Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Darunter versteht man, wenn bestimmte Nahrungsmittel Symptome des Unwohlseins/Krankheit hervorrufen.
Nahrungsmittelallergien
dagegen laufen mit der Beteiligung, nämlich einer Überreaktion, des Immunsystems ab. Bei einer echten Allergie erkennt der Körper auch kleinste Eiweißbestandteile und zeigt daraufhin seine Abwehrreaktion. Während bei einer Unverträglichkeit meistens bestimmte (kleine) Eiweißmengen ohne Reaktion bleiben. Und die Symptome im Laufe des Kleinkindalters meistens wieder verschwinden.Im Säuglings- und Kleinkindalter gibt es manchmal bereits diese Verdachtsmomente ausgelöst durch z.B.
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sehr starke Blähungen (siehe auch Blähungen)
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schaumige Stühle (kann Hinweis sein - muss nicht!)
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blutige Stühle
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mangelnde Gewichtszunahme bei altersgerechter Trinkmenge
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schwallartiges Erbrechen (siehe auch Speikinder)
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Nahrungsverweigerung
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Hautekzeme
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häufige schwere Infekte (Hals, Nase, Lunge)
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Die nachfolgende Beikost muss ebenfalls entsprechend abgestimmt sein. Mehr dazu etwas weiter unten.
Zeigt ein flaschenernährtes Baby Symptome einer "Milchunverträglichkeit/allergie" sollte auch die Flaschennahrung gewechselt werden. Damit meine ich nicht von einer Marke zur anderen Marke zu wechseln, sondern den Nahrungstyp zu wechseln.
Von Kinderärzten werden unterschiedliche Empfehlungen ausgesprochen. Diese hängen einmal mit den Symptomen des Kindes zusammen, und auch mit der Meinung (Wissensstand) des Arztes.
Bei schweren Erkrankungssymptomen wie z.B. wiederholende Durchfälle womöglich mit blutendem Stuhlgang, oder starken Atemwegsproblemen muss das Kind erst mal stabilisiert werden. Das bedeutet der Arzt wird eine Hydrolysatnahrung empfehlen zur Therapie. Die gängigsten sind wohl Pregomin (sehr stark gespaltenes Sojaeiweiß), Alfaré (sehr stark gespaltenes Milcheiweiß), Nutramigen (stark gespaltenes Casein-Milcheiweiß) und Pregomin AS (freie Aminosäuren nach dem Muster der Muttermilch – Nonallergen). Unter dieser Diät wird sich die Gesundheit des Kindes wieder herstellen und es können weitere Ernährungsschritte geplant werden. * wichtiger Hinweis
Nachdem sich der Zustand stabilisiert hat, es dem Baby gut geht, könnte (unter Abstimmung mit dem Arzt) auf eine Sojanahrung umgestellt werden. Meist wird eine Zeit von ca. 2 Monaten der Darm mit Hilfe einer Hydrolysatnahrung stabilisiert. Immerhin vertragen dann 75 % der Babys mit einer "Milchallergie/-unverträglichkeit" eine Sojanahrung. Zumeist wird eher Angst davor gemacht, weil ca. 25 % der Kinder dann zur Milch- auch eine Sojaallergie/-unverträglichkeit entwickeln.
Der Vorteil von einer Sojanahrung ist der günstigere Preis und der deutlich bessere Geschmack teilweise auch die bessere Sättigung.
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Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie bei Kindern ist weder auf einfache Hauttests noch auf Bluttests Verlass. Zu dieser Einschätzung kommt der Allergologe Paul Brand aus Zwolle, Niederlande.
Auf dem Jahreskongress der European Respiratory Society in München berichtet der Allergologe, dass in Zwolle zwei Drittel aller herkömmlich festgestellten „Kuhmilchallergien“ bei Kindern durch doppelblinde placebokontrollierte Tests ausgeschlossen wurden. Doppelblind und placebokontrolliert bedeutet, dass abwechselnd der vermeintliche Allergieauslöser und eine erwiesenermaßen harmlose Substanz auf die Haut gegeben wird. Dabei ist weder dem Tester noch dem auswertenden Arzt noch der Testperson bekannt, wann welche Substanz aufgetragen wird.
Den Einwand, dass bei schweren oder offenkundigen Symptomen ein Doppelblindtest überflüssig sei, hält Brand nicht für stichhaltig. Denn angebliche „allergische“ Reaktionen, auch schwer verlaufende, wurden bei seiner Überprüfung genauso bei Placebos beobachtet.
