht die Muttermilch zu 90 % aus Laktose. Hier wird vielfach in der Elternliteratur von 100 % gesprochen. Seit ca. 20 Jahren weiß die Wissenschaft darum - dennoch wird bis Heute empfohlen Muttermilchersatznahrung im Kohlenhydratanteil mit 100 % Milchzucker (Laktose) und damit als Pre-Nahrung anzubieten.
  •  
  • Oligosaccharide sind die verbleibenden 10 %. Es gibt derer 130 verschiedene identifizierte Varianten. Sie werden wie Ballaststoffe im Dünndarm nicht verdaut und von den Bakterien im Dickdarm fermentiert. Sie stellen u. a. das "Futter" für die optimale Bifidusbakterienflora dar. Beeinflussen sichtbar den weichen Stuhlgang der für Muttermilchernährung typisch ist und schützen das Baby vor Infektionen.


Viele Studien, u. a. die SuSe-Studie*, zeigt dass die Stillphase für Mütter häufig nach wenigen Wochen bereits vorbei ist. Plötzlich stehen Mütter und Väter vor der Entscheidungsfrage welches ist die beste Alternative zur Muttermilch. Oder was lässt sich am besten kombinieren (Zwiemilchernährung).

Die Werbung lässt uns wissen dies oder jenes Produkt ist das Beste, das Günstigste, das Bekannteste ...... usw. Ob blaue, grüne oder gelbe Päckchen, ob Tiermotive oder doch die Wiege unterm Baum ...... hier wird die Emotion angesprochen. Babynahrung kaufen ist ein emotional geleiteter Vorgang. Wirklich? Oder ist es das nur, weil Mutter/ Vater mit der plötzlich eintretenden Situation überfordert sind? Baby ist nicht mehr satt .... es muss Ersatz her! Und sind nicht alle Nahrungen gleich?

Ich begrüße sehr dass bereits in der Schwangerschaft die Themen Stillen und Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit zunehmend Raum finden und ernst genommen werden. Dennoch bleibt es ein ausbauwürdiges Thema. Nicht von ungefähr berichten stillfreudige Mütter dass zuwenig Unterstützung und Information im Vorfeld ein Grund für zu frühes abstillen oder zufüttern
mit verantwortlich sind . Die SuSe-Studie belegt es deutlich mit Zahlen.

  • 91 % der Mütter möchten stillen - Wunsch vor der Geburt
  • 86 % stillen am 5. Tag nach der Geburt
  • 58 % stillen voll mit 2 Monaten und weitere 12 % bekommen Zwiemilch
  • 45 % der Mütter stillen 4 Monate voll
  • 13 % stillen 6 Monate voll


Bereits der Start in den Entbindungskliniken ist mitentscheidend wie sich das Stillen weiter entwickelt. Zuwenig bekannt scheint noch immer, dass Stillende sich bei freiberuflichen Hebammen, Laktationsberaterinnen, Stillgruppen und Stillberaterinnen Zuspruch und Unterstützung holen können.

"Breast ist best" der Leitspruch bei allen Stillberaterinnen und "Stillen ist die beste Ernährung für Ihr Baby. Sprechen Sie bitte mit Ihrer Klinik oder Ihrem Kinderarzt, wenn Sie eine Säuglingsmilchnahrung verwenden wollen." So der Gesetzestext auf einer Nahrungsprobe. Oft gehört, ständig gelesen, doch was nutzt es?

Die Zahlen der SuSe-Studie sprechen eine deutliche Sprache. Fakt ist, dass die Stillberatung einen noch größeren Stellenwert bekommen sollte. Beim lesen der Zahlen sollte man den Eindruck bekommen, dass sich Schwestern, Hebammen und Ärzte/innen besser mit Muttermilchersatznahrungen auskennen als mit dem Stillen.

Dieser Schein trügt jedoch. Meine Erfahrung über babyernaehrung.de und im Forum schnullerfamilie.de zeigen in erschreckendem Maße an dass es nur selten konkrete, auf die Bedürfnisse des Babys ausgerichtete Nahrungsempfehlungen gibt. Frei nach dem Motto "alle Nahrungen sind gleich" werden fragende Eltern in Drogeriemärkte und Apotheken geschickt um sich dort vor den Regalwänden das vielleicht Passende zu suchen. So sieht die Beratungspraxis in Deutschland aus. Prompt fühlen sich Mütter im Stich gelassen. Zum meist schlechten Gewissen, dass eigene Baby nicht mit der Brust satt zu bekommen, gesellt sich Überforderung, bedingt durch Schlafmangel. Es wird nach Emotion und/oder Preis gekauft, um hinterher möglicherweise festzustellen dass es entweder unnötig oder das falsche Produkt war. Servicewüste Deutschland ...... fällt mir auch spontan dazu ein.

