Warum wir so gerne Naschen 11/2006
Genetik und Erziehung
(aid) - Adventsgebäck steht jetzt wieder überall in den Verkaufsregalen. Man könnte auch sagen: Noch steht es dort. Denn kurz vor Weihnachten ist es bisweilen bereits ausverkauft. Woher kommt diese weit verbreitete Passion fürs Zuckerzeug?
Die Zeitschrift "Aktuelle Ernährungsmedizin" präsentierte unlängst Studienergebnisse, die darauf schließen lassen, dass die Süßpräferenz zunächst genetisch bedingt ist. Je nach Variation des TAS2R38-Gens auf Chromosom 7q bevorzugten Kinder im Test eine höhere oder weniger starke Zuckerkonzentration. Für Erwachsene zeigte sich dieser Zusammenhang jedoch nicht mehr.
Eine weitere Erkenntnis: Je mehr Süßes Kinder zu sich nehmen, desto mehr bevorzugen sie es - sogar zur Abhängigkeit kann es kommen. Tierversuche ergaben, dass die Zuckerzufuhr die Freisetzung körpereigener Opiate anregt. Mittels Kernspintomographie ließ sich beobachten, dass Lieblingsmahlzeiten bestimmte Hirnareale aktivieren und zwar überraschenderweise genau die, die auch bei der Entstehung von Medikamentenabhängigkeit involviert sind.
Schwierig wird es bei der Frage, welche erzieherische Konsequenz aus diesen Erkenntnissen resultieren sollte. Einerseits zeigten Untersuchungen, dass Kinder aus Elternhäusern mit restriktiver Einstellung gegenüber süßen Nahrungsmitteln deutlich weniger Zucker konsumieren als andere. Andererseits befinden sich jedoch gerade unter diesen Kindern besonders viele (55 Prozent), die sich bei einer Auswahl von Limonaden für die Süßeste entschieden haben, während es bei Kindern aus weniger restriktiven Familien nur 33 Prozent waren. Von ihnen bevorzugten immerhin 19 Prozent die Limonade mit der niedrigsten Zuckerkonzentration. Diese wiederum wurde von keinem der restriktiv erzogenen Kinder favorisiert. Eventuell ist also eine sehr "zuckerarme" Erziehung sogar kontraproduktiv.
aid, Johanna Thelemann
Zuviel verstecktes Fett in der Kinderernährung Juli 2003
(aid) - „Um das Ernährungsverhalten von Kindern zu beurteilen, müssen wir sie über einen längeren Zeitraum beobachten,“ erklärte Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund im Rahmen der Jahrestagung des Verbands der Diplom-Oecotrophologen e. V.(VDOE), die Ende Juni in Bonn stattfand. Die Expertin stellte Ergebnisse einer Langzeitstudie zum Fettverzehr von Kindern vor. Die Höhe des Fettverzehrs spielt nach heutigem Wissensstand eine herausragende Rolle in der Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten und Übergewicht. „Säuglinge im zweiten Lebenshalbjahr essen zu wenig gesunde Fettsäuren. Das liegt am geringen Zusatz von Fett zur Beikost“, erläuterte Kersting. „Hier ist Rapsöl sehr zu empfehlen, da es viele gesunde Fettsäuren in günstiger
Zusammensetzung enthält. Die tun auch älteren Kindern und Erwachsenen gut.“ Im zweiten Lebensjahr steigt der Fettverzehr rasch an und pendelt sich auf zu hohem Niveau ein. Vor allem verstecktes Fett in Wurst, Käse, Milchprodukten, Süßwaren, Snacks und Gebäck machen sich leicht auf der Waage bemerkbar und können die Gesundheit von Kindern beeinträchtigen. Dr. Kersting empfahl daher, fettarme Varianten zu wählen und beim Wurst- und Käsebrot auf Butter oder Margarine zu verzichten. Außerdem sollte öfter ein knackiger Salat mit Rapsöl-Essig-Dressing auf dem Speiseplan stehen. Rapsöl verbirgt sich übrigens häufig hinter der Bezeichnung „Pflanzenöl“ und ist eines der preiswertesten Öle im Supermarktregal. Es lohnt sich also doppelt, öfter mal zuzugreifen!
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Tischkost oder Familienkost (Januar 2002 von Marktplatz)
Familienkost Früher und Heute!