Selbst bei Babys und Kleinkindern traten in jeder vierten Placebotestung Symptome auf, die bei anderen Tests als allergische Reaktion gewertet worden wären. Brand plädiert daher dafür, Nahrungsmittelallergien immer mit Doppelblind-Studien zu kontrollieren.
NEU: Hinweis zur Erstattungsfähigkeit von Spezialnahrungen.
Ab dem 01.10.2005 treten geänderte Richtlinien zur Erstattungsfähigkeit von Spezialnahrungen in Kraft.
15.4.3 Verordnungsfähige Standard- und Spezialprodukte
Bei gegebener Indikation erfolgt die Versorgung mit Elementardiäten und Sondennahrung in Form von norm- oder hochkalorischen Standardprodukten (bilanzierte Diäten); hierzu zählen auch gegebenenfalls
— Produkte mit Anpassung für Niereninsuffiziente, altersadaptierte Produkte für Säuglinge und Kleinkinder,
— Elementardiäten (so genannte Trinknahrung) mit hochhydrolysierten Eiweißen oder Aminosäuremischungen für Säuglinge und Kleinkinder mit Kuhmilcheiweißallergie oder Patientinnen und Patienten mit multiplen Nahrungsmittelallergien, usw.
Bei entsprechender medizinischer Indikation und Verordnung durch den Kinderarzt, Allergologen etc. müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Es handelt sich dabei um Hochhydrolysate wie z.B. Pregomin oder Pregomin AS.
Dieses Buch ist sinnvoll, wenn man in seinem Standardwerk keine ausführliche Kinder-Rubrik hat. Ansonsten siehe Buch oben.
Mein dringender Hinweis - Warnung
Sojadrinks aus dem Reformhaus oder Bioladen sind NICHT für Babys und Kleinkinder geeignet!!! Sie haben keine Muttermilchnähe, kaum Calcium, stimmen weder in der Vitaminierung noch in den Eiweiß – Fett –Kohlenhydrat Bereichen. Die Gefahr – Fehlernährung!Dasselbe gilt für die so genannten Reismilch en. Sie sind auf Grund ihrer Zusammensetzung KEINE Alternative für Säuglinge und Kleinkinder.
Ziegenmilch wird häufig empfohlen, sollte dann aber UNBEDINGT Calciumangereichert sein, sowie die Vitaminierung und Schadstoffkontrollen wie Babynahrung haben. Ich habe mich intensiv mit einem Hersteller auseinander gesetzt und bin zu dem Schluss gekommen ich werde es NICHT empfehlen. Das Thema Ziegenmilch wird ausführlich auf einer eigenen Seite besprochen.
Nachtrag zur Ziegenmilch ... Ziegenmilchsäuglingsnahrung ....
Auch beim Kinderärzte-Kongress am 16./17.09.00 gab es eine eindeutige Absage an das füttern von Ziegenmilch - die einzige im Handel erhältliche Säuglings-Ziegenmilch wurde von den Allergologen als nicht "vertretbar, da die Bestimmungen und Vorschriften nicht voll umgesetzt sind" abgelehnt. Außerdem gebe es Kreuzreaktionen von Ziegen- und Kuhmilch. Ein Hersteller bestritt schriftlich an mich diese Möglichkeit einer Kreuzallergie (Juni 2001) und es so kam es zum Entschluss mich diesem Thema auch hier zu widmen.
Relativ häufig wird auch empfohlen (meist bei Hautkindern) auf eine gängige H.A. Milch umzustellen. Dazu sollte man zwei Dinge wissen.
1. H.A. ist auf Milchbasis und 2. H.A. ist KEINE Therapie-Nahrung.
2. Sollte man dieser Empfehlung folgen wollen ist die Auswahl der H.A. Nahrung entscheidend. Je feiner der Hydrolysegrad, umso sicherer die Nahrung. Hierfür kämen nach meinem Empfinden nur Aptamil H.A. und evtl. Hipp H.A. in Frage. Aber Vorsicht - IMMER mit dem Kinderarzt besprechen!!! Es funktioniert auch nur bei einer Unverträglichkeit. Eine Allergie läuft über Beteiligung des Immunsystems, und dieses würde sofort die kleinen Milchbestandteile erkennen.