Wir haben einerseits das Glück, über solide arbeitende Babynahrungshersteller Informationen einholen zu können um sich ein konkretes Bild von den Produkten zu machen, und andererseits offensichtlich die große Scheu Dinge beim Namen zu nennen, Analysen zu hinterfragen, Vergleiche zuzulassen. Die Gleichmacherei - Ignoranz gegenüber den Ergebnissen der Muttermilchforschung ist einfach einmalig. Oder das Ergebnis "unseres" (Fachpersonen) Desinteresses an der Säuglingsernährung.
 

Alle Babys sind gleich,

alle Nahrungen sind gleich, offensichtlich ist dies der einfachste Beratungsweg überhaupt. Für mich zeigt sich gerade die Muttermilchforschung , die mühsam umgesetzten Ergebnisse in diverse Nahrungen, sind die besten Argumente pro Stillen. Warum sind LCPs wichtig - für die Entwicklung von Säuglingen. Es ist Einer der Gründe warum wir Muttermilch so schätzen. Wir haben das Wissen darum, dass LCP´s nachhaltig die neurologische Entwicklung des Kinder positiv beeinflusst. Mütter die sich mit solchen Forschungsdaten beschäftigen, finden darin übrigens ein weiteres Argument viel Geduld im Stillen üben an den Tag zu legen. Informierte Mütter stillen übrigens länger - und wenn sie nicht stillen wollen, sollen, können ist das Wissen um diese Forschungsergebnisse wichtig für die Kaufentscheidung.

Prebiotische Ballaststoffe eines der neueren Themen der Muttermilchforschung welches jetzt in einzelnen Nahrungen umgesetzt wird. Ich verfolge gespannt, wie lange dieser Entwicklungsschritt braucht um national und international anerkannt zu werden. Bei den LCP´s gibt es diese Anerkennung - aber es scheint die wenigsten Hersteller zu interessieren diese Erkenntnisse umzusetzen.

HA-Nahrungen werden seit Jahren per Langzeitstudien erforscht und durch diverse Kommissionen wurden sehr frühzeitig Lobeshymnen gesungen. Ich erinnere mich besonders an Anfang der 90 er Jahre. Die Allergieraten sollten sinken, ja Allergien im Kindesalter gar ausgerottet werden. Mit Hilfe der HA-Nahrungen. Was von Anfang an "übersehen" wurde, Muttermilch hat kein hydrolysiertes Eiweiß .... sie ist nicht hypoallergen oder nonallergen. Muttermilch bringt dem Körper der Babys die passenden Eiweiße und Dank der Immunglobuline auch einen gewissen Allergieschutz. Die Euphorie mit HA-Nahrungen die Allergieraten zu senken ist vergangen. Wir sind heute zwar schlauer - aber keinen Schritt weiter in der Bekämpfung der Allergien.

Muttermilch im Visier - das Wissen um die wertvollen Inhaltsstoffe optimal umgesetzt das ist moderne Säuglingsernährung. Denn auch die Mütter, die nicht stillen wollen, aus gesundheitlichen Gründen nicht dürfen oder längerfristig nicht stillen können, haben das Recht auf gute Beratung und sehr gute Nahrungen.

Ausgehend davon, dass 91 % aller Mütter das Stillen als natürlichste Ernährungsform angestrebt haben gehe ich davon aus, dass ein Großteil dieser Mütter sich ausschließlich mit Stillen beschäftigt hat. Das heißt sie sind nicht informiert was die Wahl von Flaschennahrungen oder dem Umgang damit angeht. In der Situation hungriges Kind - es muss eine Entscheidung getroffen werden bezüglich Zwiemilch sind Mütter und Väter auf konkrete Hinweise und Beratung angewiesen. Es gibt viele Möglichkeiten als Fachfrau damit umzugehen ...... ich jedenfalls habe mich für diese hier entschieden.

 

*SuSe-Studie 1997/98 wurde im Auftrag des Forschungsinstitutes Dortmund (FKE) die erste bundesweite Studie zu Stillen und Säuglingsernährung durchgeführt. Eine neuere Studie dazu gibt es bisher nicht.

 
Asante
Kuschelengel
www.jako-o.de