Die Einführung der Familienkost sollte ab 10. Monat beginnen - so die Empfehlung des Forschungsinstitutes für Kinderernährung in Dortmund (FKE). Dazu werden die Hinweise geliefert:
| auf Salzen und scharfes Würzen sollte grundsätzlich weiterhin verzichtet werden | |
| Schwerverdauliche, blähende und sehr fettreiche Lebensmittel sollten vermieden werden | |
| Kleine harte Lebensmittel wie z. B. Nüsse vermeiden, da diese leicht beim Verschlucken in die Luftröhre gelangen können |
Ich halte die Empfehlung, ab 10. Monat die Einführung der Familienkost zu beginnen, sehr kritisch mit dem Hintergrund was wird heute als Familienkost verstanden . Diese Empfehlung hat sich seit vielen Jahren nicht geändert - das Ernährungsverhalten der Generation Eltern schon.
Die Eltern-Generation 2000 Plus ist vielfach mit der Zubereitung von Pasta und Pizza besser vertraut als mit unserem Grundnahrungsmittel der Kartoffel. Fix-Produkte aller Varianten werden selbstverständlich in jedem Haushalt verwendet. Diese Produkte haben sich vor allem in den letzten 10 - 15 Jahren etabliert sind aus den Haushalten kaum weg zu denken.
Seit vielen Jahren verfolge ich mit Aufmerksamkeit was auf den Tisch kommt bei Freunden mit und ohne Kinder. Es ist müsig zu glauben dass sich das Ernährungsverhalten nach Schwangerschaft und Geburt wesentlich ändert. Spätestens nach dem Abstillen verfallen viele Mütter wieder in alte Gewohnheiten ... Pasta, Pizza, Fix-Menüs! Optimierte Mischkost ist nach wie vor ein Fremdwort für viele Eltern! Aber genau die Ernährungsweise nach "optimierter Mischkost" setzt das FKE voraus wenn es die Empfehlung ausspricht "ab 10. Monat die Familienkost einführen".
Wer dieses hier auf meiner Seite liest, gehört schon zu den "Kümmeren" unter den Eltern. Setzt sich kritisch mit seiner eigenen und der Ernährung seiner Kinder auseinander.
Schaue ich in die Babymenüregale der Supermärkte stelle ich fest, dass die Pasta-Generation sehr gut bedient wird durch "Herrn Hipp" und "Frau Alete". Hier wird zielgerichtet der Geschmack der Eltern aufgenommen und "babygerecht" aufbereitet ins Gläschen gefüllt. Wie sollen Eltern nun auf die Idee kommen, dass nicht die Pasta, sondern die Kartoffel das Hauptnahrungsmittel der Familie sein sollte.
Für Salz und Gewürze sorgen die meisten Hersteller ebenfalls - warum soll ein Kind bei der Familienkost ungewürzte und ungesalzene Speisen bekommen. Der Widerspruch ist offensichtlich und die Umsetzung von gewürzter Pasta-Bambini zur ungewürzten Familienkost scheitert bereits im Ansatz!
Familienkost - und das sollte man sich bewusst machen - bedeutet für Viele "gegessen wird was auf den Tisch kommt" und die Kinderportion wird vor dem Würzen entnommen. Aber wie sind die Nudeln, der Reis oder die Kartoffeln gekocht? Wirklich "nur" in Wasser - oder ganz selbstverständlich in Salzwasser bzw. Gemüsebrühe? Wer einmal Spagetti oder Reis in Wasser gegart hat weiß wie lau die ganze Mahlzeit schmeckt! Ungesalzen bedeutet aber genau das. Die Zutaten werden in Wasser gegart.
Welche Familie isst 4 - 5 die Woche Kartoffeln und Gemüse? Es sind weder Pommes, Rösti noch Bratkartoffeln gemeint, sondern die Pellkartoffel, Kartoffelpüree und im Wasser gegarte, geschnittene Kartoffel.