3. Neue Erkenntnisse zum Thema "Neurodermitis" und Prophylaxenahrung unter Allergieprophylaxe zu finden (Juni 2001)
Du merkst es vielleicht, ich halte diese Umstellungsmethode nicht für sehr erfolgsversprechend und sinnvoll.
Die Beikost
sollte auf etwaige Milchbestandteile (oder Hühnereiweiß) geprüft werden. Auf der Zutatenliste steht ALLES was in die Dose/Päckchen/Gläschen gefüllt wurde. Trotzdem sollte stets auf den Hinweis "milchfrei" oder gegebenenfalls "hühnereiweißfrei" geachtet werden. Es können aus produktionstechnischen Gründen zum Beispiel Spuren von Milcheiweiß im Produkt sein. Nur wenn der Hersteller es garantieren kann, wird es auf der Verpackung als "milchfrei" deklariert. Vorsicht also auch bei Keksen und der gleichen !!! Bei Unsicherheiten den Hersteller fragen – bei einer guten Firma bekommst du auch eine Auskunft.Alle Babynahrungshersteller geben Zutatenlisten ihrer Produktlinie auf Anfrage heraus.
Weitere Unverträglichkeiten oder Allergien gibt es natürlich auch bei anderen Lebensmitteln. Nüsse, Hühnerei, Weizen oder glutenhaltige Getreide allgemein (siehe Zöliakie unter Fachbegriffe), sehr selten auch Reis oder Mais, sowie Reaktionen auf Gemüsesorten von Karotte bis Zucchini. Auch Konservierungsstoffe, Hefe, Glutamat und Gewürze können Unverträglichkeiten hervor rufen - zumeist erst im 2. Lebensjahr - davor besteht normalerweise kaum der Verzehr dieser möglichen Auslöser.
In allen Fällen bedeutet die beste Therapie den Rohstoff zu meiden.
In erster Linie gilt es den Verursacher auszumachen und dann zu meiden.
Buchtipp:
Nahrungsmittelallergie - Ein Leitfaden für Betroffene
Die Autorin Karin Buchart beschreibt sehr fundiert auf was es bei der Diagnose und Therapie Nahrungsmittelallergie ankommt. Hintergründe werden klar - zeigen aber auch Wege auf durch den Dschungel der Empfehlungen. Wer selbst unter Nahrungsmittelallergien leidet, oder ein Kind hat welches darunter leidet, muss lernen mit Deklarationen auf Verpackungen umzugehen. Kritische Inhalts- oder Zusatzstoffe müssen erkannt und verbannt werden. Mögliche Kreuzallergien sollten bekannt sein, um diese verhindern zu können.
Es werden sehr detaillierte Infos gegeben zu den verschiedenen Formen der
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Milchallergie und ihrer diätetischen Behandlung |
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Allergene im Hühnerei |
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Allergenarmes Kochen für Fischallergiker |
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Sojaallergie |
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Getreideallergene |
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Nussallergien |
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Kreuzallergien zwischen Pollen und Nahrungsmitteln und vieles mehr |
Eine weitere Rubrik widmet sich der Lactoseintoleranz und der Fructosemalabsorption. Der Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Nahrungsmittelallergenen wird ebenfalls gut erklärt dargestellt.
Allen Bereichen sind gute Übersichten zugeordnet um die passenden Alternativen ausfindig zu machen bzw. die Rohstoffe, welche es zu meiden gilt, kennen zu lernen.
Ca. 60 allergenarme Rezepte - gekennzeichnet für welche Allergiker geeignet - werden vorgestellt. Eine echte Hilfe, vor allem für Menschen die mehrere Nahrungskomponenten meiden und ersetzen müssen.
Betroffenen ist dieses Buch eine sehr gute Orientierung, Ernährungsberater/innen sollten dieses Buch auf ihrem Schreibtisch liegen haben. Ein sehr gutes, fachlich fundiertes Nachschlagewerk. Ute H. 02/04
Gewusst wo nachschauen bei Fragen zur Allergieentwicklung
Allergien vorbeugen, erkennen und behandeln ein Internetbuch und hervorragendes Nachschlagewerk für die wichtigsten Informationen zum Thema Allergie & Asthma bei Kindern.
Dieses sind Infos und Hinweise welche den Arztbesuch NICHT ersetzen wollen ...Ute Hein Kinderkrankenschwester

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