In einer Zeit in welcher Nudelgerichte und Halbfertigprodukte die Wochenspeiseplan dominieren halte ich die Aussage "ab 10. Monat an die Familienkost gewöhnen" als bedenklich früh. Babygerecht umgesetzt würde es bedeuten, dass die ganze Familie sich nach den Nährstoffbedürfnissen und Verdauungsfähigkeiten des Kindes richtet - und nicht umgekehrt. Vor 30 und 40 Jahren noch war die Familienkost im Vergleich zu Heute langweilig und "einseitig". 5 - 6 mal die Woche Kartoffeln - es gehörte damals zu den billigsten und gesündesten Grundnahrungsmitteln - Gemüse und Salat nach Jahreszeit. Spätzle, Nudeln und Knödel (geschweige Pommes) waren dem Sonntagsessen der Familie vorbehalten.
Dasselbe gilt für Frühstück und Abendessen. Heute gibt es vom Brötchen, Toast bis zu diversen Müslis eine breites Angebot. Selbstverständlich waren vor 30 oder 40 Jahren das tägliche dunkle Brot und Haferflocken. Wurst und Käse dünn geschnitten und die Marmelade selbst gekocht. Auch ein einfaches Butterbrot hatte damals eine andere Wertigkeit als Heute. Die Auswahl heute ist viel größer - aber sinnvoll oder gar gesünder?
Die Familienkost sollte sich dringend nach den Bedürfnissen des Babys richten. Leider lesen viele Eltern nur den Hinweis "ab 10. Monat" aber was genau ein idealer Speiseplan für die ganze Familie beinhalten sollte - das ist leider den allerwenigsten Familien wirklich bewusst. Ute
Rund um die Ernährung ab 10. Monat
Hier im Überblick die Seiten welche sich mit der Ernährung älterer Säuglinge und Kleinkinder beschäftigen.
| Essenspläne für Babys ab dem 6. und 8. und 10. Monat | |
| Vom Brei zum Brot ab ca. 10. Monat | |
| Zwischenmahlzeiten ein interessantes Thema zum Ende des 1. Jahres | |
| Mittagessen, optimale Zusammenstellungen ab dem Familienkostalter | |
| Abendessen, auch hier Thema Brot und Brei, sowie alternative Angebote zum Abendessen und diverse Brotbeläge | |
| zur Familienkost bei allergiegefährdeten Kindern |
Und wenn die Zähne durch sind sollte auch die gewissenhafte Zahnpflege begonnen werden. Deshalb hier der Link zu Zahnpflege.
Rezepte
Meine Rezeptesammlung wurde immer größer und damit wurde es nötig Unterrubriken zu schaffen. Nach wie vor sind fast alle Rezepte vegetarisch und kinderfreundlich. Es gibt jetzt folgende Rubriken
| Sprossenrezepte | |
| Kartoffeln | |
| Suppen | |
| Oster-Brunch | |
| Fruchtiges (auch Kuchen) | |
| Plätzchen | |
| Kinderrezepte bei der Kleinkindkost |
Top - Kinderkochbücher
Das große GU Familienkochbuch.
Was koche ich heute? Ideen gesucht - mal was Neues ausprobieren? Hier finden sich klasse Familienrezepte. Es ist das meistverkaufte Kochbuch über meine Seite!
"So schmeckt's Kindern vegetarisch" von Irmela Erckenbrecht
Ich bin völlig begeistert von diesem Buch. Es klärt über die vegetarische Ernährung, die Wichtigkeit der richtigen Zusammenstellung des Speiseplanes auf und ist ein praktischer Ratgeber, nicht nur für vegetarisch ernährte Familien. Es vermittelt auf 114 Seiten sehr verständlich Grundlagen zu unserer Ernährung, bespricht viele Themen rund um die Mahlzeiten und Gewohnheiten von Kindern. Irmela Erckenbrecht schreibt aus dem Leben - und theorisiert nicht wie viele Autoren von Kochbüchern weltfremd daher. Auf bunte seitenfüllende Fotos wurde verzichtet - trotzdem sind die Texte gut und leicht lesbar und die Übersichtlichkeit ist gewahrt.
Weitere 65 Seiten mit Rezepten vom Frühstück bis zum Kindergeburtstag bieten eine Auswahl und Fülle wie es auf dem Kochbuchmarkt selten geworden ist.
Wer gerne öfter auf Fleisch und Fisch verzichten möchte, oder sich und seine Familie vegetarisch ernährt, sollte dieses Buch öfter zu Hand nehmen. Die Anschaffung lohnt sich!

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